01.12.2019 - 11:46 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

"Besondere Ehrung für besonderen Dienst"

Sie gehen für ihre Mitmenschen buchstäblich "durchs Feuer", und das ehrenamtlich und jederzeit: die Aktiven Feuerwehren. Dafür verdienen sie Dank – und den bekommen sie an diesem Abend genügend.

Treue und Begeisterung der langjährigen Feuerwehrdienstleistenden aus der Verwaltungsgemeinschaft Pressath loben Schwarzenbachs Bürgermeister Thorsten Hallmann (rechts), Vizelandrat Albert Nickl (links) und Kreisbrandinspektor Wolfgang Schwarz (nicht auf dem Bild).
von Bernhard PiegsaProfil

"Ich habe Respekt vor jedem aktiven Feuerwehrmann, und für jede Gemeinde sollte es Ehrensache sein, jene bestmöglich zu unterstützen und auszustatten, die sich freiwillig und ehrenamtlich für die gemeindliche Pflichtaufgabe des Brandschutzes zur Verfügung stellen", würdigte der Schwarzenbacher Bürgermeister Thorsten Hallmann die Arbeit der Löschzüge bei der Ehrung langjähriger Feuerwehrangehöriger aus der Verwaltungsgemeinschaft Pressath im Gasthof Stark.

Seine Gemeinde, aber auch die Partnerkommunen Pressath und Trabitz seien bestrebt, mit gutem Beispiel voranzugehen, bekräftigte Hallmann: "Wir in Schwarzenbach haben ein neues Einsatzfahrzeug HLF 10 in Auftrag gegeben und neue Schutzanzüge beschafft, das digitale Alarmierungssystem wird aufgebaut." Wie weit der Feuerwehrdienst über das klassische Aufgabenfeld der Brandbekämpfung hinausgewachsen ist und wie komplex die heutigen Anforderungen an die Feuerwehrausbildung sind, skizzierte stellvertretender Landrat Albert Nickl: Nach jahrelanger intensiver Schulung seien die Feuerwehrleute Fachkräfte auf vielen Gebieten wie dem "großen Feld der technischen Hilfeleistungen", den Verkehrssicherungsdiensten oder Umwelteinsätzen.

"Unsere Feuerwehren sind die schlagkräftigste und schnellste Hilfsorganisation, die wir haben und auf deren schnelle und qualifizierte Hilfe in den verschiedensten Notsituationen rund um die Uhr wir stolz sind", lobte Nickl, der auch Bürgermeister von Speinshart ist. Deshalb sei diese "besondere staatliche Ehrung für einen besonderen Dienst" auch "eine der angenehmsten Verpflichtungen für einen Kommunalpolitiker". Dass dieser "Dienst für den Nächsten und die Heimat" von ehrenamtlichen Kräften geleistet werde, verdiene höchste Anerkennung: "Ohne diese Bereitschaft würde der Staat nicht funktionieren, und wenn diese Aufgabe von berufsmäßigen Einsatzkräften erfüllt werden sollte, so erforderte dies einen finanziellen Aufwand, den die Kommunen nicht schultern könnten."

Allen kommunalpolitisch Verantwortlichen und der Bevölkerung rief Nickl ins Bewusstsein, dass der Dienst der Wehren kein Selbstzweck sei: "Die Gemeinde schaffen die Feuerwehrausrüstung nicht für die Kameraden an, sondern um die Sicherheit der Bevölkerung zu verbessern." In dieselbe Kerbe hieb Kreisbrandinspektor Wolfgang Schwarz, der beklagte, dass auch in der Nordoberpfalz Einsatzkräfte "persönlich tätlich angegriffen" würden: "Das darf einfach nicht sein, zumal auch jeder an die möglichen Folgen denken sollte."

Denn schon jetzt sei es nicht immer einfach, eine ganztägige Alarmbereitschaft der Wehren zu gewährleisten: "Sollten aber noch mehr Übergriffe vorkommen, dann werden womöglich immer mehr Kameraden den Dienst quittieren." Es sei Pflicht der Politik, sich unmissverständlich auf die Seite der Helfer zu stellen, forderte Schwarz. Für die Zukunft wünschte er ebenso wie Hallmann und Nickl, dass es auch künftig nicht an jungen Leuten fehlen möge, die sich vom Beispiel der jetzt aktiven Feuerwehrleute "anstecken" ließen.

Auch in der Oberpfalz würden Feuerwehrleute im Dienst tätlich angegriffen, beklagt Kreisbrandinspektor Wolfgang Schwarz.

Ansporn zum Weitermachen

Einig waren sich Kreisbrandinspektor Wolfgang Schwarz, Vizelandrat Albert Nickl und Bürgermeister Thorsten Hallmann bei der Ehrung langjährig aktiver Feuerwehrleute in ihrem Dank an die Ehepartner und Kinder, die ihren Dienst tuenden Angehörigen verständnisvoll, klag- und selbstlos den Rücken freihielten und stärkten. Kreisbrandinspektor Schwarz informierte, dass es außer den Abzeichen des Freistaats für 25 und 40 Jahre nun auch eines für 50 Jahre aktiven Dienst gebe: „Auch 40 Jahre Dienstzeit müssen kein Grund sein, ans Aufhören zu denken, und die Aussicht auf das neue Abzeichen soll ein Ansporn zum Weitermachen sein.“ (bjp)

Info:

Die Jubilare

390 Jahre aktiv gelebtes Ehrenamt: Für langjährigen Dienst in den Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft Pressath erhielten das Ehrenzeichen des Freistaats Bayern in Gold (40 Jahre) oder Silber (25 Jahre):

Feuerwehr Dießfurt: Martin Lorenz (40 Jahre),

Feilersdorf-Grub-Bärnwinkel: Josef Ackermann, Norbert Buchfelder (jeweils 40 Jahre); Michael Ackermann, Markus Kaufmann (jeweils 25 Jahre),

Hessenreuth: Ludwig Arnold (40 Jahre),

Riggau: Norbert Stock (40 Jahre); Andreas Reindl, Gerhard Reindl (jeweils 25 Jahre),

Schwarzenbach: Alfons Przetak (40 Jahre); Stefan Kirschsieper, Robert Klier (jeweils 25 Jahre). (bjp)

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