17.11.2019 - 15:50 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Quartier für alle Generationen in Schwarzenbach

Die Augen nicht vor dem demografischen Wandel verschließen, sondern als senioren- und generationsgerechte Gemeinde in die Zukunft gehen: Das ist Ziel der Schwarzenbacher Gemeindeverantwortlichen.

Dem alten Pfarrhof soll im "Quartierkonzept" für ein seniorengerechtes Schwarzenbach eine Schlüsselfunktion zukommen. An der benachbarten Bahnhofskreuzung (im Hintergrund) soll eine solarstrombetriebene Laterne für mehr Licht sorgen.
von Bernhard PiegsaProfil

Als Teilnehmerin am Beratungsförderungsprogramm "Marktplatz der Generationen" entwirft die Naturparkgemeinde eine Strategie, um die damit verknüpften Herausforderungen zu bewältigen. So solle eine Machbarkeitsstudie Akzente für alle Generationen bei der Neugestaltung des Gemeindezentrumsumfelds setzen, informierte Bürgermeister Thorsten Hallmann in der Gemeinderatssitzung. Auch wolle man die Beratungs- und Unterstützungsangebote für Senioren und die Vernetzung der ehrenamtlichen Arbeit ausbauen. Dieses Projekt laufe unter der Überschrift "Quartierkonzept", wobei "Quartier" schlicht für eine "Ansammlung bewohnter Häuser" stehe: "In diesem Sinne ist der Ort Schwarzenbach ein 'Quartier'."

Das künftige "Quartiermanagement" solle Anregungen im Hinblick auf drei Aspekte geben: zum Einen "Wohnen und Grundversorgung", was die seniorengerechte Wohnungsgestaltung einschließe, zum Anderen die "Verbesserung des Wohnumfelds" und schließlich die "Sicherung der Infrastruktur" mit besonderem Blick auf Geschäfte, medizinische Versorgung und öffentlichen Nahverkehr. "Schwarzenbach will barrierefreien Wohnraum schaffen", bekräftigte Thorsten Hallmann. Auch stehe außer Frage, dass die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen am besten im Miteinander der Generationen gelingen werde. In diesem Sinne begrüße und unterstütze die Gemeinde Initiativen wie die Selbsthilfe- und Solidargemeinschaft "Generationen Hand in Hand" (GeHiH).

Hilfe vom Staat

Ferner sollen Angebote wie ein "Nachbarschafts- oder Quartierstreff", ein "Offener Mittagstisch" sowie Bildungsangebote ausgebaut oder neu geschaffen werden: "Hier könnte unserem Bürger- und Kulturhaus eine Schlüsselfunktion zuwachsen." Dem Quartiermanagement unter Federführung eines sozialwissenschaftlich qualifizierten "Kümmerers" werde bei alledem eine "Lotsen- und Koordinierungsfunktion" zukommen. Der Freistaat werde die hierfür neu zu schaffende Stelle fünf Jahre lang mit je 20.000 Euro fördern, so dass der Gemeinde etwa 5000 bis 6000 Euro selbst zu tragen blieben. Der Gemeinderat gab grünes Licht für die Erarbeitung des grundlegenden "Quartierkonzepts" mit Unterstützung das Regenstaufer Beratungsbüro "Landimpuls" und für die Stellung eines Förderantrags.

Licht ins Dunkel

Mit einer solarstrombetriebenen Laterne an der Haltestelle für Busse in Richtung Weiden will die Gemeinde übergangsweise die Beleuchtungssituation an der Straßenkreuzung beim Bahnhof verbessern. "Nachts ist es dort stockdunkel", beklagte Bürgermeister Hallmann. Im Zuge der Kreuzungsneugestaltung, die in zwei bis drei Jahren vollzogen werden solle, wolle man ein neues Beleuchtungskonzept umsetzen. Fortführen wird die Gemeinde die bewährte Zusammenarbeit mit "Learning Campus". Auch 2020 wird die Teilnahme an einer erlebnispädagogischen Ferienprogrammwoche des Trabitzer Pädagogikdienstleisters mit 65 Euro bezuschusst. Heuer, so Hallmann, hätten vier Schwarzenbacher Kinder an insgesamt sechs Wochenprogrammen teilgenommen, so dass die Gemeinde 390 Euro an Zuschüssen gewährt habe.

Info:

Nicht auf schnellen Erfolg spekulieren

Nicht alles, was im Zuge des Projekts "Marktplatz der Generationen" ins Auge gefasst sei, müsse zu einem schnellen Erfolg führen, schätzte Bürgermeister Thorsten Hallmann. So sei das Echo auf die Idee eines "offenen Mittagstischs" mit günstigen Mahlzeiten bisher verhalten: "Es mag viele geben, die sich scheuen, öffentlich zeigen zu sollen, dass sie auf ein solches Angebot angewiesen sind."

Auf jeden Fall müsse sichergestellt werden, dass die Erreichbarkeit dieses und anderer Angebote nicht an Gebrechlichkeit und fehlender individueller "Automobilität" scheitere. Das geplante Anrufsammeltaxi ("Baxi") könnte eine Alternative bieten: "Immerhin sind im Gemeindegebiet vier Haltestellen in der Siedlung, in Pechhof, am Dorfplatz und an der Hohen Straße vorgesehen." Ein gemeindeeigener Bürgerbus werde demgegenüber wohl nicht zu verwirklichen sein: "Dazu wäre staatliche Förderung nötig, und die wird erst ab 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung gewährt." Eventuell ließe sich aber ein gemeinsames derartiges Projekt in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen organisieren. Hierzu werde man Gespräche mit den Partnergemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Pressath führen.

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