20.08.2018 - 17:21 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Erbfolgekrieg beflügelt Ahnenforschung

Eine Fahrt zu den Trenck-Festspielen in Waldmünchen bedeutet für zahlreiche Pressather, Schwarzenbacher und Pechhofener eine Reise zu den familiären Wurzeln. Am Ende steht die Idee einer freundschaftlichen Beziehung zwischen zwei Städten.

Die Reisegruppe mit den Organisatoren der Fahrt Michael Altmann (Dritter und Vierter von links) und Erhard Walberer sowie Pressaths Bürgermeister Werner Walberer (Vierter von rechts) sowie Toni Franck, der zweite Bürgermeister von Waldmünchen und Trenckvereinsvorsitzende (rechts) freuen sich mit den Pandurdarsteller Werner Zellmer und Pia Fichtner als Kathi (Mitte) über den Besuch aus der Gegend, in der die Familie des Festspielautors stammt.
von Externer BeitragProfil

(exb) Das Stück "Trenck, der Pandur" beleuchtet die Zeit des Österreichischen Erbfolgekrieges. 1742 stand der Panduren Obrist Franziskus Freiherr von der Trenck auch vor Waldmünchen. Cham war bereits in Schutt und Asche gelegt. Dieser Erbfolgekrieg hatte auch im Innviertel und in der Oberpfalz schlimme Auswirkungen. Die ungarischen Truppen von Maria Theresia brandschatzten auch Pechhof und die umliegenden Dörfer.

Das Stück dazu wurde am 16. Juli 1950 in Waldmünchen uraufgeführt. Geschrieben und inszeniert hat es Dr. Georg Walberer. Seine Wurzeln führen nach Pechhof und Schwarzenbach bei Pressath. Georgs Vater Erhard war am 8. Januar 1872 in Pechhof geboren worden. Bei der Eisenbahn bracht er es bis zum Stationsvorsteher in Waldmünchen.

Der Vater ermöglichte seinem Sohn Georg das Studium. Dr. jur. Georg Walberer absolvierte in Würzburg quasi nebenbei ein Sologesangstudium und wurde ein brillanter Helden-Bariton an den Opern Stuttgart, Danzig und Bayreuth.

In den ersten Jahren des Festspiels übernahm Georg Walberer als stimmgewaltiger Hauptdarsteller die Rolle des Panduren Obristen Trenck und führte zugleich Regie. Das Schauspiel mit über 300 Darstellern und etwa 15 Pferden stammt aus seiner Feder.

Erhard Walberer, der Bruder des Pressathers Bürgermeisters Werner Walberer hat sich seit gut zwei Jahren der Ahnenforschung verschrieben. Bei den Recherchen half sein Cousin Michl Altmann aus Schwarzenbach.

Auf die Spur nach Waldmünchen brachte die beiden Cousins die 93-jährige Gretl Lemberger, eine geborene Walberer und Großcousine der Beiden. Sie wusste, dass ein Sohn von Erhard Walberer Opernsänger war. Ein weiterer Hinweis ergab sich in dem amerikanischen Pass von Joseph Walberer, der Waldmünchen als Wohnadresse angab, als er 1920 aus Amerika zurückkam. Er war der ältere Bruder von Erhard Walberer und 1857 ebenfalls in Pechhof geboren.

Letztes Jahr versuchten die Cousins ihr Glück und fuhren nach Waldmünchen. Über das Einwohnermelde- und Fremdenverkehrsamt stieß man auf die Familie Tietze, die gerade in der Schießangerstraße in das Dr.-Georg-Walberer-Haus einzog. Es stellte sich heraus, dass der amerikanische Staatsbürger Joseph Walberer seinen Bruder Erhard, den damaligen Bahnhofsvorsteher in Waldmünchen aufgesucht hatte.

Unter den Familien mit Walberer-Abstammung entwickelte sich ein herzliches Verhältnis mit der Familie Tietze, sowie dem Trenck Vereinsvorsitzenden Martin Frank, dem derzeitigen Panduren Obristen Darsteller Werner Zellmer, Pia Fichtinger als Kathi und der ganzen Stadt Waldmünchen. Reinhard Tietze und Trenck-privat-Archivar Karlheinz Schröpfer stellten sie ein Büchlein über Dr. Georg Walberer, den Mann, der Waldmünchen zur Trenckstadt machte, im Rathaus Waldmünchen vor. Der Vorsitzende des Trenckvereins Martin Franck, der zugleich zweiter Bürgermeister von Waldmünchen ist und Bürgermeister Werner Walberer regten an, die neu entstandenen Beziehungen zwischen den beiden Städten aufrecht zu erhalten und zu vertiefen.

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