15.05.2020 - 10:24 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Schwarzenbacher halten eisern zusammen

Dass viele Schwarzenbacher in der Coronakrise Zeit für ihre Mitbürger investieren, freut Bürgermeister Thorsten Hallmann. An den Anfang der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats stellte er deshalb ein Lob für eine besondere Truppe.

In unermüdlicher Arbeit behebt der Schwarzenbacher Handarbeitskreis den Maskennotstand. Als Zeichen des Dankes übergibt Bürgermeister Thorsten Hallmann eine 500-Euro-Spende aus einer Zuwendung des Sozialministeriums an die Sprecherin der Gruppe, Ingrid Schmidt (stehend, rechts).
von Bernhard PiegsaProfil

Und zwar für eine Gruppe, deren Mitglieder "Tage und Nächte für ihre Mitmenschen opfern": den Schwarzenbacher Strick- und Handarbeitskreis.Die zehn Frauen, die seit vielen Jahren mit dem Erlös aus dem Verkauf selbstgestrickter und -genähter Textilien karitative Organisationen und Projekte unterstützen, sind in der Coronakrise alles andere als untätig: Unermüdlich nähen sie Schutzmasken, die im Dorfladen gegen eine Spende erhältlich sind. "Unsere Gemeinde hatte das Glück, aus dem Programm 'Unser soziales Bayern – wir halten zusammen' des Sozialministeriums eine Geldzuwendung zur freien Vergabe erhalten zu haben, und ihr habt verdient, daraus eine 500-Euro-Spende zu erhalten, damit dieses Engagement weitergehen kann", würdigte Hallmann die Arbeit der Frauen.

Deren Sprecherin Ingrid Schmidt freute sich über diesen willkommenen Geldsegen: "Wenn nach Begleichung unserer Kosten etwas übrig bleibt, wollen wir diesen Überschuss für einen sozialen Zweck verwenden." Hallmanns Dank galt auch dem Dorfladen, der gerade jetzt den Gemeindebürgern auf vielfältige Weise das Leben erleichtere. Dessen Aufbau habe insbesondere Regina Götz aktiv begleitet, die nun leider aus dem Gemeinderat ausscheide und der er für die stets angenehme und konstruktive Zusammenarbeit danke. Für sie rückte Markus Thumfart nach, den Hallmann vereidigte.

Noch eine weitere Änderung bringt die neue Wahlperiode: Mit Anja Kirschsieper (SPD) und Alfons Przetak (CSU) stehen künftig zwei stellvertretende Bürgermeister Thorsten Hallmann zur Seite. Der Gemeinderat teilte einhellig Hallmanns Einschätzung, dass das nicht nur "coronabedingt" gewachsene Aufgaben- und Terminpensum auf mehr Schultern verteilt werden sollte. Dies betreffe nicht allein die gemeindeinterne Arbeit, sondern auch die Notwendigkeit, die interkommunale Zusammenarbeit in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pressath und der "VierStädtedreieck"-Region zu intensivieren: "Wir müssen als Gemeinde und VG stärker und geschlossener auftreten, die Mitarbeit in Einrichtungen wie Solidargemeinschaft 'GeHiH', Volkshochschule und Energiegenossenschaften und die Kooperation mit übergeordneten Behörden wird sich aufwendiger gestalten."

Auch anspruchsvolle Vorhaben wie die vierte Etappe der Ortskernerneuerung, der Erwerb des Bahnhofsgeländes, die Kanalisationserneuerung oder die Modernisierung und Wasserrechtserneuerung der Kläranlage, die "nach rund 40 Jahren fast aus dem letzten Loch pfeift", erforderten intensive Verhandlungen, führte der Bürgermeister weiter aus. Parallel dazu sei ein tiefgreifender Umbruch in der Arbeit der Verwaltungsgemeinschaft im Gange: "Unsere Verwaltung wird in sechs Jahren anders dastehen als heute, und diese Veränderung ist vor allem in puncto Digitalisierung unumgänglich. Wir sollten hier Vorreiter sein und keinesfalls hinterherhinken."

Info:

Räte verzichten auf "Gehaltserhöhung"

25 statt 20 Euro Sitzungsgeld für die Mitglieder des Schwarzenbacher Gemeinderats: Dies sah der von der Verwaltungsgemeinschaft Pressath erarbeitete Entwurf einer neuen Satzung über die Regelung des Gemeindeverfassungsrechts vor. Doch davon wollten die Räte nichts wissen: Einstimmig billigten sie Ulrich Hösls (CSU) Vorschlag, auf diese "Gehaltserhöhung" zu verzichten, weil die Gemeinde gerade in der derzeitigen Krisensituation jeden Euro gut brauchen könne.

Als Mitglieder der beratenden Ausschüsse wurden auf Vorschlag der Fraktionen berufen: Bau- und Grundstücksausschuss: Andreas Kick, Alfons Przetak (beide CSU); Anja Kirschsieper, Bernd Przetak (beide SPD); Markus Thumfart (Freie Wählergemeinschaft/FWG). Finanzausschuss: Ulrich Hösl, Johann Rupprecht jun. (beide CSU); Richard Landgraf, Martin Weber (beide SPD); Sabine Thumfart (FWG). Rechnungsprüfungsausschuss: Ulrich Hösl (CSU); Martin Weber (SPD); Gerhard Melzner (FWG). Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses ist Ulrich Hösl, den beiden anderen Ausschüssen steht erster Bürgermeister Thorsten Hallmann vor.

Ferner entsendet die Gemeinde in die Versammlung der Verwaltungsgemeinschaft Pressath Andreas Kick und Sabine Thumfart (die SPD verzichtete auf ein Mandat zugunsten der FWG). Den Versammlungen der Schulverbände Parkstein und Pressath gehört nur Bürgermeister Hallmann an, der aufgrund seines Amtes auch Mitglied der Verwaltungsgemeinschaftsversammlung ist.

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