Auch die Gemeinde Schwarzenbach muss sich mit der kommunalen Wärmeplanung auseinandersetzen. Bei einem Informationsabend im Unterrichtsraum der Feuerwehr begrüßte Bürgermeister Thorsten Hallmann Tobias Otta und Mert Ambarcioglu von der Rietzler-Energiekonzept-GmbH aus Nürnberg. Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über die zukünftige Wärmeversorgung in ihrer Gemeinde zu informieren.
Nachhaltige Lösungen
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Ausführungen von Mert Ambarcioglu, der die kommunale Wärmeplanung speziell für Schwarzenbach vorstellte. Die Planung ist ein zentraler Bestandteil der Energiewende und beschreibt die systematische Planung der zukünftigen Wärmeversorgung durch Städte und Gemeinden. Ziel sei es, so der Redner, die aktuell noch überwiegend auf fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl basierende Versorgung schrittweise durch klimafreundliche und nachhaltige Lösungen zu ersetzen.
Im ersten Schritt werde dabei der aktuelle Wärmebedarf sowie die bestehende Infrastruktur analysiert. Darauf aufbauend prüfen die Fachplaner, welche erneuerbaren Energiequellen vor Ort genutzt werden können. Dazu zählen unter anderem Solarenergie, Geothermie, Biomasse oder auch industrielle Abwärme. Auf Grundlage dieser Daten entsteht ein langfristiger Plan, der festlegt, welche Heizlösungen in den jeweiligen Ortsteilen sinnvoll seien.
Während sich in dichter bebauten Bereichen beispielsweise Wärmenetze anbieten, können in ländlicheren Strukturen eher dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Für Schwarzenbach zeichnen sich laut Ambarcioglu bereits konkrete Ansätze ab. So könnte im Bereich der Kläranlage ein Wärmenetz entstehen, ebenso entlang der Haidenaab, die zusätzliche Potenziale bietet.
Ölheizungen bleiben vorerst
Gleichzeitig machte der Energieexperte deutlich, dass die Gemeinde aufgrund ihrer weitläufigen Struktur nicht flächendeckend mit einem einheitlichen System versorgt werden könne. In einzelnen Bereichen könnten daher auch weiterhin klassische Heizformen wie etwa mit Heizöl eine Rolle spielen, zumindest übergangsweise. „Es fehlt jetzt noch die konkrete Wärmewendestrategie“, erklärte Ambarcioglu.
In einem nächsten Schritt werden gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung Maßnahmen definiert und diese im Gemeinderat beraten. Erst dann könne die kommunale Wärmeplanung vollständig umgesetzt werden. Er betonte jedoch auch, dass dieser Prozess Zeit in Anspruch nehmen werde. In diesem Zusammenhang richtete er einen klaren Hinweis an die Bürger: Sollte in naher Zukunft eine Heizung ausfallen, sei es nicht ratsam, auf ein mögliches Wärmenetz zu warten. Planung und Umsetzung würden noch mehrere Jahre dauern, sodass kurzfristige Lösungen weiterhin individuell getroffen werden müssten. Steht die kommunale Wärmeplanung, dann biete sie jedoch vor allem Orientierung und Planungssicherheit.
Am Rande des Infoabends wurde bekannt, dass offenbar ein Bürger aus Schwarzenbach in Eigeninitiative den Aufbau einer Wärmequelle plane und Infoflyer im Ort verteilt.













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