15.04.2020 - 14:17 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Dorfladen als „Fels in der Brandung“

Auch in Schwarzenbach wollen es Unbelehrbare nicht begreifen: Eine Gruppe Jugendlicher aus der „Siedlung“ pfeife auf alle behördlichen Gesundheitsschutzvorschriften, beklagt Bürgermeister Thorsten Hallmann.

Mit Sicherheitsabstand, "wie das Gesetz es befiehlt", tagt der Schwarzenbacher Gemeinderat um Verwaltungsgemeinschafts-Geschäftsleiter Christian Moller und Bürgermeister Thorsten Hallmann (von links) in der Mehrzweckhalle. Zentrales Thema ist auch hier die Corona-Krise.
von Bernhard PiegsaProfil

Die Jugendlichen würden sich eins ums andere Mal zu verbotenen Zusammenkünften an Orten wie dem Bushäuschen oder der Brücke treffen. „Ich habe ein paarmal das Gespräch gesucht, aber mit gutem Zureden ist da nichts zu erreichen“, ärgerte sich Hallmann in der Aprilsitzung des Gemeinderats. Nun patrouilliere die Polizei verstärkt in diesem Bereich und werde erforderlichenfalls Sanktionen verhängen. Abgesehen davon hielten sich allerdings „99 Prozent der Schwarzenbacher“ an die Regeln, die der derzeitige „Gesundheitsnotstand“ mit sich bringe. In der Gemeinde selbst seien keine schwereren Corona-Fälle bekannt geworden, wohl aber in Parkstein und Dießfurt: „Die Einschläge sind sehr nahe, und deshalb bleiben Vorsicht und Disziplin weiterhin oberste Gebote.“

Die Gemeinde sei bestmöglich auf alle Eventualitäten vorbereitet: „Am 18. März hat der Katastrophenschutz-Führungsstab für den Landkreis alle Gemeinden aufgerufen, gemeindliche Krisenstäbe zu bilden, und das ist bei uns noch am gleichen Abend geschehen.“ Dieses Gremium werde von ihm geleitet, ihm gehörten außerdem drei Feuerwehrvertreter und je ein Mitglied der Gemeinderatsfraktionen an, so Hallmann. Als „Leuchtturm für die Gemeindebevölkerung“ sei es Ansprechpartner und organisiere spezielle Notstandsdienste der „gegenseitigen Hilfe“ wie etwa den gemeindlichen Einkaufsdienst. Für den engagieren sich laut Hallmann rund zwei Dutzend ehrenamtliche Helfer in Zusammenarbeit mit dem Dorfladen: „Zählt man weitere Dienste wie den Krisenstab, die ‚Gassi-Gruppe‘ und andere hinzu, so sind etwa 60 Ehrenamtliche für ihre Mitbürger da.“

Ein von den Feuerwehraktiven am 21. März verteiltes Flugblatt habe die Bürger über die besonderen Vorschriften und Hilfsangebote informiert. Der Krisenstab sei täglich von 8 bis 18 Uhr unter der Hotline 09644/8444 telefonisch für die Bevölkerung erreichbar, informierte Hallmann: „Sollte Schwarzenbach zum Corona-‚Hot Spot‘ erklärt werden, so wird der Stab rund um die Uhr in der Gemeindekanzlei präsent sein.“ Zu der in der Grundschule eingerichteten Notbetreuung sei ein Kind angemeldet worden, im Kindergarten habe es bislang keine Nachfragen nach einem entsprechenden Angebot gegeben. Ihren Vorrat an Desinfektionsmitteln habe die Gemeinde in den letzten Tagen auffüllen können, Schutzmasken seien allerdings derzeit nicht in größerer Zahl verfügbar: „Und die wenigen Masken, die es gibt, werden zu horrenden Preisen verkauft.“ Immerhin versuche der Strickkreis in die Bresche zu springen: „Die Gruppe näht tage- und nächtelang Nasen-Mund-Masken.

Den mittelfristigen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gemeindefinanzen müsse sich die Gemeinde stellen: „Wir müssen vor allem mit einem empfindlichen Gewerbesteuerrückgang und einer gegen Null gehenden freien Finanzspanne rechnen – zwar wird es keinen Stillstand geben, aber ‚große Sprünge‘ sind heuer und im kommenden Jahr wohl nicht mehr drin, und wir müssen froh sein, dass wir so viele große Projekte bereits abgeschlossen haben.“ Als „Fels in der Brandung“ würdigte Bürgermeister Hallmann den Dorfladen: „Wie wichtig diese Einrichtung für die Gemeindebevölkerung ist, zeigt sich in der jetzigen Krisensituation.“

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