20.12.2019 - 12:53 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

„Altes Ding“ in neuem Glanz

Rund eine Stunde und 20 Minuten braucht Bürgermeister Thorsten Hallmann für seine Jahresbilanz. Ein klares Zeichen dafür, dass sich in der Gemeinde im zurückliegenden Jahr viel getan hat.

Den Weg vom "alten Ding" zum Multifunktionsgebäude mit Bibliothek, Gruppen- und Beratungsräumen hat das alte Pfarrhaus fast komplett zurückgelegt. Am 20. Februar 2020 soll hier erstmals geheiratet werden.
von Bernhard PiegsaProfil

In seinem Rückblick für die rund 40 Zuhörer bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Stark ging der Bürgermeister insbesondere auf die kurz vor dem Abschluss stehende Pfarrhofrenovierung ein. Die Entscheidung, das Gebäude zu erwerben und zum „Bürgerhaus“ umzubauen, sei richtig gewesen, auch wenn manche über den Kauf und den aufwendigen Umbau „dieses alten Dings“ gespöttelt hätten. „Erstens ist das ‚alte Ding‘ ein Stück Ortsgeschichte und ein Teil der Gemeindeidentität, deren Bewahrung wir uns leisten sollten", sagte Hallmann. "Zweitens ist die Umgestaltung der Bahnhofkreuzung ein zentraler Punkt der Ortskernneugestaltung, und hierfür brauchten wir das Pfarrhofgrundstück. Da es damals großzügige Förderprogramme gab, konnten wir zugleich auch die Renovierung des Hauses angehen.“

Die Arbeiten an dem „Schmuckstück“ würden nach anderthalbjähriger Bauzeit „im ersten Quartal 2020“ abgeschlossen, prognostizierte der Bürgermeister: „Vorgemerkt ist bereits der erste standesamtliche Hochzeitstermin am 20. Februar.“ Die Sanierung habe manche Überraschung zutage gefördert: „So haben wir im Keller noch Einmachgläser und eine Zahnprothese von Pfarrer Otto Pichl gefunden.“ Mit Blick auf den vierten Bauabschnitt der Ortskernerneuerung informierte das Gemeindeoberhaupt, dass man für das Jahresende mit einem Verkaufsangebot der Deutschen Bahn für bahneigenen Grund in der Nachbarschaft der Kreuzung rechne.

Diese solle derart gestaltet werden, dass von Pressath und Weiden her je ein „Baumtor“ und eine Verkehrsinsel den Kreuzungsbereich markieren und eine optische Bremswirkung entfalten würden. Der in Richtung Pressath auf Höhe des Pfarrhofs befindliche Verkehrsteiler werde auch als Querungshilfe für Fußgänger gestaltet, die dort in zwei „Etappen“ die Straße überqueren könnten. Die Bushaltestelle werde für beide Fahrtrichtungen an die Kreisstraße auf Höhe der derzeitigen Brachfläche unmittelbar nördlich des Bahnhofs verlegt. Eine Fußgängerampel werde es nicht geben, weil die Gemeinde die Kosten tragen müsste: „Es müssten auch die Bahnübergangs-Signalanlagen erneuert werden. Alles in allem müssten wir nach Angaben der Deutschen Bahn etwa 1,2 Millionen Euro aufbringen.“

Auch ein Zebrastreifen könne nicht markiert werden: „Landratsamt, Straßenbauamt, Polizei und Bahn sind überzeugt: Ein Zebrastreifen wird hier nicht funktionieren.“ Schon jetzt fänden in diesem Kreuzungsbereich Geschwindigkeitskontrollen statt, was teils heftige Kritik errege: „Aber es ist Unsinn, uns zu unterstellen, dass es uns bei den Tempokontrollen im Gemeindegebiet nur um Abzocke und das Generieren von Einnahmen ginge. Mit diesen Messungen folgen wir einer von vielen Bürgern aus Sicherheitsgründen erhobenen Forderung, und unterm Strich zahlen wir sogar drauf, wenn wir Kosten und Einnahmen aufrechnen.“

Geschwindigkeitskontrollen, so Bürgermeister Thorsten Hallmann weiter, fänden in Schwarzenbach nur zwei- bis dreimal im Monat an verschiedenen Punkten statt und zeigten durchaus Erfolg: „Die erzieherische Wirkung spiegelt sich in sinkenden Einnahmen wider.“ Alles in allem stehe er unverändert positiv zu diesen Maßnahmen: „Wir haben, oft auf Drängen von Einwohnern, Geschwindigkeitsbegrenzungen verfügt, aber Vorschriften nützen nur etwas, wenn man sie auch durchsetzt.“

Info:

Taten statt Lippenbekenntnisse

Ferner informierte Bürgermeister Thorsten Hallmann über die in den nächsten 24 bis 36 Monaten anstehende Breitbanderschließung der kleinen außenliegenden Ortsteile (Weiler). Von den hierfür aufzuwendenden 600.000 Euro seien 490.000 durch Fördermittel des Freistaats gedeckt. Für die Glasfaseranbindung der Gewerbegebiete habe der Freistaat ein gesondertes Förderprogramm angekündigt. Mit Förderung aus Bundesmitteln habe die Kommune einen „Masterplan“ für eine umfassende Glasfaserverkabelung erstellen lassen: „Doch das kann die Gemeinde allein nicht stemmen, und wir hoffen auf weitere Förderprogramme.“ Leider sei die „Förderung des ländlichen Raums“ oft wenig mehr als ein wohlfeiles „Lippenbekenntnis“: „Wir bekommen das täglich von der Staatsregierung zu hören, aber nötig wären Taten in Gestalt maßgeschneiderter Förderung für die ländlichen Gemeinden. Nur dann wäre uns geholfen.“ (bjp)

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