14.03.2019 - 11:33 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Gemeinderat gegen Sand-Abbau

Die Gemeinde Schwarzenbach steht dem Abbau von Quarzsand im Tagebau „Zunderschlag“ im Stadtbereich Pressath der Firma Kiesgesellschaft Josephstal absolut skeptisch gegenüber. Problematisch sehen die Räte nicht nur die Rodung des Waldes.

Der Wald zwischen der Kreisstraße NEW 23 und der Bundesstraße 470 muss für den Abbau von Quarzsand komplett gerodet werden. Dem Abbau steht der Gemeinderat Schwarzenbach äußerst skeptisch gegenüber.
von Walter BeyerleinProfil

Das Abbaugebiet „Zunderschlag“ im Bereich der Stadt Pressath liegt im Dreieck östlich der Kreisstraße NEW 22 und nördlich der Bundesstraße 470 gegenüber des Freizeitsees Dießfurt. Für den Nassabbau läuft das Genehmigungsverfahren beim Bergamt Nordbayern, das bei der Regierung von Oberfranken angesiedelt ist.

Den Freizeitsee nannte Bürgermeister Thorsten Hallmann in diesem Zusammenhang „eine gute Sache“, wenn nicht die Freizeitnutzung permanent „auf der Kippe“ stehen würde. Der jetzt geplante Nassabbau führe dazu, dass „ein Loch nach dem anderen“ angelegt werde, obgleich auch die Notwendigkeit des Kiesabbaus anerkannt werde, meinte Hallmann. Von der neuen Abbaufläche ausgehend befürchtet der Bürgermeister Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel, aber auch Belästigungen beim Abbau, eine drohende Amphibienwanderung, unabhängig der Biberproblematik, und generell die Schaffung eines Gewässers an der B 470. Das Gemeindeoberhaupt macht sich aber auch Sorgen um die Folgenutzung des Freizeitsees Dießfurt.

Diese Kritikpunkte machte sich der Gemeinderat per Beschluss einstimmig zu Eigen. Hallmann stellte auch die Planung für die Ausgleichsflächen vor, die auf dem Abbaugrundstück selbst liegen und in unterschiedlicher Art diese Fläche zu einem Biotop werden lassen sollen. In jedem Fall wird die Rodung des Waldes auf dem Abbaugrundstück notwendig.

Beim Bebauungsplan „Fachmarktzentrum Neue Amberger Straße“ geht die Gemeinde Schwarzenbach davon aus, dass dort neue Sortimente angeboten werden – dass es sich also nicht um Umverlagerungen innerstädtischer Geschäfte handelt. Dies hätte nämlich zur Folge, dass dann in diesem Bereich die Verkaufsflächen frei würden, heißt in der Stellungnahme der Gemeinde. Weil aber die angebotenen Sortimente im Fachmarktzentrum nicht klar bekannt sind, fordert die Gemeinde dringend eine Klärung der Anbieterstruktur. Bürgermeister Hallmann wies in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend deutlich auf die interkommunale Zusammenarbeit der Gemeinde mit der Stadt Pressath hin, die auch eine Erhaltung der Strukturen in dieser Stadt erfordert. Der Gemeinderat stimmte der Stellungnahme bei der Bauleitplanung der Stadt Grafenwöhr einstimmig zu.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.