Unterschriften unter den Kooperationsvertrag für die neue Rettungsdienststation in Schwarzenbach

Schwarzenbach bei Pressath
21.09.2022 - 12:17 Uhr

Zentrale Lage an der B 470 zwischen Weiden und Eschenbach, Nähe zum Truppenübungsplatz und zu großen Unternehmen: An Arbeit wird es dem Rettungsteam, das ab 2023 für zunächst zwei Jahre Quartier in Schwarzenbach bezieht, wohl nicht mangeln

Schnellere Hilfe dank kürzerer Einsatzwege: Mit der neuen Rettungsdienststation in Schwarzenbach schließen der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz (ZRF) und das Regensburger Dienstleistungsunternehmen RKT Rettungsdienst eine empfindliche Lücke im Netz der nordoberpfälzischen Einsatzfahrzeug-Standorte.

„Wir haben vor einem guten Jahr festgestellt, dass die 80-Prozent-Fahrzeugerreichungsgrenze im Versorgungsbereich der Rettungswache Eschenbach nicht mehr gegeben war“, motivierte ZRF-Geschäftsleiter Alfred Rast bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags im Schwarzenbacher Bürger- und Kulturhaus den Entschluss, das Netz der Notfalldienststationen enger zu knüpfen. In weniger als 80 Prozent aller Einsätze habe der Rettungswagen also innerhalb der gesetzlich geforderten zwölf Minuten den Einsatzort erreicht.

Einsatzschwerpunkt Grafenwöhr

Von Schwarzenbach aus ergäben sich deutlich verkürzte Einsatzwege insbesondere zum Truppenübungsplatz sowie zu den Gemeinden und Orten Parkstein, Grafenwöhr, Pressath und Kaltenbrunn: „Das bedeutet eine erhebliche Verbesserung für die Bevölkerung in der Region.“ Der in Schwarzenbach stationierte Rettungswagen werde voraussichtlich „rund 1000 Einsätze im Jahr haben, also etwa drei pro Tag“, schätzte Rast.

Einsatzschwerpunkt werde dabei wahrscheinlich Grafenwöhr sein, wo allein auf dem Truppenübungsplatz etwa 300 „Notfallereignisse“ jährlich verzeichnet würden: „Die Amerikaner haben in der Regel weder Sanka noch Rettungshubschrauber, und unsere Rettungsteams sind oft zur Versorgung erkrankter oder verletzter Soldaten und ihrer Angehörigen dort. Deshalb ist uns dieser neue Standort sehr wichtig, für den sich die Verbandsversammlung im Februar ausgesprochen hat.“

Die Kostenträger, so Alfred Rast weiter, hätten diese Entscheidung zunächst für einen zweijährigen Probebetrieb gebilligt. Der Schwarzenbacher Rettungswagen werde täglich von 8 bis 20 Uhr die Rettungswachen in Eschenbach und Weiden unterstützen, was den Bereitschaftszeiten der 2017 beziehungsweise 2019 in Betrieb gegangenen Stützpunkte in Griesbach und Wernersreuth entspreche. Mit RKT sei erstmals ein privater Dienstleister Kooperationspartner des ZRF: „Im Ausschreibungsverfahren hat sich dieses Unternehmen als wirtschaftlichster Bieter durchgesetzt.“

"Interimsbetrieb im Bürgerhaus" möglich

Als wichtigen Beitrag zu einem leistungsfähigeren Gesundheitswesen in einer „wirtschaftlich dynamischen“ Region mit wachsender Bevölkerungszahl würdigte der Tirschenreuther Landrat und ZRF-Vizevorsitzende Roland Grillmeier die neue Rettungsdienststation.

Schwarzenbachs Bürgermeister Thorsten Hallmann begrüßte die Einrichtung als wertvolle Abrundung des lokalen und regionalen „Portfolios“. Der Gemeinderat habe das gemeindliche Einvernehmen für das Bauvorhaben erteilt, für das die Kommune ein von ihr erworbenes Grundstück an der „Pechhofer Kreuzung“ zur Verfügung stelle. Zwar rechne er mit einer unbürokratisch-zügigen Bearbeitung des Bauantrags durch das Landratsamt Neustadt/WN: „Wir sind aber bereit, für die ersten Monate einen Interimsbetrieb im Bürgerhaus zu gewährleisten.“

Vorerst in Container und Zeltgarage

„Wir freuen uns auf Schwarzenbach“, signalisierte RKT-Geschäftsführer Jürgen Zosel. Sein 1993 gegründetes, auf Notfallrettung und qualifizierten Krankentransport sowie Organ- und Knochenmarktransporte spezialisiertes Unternehmen beschäftige zurzeit 350 Mitarbeiter.

Für die zweijährige Probezeit bis Ende 2024 werde die Station Schwarzenbach vorerst in einem Container für Büro und Materiallager sowie in einer Zeltgarage untergebracht: „Aber wir hoffen natürlich, dass der Standort darüber hinaus bestehen bleibt und wir in zwei Jahren bei der weiteren Ausschreibung erfolgreich sein werden." Deshalb werde "schon jetzt mit der Planung für feste Bauten“ begonnen.

Alfred Rast merkte noch an, dass die Zweckverbände Nordoberpfalz und Amberg voraussichtlich zum Jahresbeginn 2023 zusammengeschlossen werden: „Der Ministerrat hat bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst; nun muss noch der Landtag entscheiden.“

 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.