Schwarzenbach bei Pressath
13.12.2018 - 09:15 Uhr

Dorfladen Vorbild für andere Orte

36 Seiten „dick“ ist Bürgermeister Thorsten Hallmanns Powerpoint-Präsentation zur Bürgerversammlung im Schwarzenbacher Gasthof Stark. Das heißt gleichzeitig: In der Gemeinde hat sich im zurückliegenden Jahr viel getan.

Eine Verkehrsinsel soll als "Querungshilfe" Fußgängern den Weg zwischen Pfarrhof (links) und Bahnhof erleichtern, kündigt Bürgermeister Thorsten Hallmann in der Bürgerversammlung an. Bild: bjp
Eine Verkehrsinsel soll als "Querungshilfe" Fußgängern den Weg zwischen Pfarrhof (links) und Bahnhof erleichtern, kündigt Bürgermeister Thorsten Hallmann in der Bürgerversammlung an.

Anlass zu Genugtuung war für Hallmann insbesondere, dass die Grundschule dank der konstant hohen Geburtenzahl „aus allen Nähten platzt“ und der Schulstandort „für die nächsten Jahre gesichert sein dürfte“. Noch gebe es die beiden Kombiklassen 1./2. und 3./4., doch seien die Klassenstärken an der Obergrenze angelangt. Ausgeweitet habe man die Mittagsbetreuung, an dem im November eingeführten Schulmittagessen nähmen bis zu zehn und an der jetzt bis 16 Uhr angebotenen Hausaufgabenbetreuung 21 Kinder teil: „Diese Angebote sind defizitär, aber um der Attraktivität und Erschwinglichkeit willen möchten wir nicht alle Aufwendungen auf die Familien umlegen.“

In seinem Rückblick für die fast 50 Zuhörer ging der Bürgermeister dann auf den erfolgreichen Start des im Juni festlich eingeweihten Dorfladens ein: „Ich weiß von Kommunen, die auf unseren Laden neidisch sind und Ähnliches wagen wollen.“ Die Bürger rief er auf, das Angebot weiterhin rege zu nutzen: „Behandelt euren Laden wie eure Liebsten, denn davon lebt er.“ Im kommenden Jahr müsse noch der Dachboden isoliert werden: „Hierfür wären Helfer willkommen.“ Änderungen habe man an den „weit gediehenen“ Plänen für den vierten Bauabschnitt der Ortskernerneuerung vornehmen müssen: Die Bushaltebuchten an der Pressather Straße müssten entfallen, weil der auf der „Pfarrhofseite“ benötigte Grund nicht erworben werden könne.

Weiterhin vorgesehen sei die „Querungshilfe“ (Verkehrsinsel in der Straßenmitte), die Fußgängern das Überqueren der Kreisstraße zwischen Pfarrheim und Bahnhof erleichtern solle. Einer Zebrastreifenmarkierung würden die Verkehrs- und Polizeibehörden allerdings nicht zustimmen, auch eine Fußgängerampel komme nicht in Betracht: „Sie müsste mit der Ampelanlage an der Kreuzung verbunden werden, die ihrerseits aus technischen Gründen komplett erneuert werden müsste. Für die Kosten in siebenstelliger Höhe müsste die Gemeinde aufkommen.“

Zügig gehe seit Juni der Umbau des Pfarrhofs zum barrierefreien „Bürger- und Kulturhaus“ mit Räumen für Volkshochschule, Musikschule, Sitzungen, Trauungen, Beratungsangebote, eine Bücherei und anderes mehr vonstatten, berichtete Thorsten Hallmann: „Hier entsteht bis Herbst 2019 ein repräsentatives Gebäude für alle Bürger.“ Das Entgegenkommen der Kirchenstiftung und die großzügige Förderung aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Bunds hätten dies ermöglicht: „Die Umbaukosten werden etwa 780 000 Euro betragen, von denen 450 000 durch einen KIP-Zuschuss gedeckt werden.“ Aus Kostengründen habe man sich für Kunststoff- statt Holzfenster entschieden: „Sie sind günstiger und leichter zu pflegen. Äußerlich fällt das kaum auf.“

Im November oder Dezember 2019 solle das neue Einsatzfahrzeug „HLF 10" (Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug) für die Schwarzenbacher Feuerwehr geliefert werden und das mehr als 30 Jahre alte „LF 8" (Löschgruppenfahrzeug) ablösen, kündigte der Bürgermeister ferner an. Mit Blick auf die Verbesserung der Breitbandversorgung erinnerte er an den komplett vom Bund geförderten „Glasfasernetz-Masterplan“ und ließ wissen, dass die Telekom innerhalb der nächsten 48 Monate die vom Freistaat mit 80 Prozent der Ausbaukosten bezuschusste Erschließung bisher unterversorgter Weiler vollziehen werde.

Info:

Dringend wünschenswert wäre nach Bürgermeister Thorsten Hallmanns Worten ein Glasfaseranschluss für die Schule: „Die Umsetzung des ‚Konzepts Digitales Klassenzimmer‘ erfordert einen leistungsstarken Internetzugang, doch ein Förderprogramm hierfür gibt es derzeit nicht. Aber wir hoffen, dass sich das noch ändert.“ Anders sei das mit dem Ausbau der Mobilfunknetze: „In unterversorgten Gebieten würde der Funkmastbau mit 80 Prozent gefördert.“ Nach behördlicher Definition gelte „unsere Gemeinde allerdings als versorgt“, merkte Hallmann nicht ohne erfahrungssatte Ironie an.

Dennoch werde sich die Gemeindeverwaltung bemühen, im Rahmen des „Mobilfunkpakts Bayern“ den Aufbau eines Senders „an der Bundesstraße in Ortsnähe“ zu erreichen. Gespräche mit der Telekom über Senderstandorte habe die Gemeinde schon geführt, bisher habe man sich jedoch nicht einigen können. Vorrangig sah Hallmann beim Netzausbau allerdings Bund und Land in der Pflicht: „Der Staat hat bei der Frequenzversteigerung Milliarden eingenommen, und man muss sich fragen, ob es Aufgabe einer Gemeinde ist, einen Funkmast zu bauen und an die Netzbetreiber zu verpachten.“ (bjp)

 
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