18.05.2020 - 16:05 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Aus löchrigem Funknetz soll in Schwarzenbach dichte Versorgungsdecke werden

Die Handyversorgung und das Internet sollen in Schwarzenbach schneller werden. Im Gemeinderat steht dazu dien Entscheidung über einen mehr als 30 Meter hohen Mast an.

Markus Thumfart legt vor Bürgermeister Thorsten Hallmann den Amtseid als Gemeinderatsmitglied ab. Er übernimmt das bisher von Regina Götz ausgeübte Mandat in der FWG-Fraktion.
von Bernhard PiegsaProfil

Ein Netz heißt Netz, weil es Löcher hat – andernfalls hieße es Decke: Die Wahrheit dieses Spruches in Bezug auf Mobilfunk-Netze kann vermutlich jeder Schwarzenbacher Handynutzer bestätigen. Nun bestehen gute Chancen für eine flächen-deckende Funkversorgung der Gemeinde: Einstimmig erteilte der Gemeinderat dem Bauantrag der „Deutschen Funkturm GmbH“ für einen Sendeturm das gemeindliche Einvernehmen.

Den 33,90 Meter hohen Mast will das Münsteraner Unternehmen nördlich der Bundesstraße 470 zwischen dem Abzweig der alten Bundesstraße und der Pechhofer Kreuzung bauen. Wann damit begonnen wird, hängt vom Ablauf des Genehmigungsverfahrens ab. Auch die leitungsgebundene Fernmeldeversorgung soll sich dank des seit Mitte März laufenden bayerischen Gigabitrichtlinien-Förderprogramms verbessern. „Die Gemeinde könnte ein Glasfaser-Teilnetz selbst bauen, um es dann einem Netzbetreiber zur Nutzung anzubieten, und erhielte dafür einen 90-Prozent-Zuschuss“, erläuterte Bürgermeister Thorsten Hallmann.

Hierbei habe man vornehmlich jene Betriebe und Haushalte im Blick, denen zurzeit nur Leitungskapazitäten von höchstens 30 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stünden. Namentlich die Schule solle möglichst bald an die schnelle Strippe angeschlossen werden, hoffte Hallmann. Mit dem leistungsfähigeren Netz würden auch neue Verteilpunkte installiert, die als Anknüpfungspunkte für den weiteren Netzausbau taugten.

Entlasten will die Gemeinde alle Familien, deren Kinder „coronabedingt“ nicht die Mittagsbetreuung der Grundschule nutzen können: Die für April und Mai entrichteten Entgelte werden erstattet, für Juni wird keine Gebühr erhoben. Entgeltpflichtig bleibt lediglich die Notbetreuung, die laut Hallmann bisher von „ein bis zwei Schülern" in Anspruch genommen wurde.

Die Planung für die Kanalisationserneuerung in der Moossiedlung nimmt Fahrt auf, berichtete der Gemeindechef weiter. Mit einem Zuschuss könne die Gemeinde rechnen. Den Förderantrag für das Quartiersmanagement habe man fristgerecht eingereicht, das Stellenbesetzungsverfahren sei im Gange.

Das gemeindliche Einvernehmen wurde auch einem Bauantrag für ein Einfamilienhaus mit Carport in Pechhof/Kapellenweg und einer Bauvoranfrage für die Erweiterung eines Geräteschuppens in Pechhof erteilt. Mit Blick auf die Aufstellung des Bebauungsplans Max-Reger-Straße in Grafenwöhr und drei Bebauungsplanungsverfahren in Kemnath (Solarpark Höflas, Erneuerbare Energien Eibisch Solar, Kemnath Süd) beließen es die Gemeindevertreter bei der Feststellung, dass gemeindliche Belange nicht berührt würden.

Verkehrsüberwachung füllt keine Kassen:

Kommunale Verkehrsüberwachung als bequemes Patentrezept, die Gemeindekasse zu füllen? Dieses Vorurteil sei ebenso unausrottbar wie unrichtig, unterstrich Bürgermeister Thorsten Hallmann in der Gemeinderatssitzung. Für die vom „Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz“ ausgeführten Ordnungsdienste habe die Gemeinde von Januar bis März 2495 Euro ausgegeben.

Diesem Betrag stünden Einnahmen von 1505 Euro gegenüber. „Wir hatten also ein Minus von 990 Euro.“ Doch der Gewinn an Verkehrssicherheit insbesondere für Kinder und ältere Einwohner, auf den allein es der Kommune ankomme, rechtfertige diese Ausgabe. „Geahndet werden überwiegend nur noch kleinere Geschwindigkeitsüberschreitungen bis 20 km/h. Ausreißer, die mit 70 oder sogar 80 km/h in einer Tempo-30-Straße erwischt wurden, gibt es nicht mehr.“ (bjp)

Info:

Der neue Gemeinderat

Mit der Vereidigung von Markus Thumfart gehören dem Schwarzenbacher Gemeinderat an:

SPD-Fraktion: Anja Kirschsieper (Fraktionssprecherin, zweite Bürgermeisterin), Felix Bauernfeind, Richard Landgraf, Bernd Przetak, Martin Weber.

CSU-Fraktion: Ulrich Hösl (Fraktionssprecher), Alfons Przetak (dritter Bürgermeister), Andreas Kick, Johann Rupprecht jun.

Fraktion Freie Wählergemeinschaft (FWG): Sabine Thumfart (Fraktionssprecherin), Gerhard Melzner, Markus Thumfart.(bjp)

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