27.12.2019 - 14:24 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Einladung zum Eignungscheck

Sonnenenergie ist unbegrenzt und gratis verfügbar. Solarthermie und Photovoltaik umweltverträglich für den häuslichen Bedarf verwerten, ist auch Thema bei der Schwarzenbacher Bürgerversammlung.

Über Vorteile und Kosten häuslicher Solarenergieanlagen informiert Ingenieur Matthias Rösch in der Schwarzenbacher Bürgerversammlung. Ein "Eignungscheck" für Wohnhäuser koste 30 Euro, für zehn "Checks" übernehme die Gemeinde diesen Betrag.
von Bernhard PiegsaProfil

Ingenieur Matthias Rösch von der Energieagentur ETZ (Energietechnologisches Zentrum Nordoberpfalz) lud in der Versammlung die Hausbesitzer ein, ihre Domizile auf deren Eignung zur Montage entsprechender Anlagen prüfen zu lassen.Die Gemeinde Schwarzenbach, die an dem von der Verbraucherzentrale Bayern initiierten Beratungsprogramm teilnehme, übernehme für zehn Bewerber das 30-Euro-Entgelt für den unverbindlichen „Eignungscheck“. Hierbei nähmen Fachleute nach Terminabsprache die Gebäude etwa zwei Stunden lang in Augenschein und gäben in einem Kurzbericht Handlungsempfehlungen ab.

Ausführlich ging Rösch dann auf die Optionen häuslicher Sonnenenergieverwertung ein. So unterscheide man zwischen Solarthermieanlagen, bei denen Strahlungsenergie auf Wasser übertragen werde, um heißes Heiz- und Brauchwasser zu erhalten, und Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung.

Allerdings könne der Bedarf an Warmwasser und Heizwärme nur in den Sommermonaten vollständig aus Sonnenenergie gedeckt werden, gab Rösch zu bedenken. Deshalb sei eine zusätzliche Heizanlage nötig. Aufs Jahr gesehen, könnten je nach Bauart zwischen 30 und 60 Prozent der Wärmeenergie solarthermisch gewonnen werden. Um bis zu 60 Prozent lasse sich der jährliche Strombezug aus dem allgemeinen Netz durch eine Photovoltaik-Hausanlage mit Stromspeichervorrichtung senken, führte der Ingenieur weiter aus. Erwägen sollte man die Montage einer Solarstromanlage auch dann, wenn keine ideal nach Süden weisende Dachfläche vorhanden sei: So gebe es auch sehr effiziente Anlagen, deren Kollektoren nach Osten und Westen ausgerichtet seien.

Zudem erhalte man für ins öffentliche Stromnetz eingespeiste Überschüsse nach wie vor Einspeisevergütungen, die ab kommendem Jahr je nach Anlagengröße zwischen 7,54 und 9,87 Cent je Kilowattstunde betrügen. Mit einer Amortisation der Aufwendungen für Solarthermie- und Photovoltaikanlagen sei nach etwa 10 bis 15 Jahren zu rechnen. Bund und Freistaat gewährten Fördergelder aus verschiedenen Programmen, weil derartige Anlagen dank der Nutzung kostenlos verfügbarer regenerativer Energie zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beitrügen.

Einige wenige Wortmeldungen schlossen die Schwarzenbacher Bürgerversammlung ab. Enttäuschen musste Bürgermeister Thorsten Hallmann eine Bürgerin, die nach Baugrundstückspreisen fragte: Derzeit habe die Gemeinde keine Grundstücke vorrätig, nach den Preisen privater Flächen müsse sich die Interessentin direkt bei den Eigentümern erkundigen. Die bislang letzten gemeindeeigenen Parzellen seien inklusive Erschließung für 50 Euro pro Quadratmeter verkauft worden, wusste Hallmann.

Interessierte Bürger der Gemeinde Schwarzenbach können einen „Eignungs-Check Solar“ für ihr Gebäude bei der Energieagentur „ETZ Nordoberpfalz“ unter der Telefonnummer 0961/4 80 29 29 0 buchen. Siehe außerdem https://www.etz-nordoberpfalz.de/energieberatung-der-verbraucherzentrale... .

Info:

Kein neuer Bahnübergang

Die „Legalisierung“ eines „wilden“ Bahnübergangs in der Flur Trenzerweiher nahe der Siedlung wünschte sich Gerhard Przetak in der Bürgerversammlung. Im Gegenzug könnten zwei kaum genutzte Übergänge bei Walbenhäusl und beim Anwesen Weber aufgelassen werden. Nach Bürgermeister Hallmanns Einschätzung ist damit nicht zu rechnen: Er selbst habe die Freigabe der Trenzerweiher-Bahnquerung im Tausch gegen eine von der Deutschen Bahn erwogene Schließung des Übergangs bei Walbenhäusl angeregt. Die Bahn habe allerdings signalisiert, dass neue Übergänge nicht mehr freigegeben würden. Vielleicht, so Hallmann, werde man im Zuge der Grunderwerbsverhandlungen im Bahnhofsbereich doch noch zu einer Lösung kommen, etwa in Form einer Fußgängerunterführung unweit der Siedlung: „Aber dafür müssten auch Freistaat und Bund mitziehen.“ Die Gemeinde bemühe sich auch um Lärmschutzvorkehrungen an der vielbefahrenen Bundesstraße 470: „Der jetzige leisere Asphalt hat eine gewisse Besserung gebracht, die aber nicht das letzte Wort bleiben sollte.“ Hierzu merkte Przetak an, dass die Bahn an der Schienenstrecke etliche Bäume gefällt habe, die auch den Fahrzeuglärm von der B 470 abgeschirmt hätten: „Der ist jetzt dreimal so laut wie der Schießlärm aus Grafenwöhr.“ Hallmann entgegnete, dass die Bahn hierzu aus verkehrssicherungsrechtlichen Gründen berechtigt gewesen sei, auch wenn er selbst diese Maßnahme als „schwer nachvollziehbaren Kahlschlag“ moniert habe. (bjp)

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