10.03.2020 - 12:08 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Auf dem Weg zur generationengerechten Gemeinde: Schwarzenbach stellt Quartiersmanager ein

Kurz vor Ende seiner Amtszeit feiert der Schwarzenbacher Gemeinderat eine Premiere: Erstmals tagt das Kommunalparlament im Bürgersaal des frisch eingeweihten Bürger- und Kulturhauses.

Premiere kurz vor Schluss der Amtszeit: Erstmals tagt der Schwarzenbacher Gemeinderat im Bürger- und Kulturhauses, ehemals alter Pfarrhof. Zu den ersten Beschlüssen gehört die Weichenstellung für das "Quartiersmanagement".
von Bernhard PiegsaProfil

Ganz so spektakulär, wie es die Tagesordnung erwarten ließ, fiel dieses erste Mal allerdings nicht aus: Weil eine wichtige Stellungnahme des Luftfahrt-Bundesamts noch ausstand, musste der erste Tagesordnungspunkt, die neuerliche Beratung über die Pläne für die Freiluft-Photovoltaikanlage "Hirtweiher", zurückgestellt werden.

Gleichwohl mangelte es den Gemeindevertretern nicht an Beratungsstoff. Einstimmig war das Gremium dafür, den Förderantrag für die neu zu schaffende Stelle des "Quartiersmanagements" (QM) zu stellen. Ein Sozialwissenschaftler soll während eines fünfjährigen Zeitraums in einer Lotsen- und Koordinierungsfunktion Schwarzenbachs Weg hin zu einer generationengerechten Gemeinde begleiten. Auf diese Weise wolle man sich den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen, für die tendenziell schrumpfende Zahl junger Menschen Anreize zum Hierbleiben schaffen und der wachsenden Zahl älterer Bürger ein so lange wie möglich selbstbestimmtes Leben ermöglichen, betonten Bürgermeister Thorsten Hallmann und die Ratsmitglieder.

An Ideen fehlt es schon jetzt nicht, wie das von der Gemeinde vorgelegte 14-seitige Konzeptpapier zeigt. Wichtige Schritte in die richtige Richtung seien mit dem Dorfladen, den für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen verfügbaren Hilfsangeboten, dem weitgehend barrierefreien Ortskern und den "Baxi"-Haltestellen bereits vollzogen, merkte Hallmann an. Doch bleibe noch einiges zu tun, wobei die Ideenpalette von Mitfahrbanken über neuartige Beratungs- und Betreuungsangebote und den Umbau eines Spielplatzes zu einem Mehrgenerationentreffpunkt bis hin zu erschwinglichen seniorengerechten Wohnungen reiche.

Erfreulicherweise, so Hallmann, fehle es nicht an Partnern, mit denen man gemeinsam solche neuen Wege beschreiten könne. Außer der Gemeinde und ihrem Seniorenbeauftragten stünden die Selbsthilfegemeinschaft "GeHiH" (Generationen Hand in Hand), die Pfarrei, die Vereine, ein privater Betreuungsdienst sowie die Kindertagesstätte und die Schule bereit. Zudem baue man auf die Vernetzung mit Nachbargemeinden und dem Landkreis. Zu den Kosten des Quartiersmanagements ließ Hallmann wissen, dass die QM-Stelle vier Jahre lang – von Oktober 2020 bis September 2024 – mit einem gut 80-prozentigen Landeszuschuss gefördert werde: "Bei einer Stelle mit 15 Stunden Wochenarbeitszeit bedeutet das, dass von voraussichtlich 97.800 Euro Kosten 80.000 Euro aus Fördermitteln kommen werden." Nach Ablauf dieser Zeit werde die Gemeinde den QM-Beauftragten noch ein weiteres Jahr lang auf eigene Kosten weiterbeschäftigen: "Das ist Förderbedingung."

In Grenzen werden sich für die Gemeinde auch die Kosten des Beschilderungssystems halten, das noch heuer verwirklicht werden soll. Von den voraussichtlich aufzuwendenden 10.000 Euro dürften laut Hallmann 9.000 durch einen Zuschuss aus Mitteln des "Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts VierStädtedreieck" (ILEK) gedeckt werden. Der Gemeinderat ermächtigte den Bürgermeister die Ermächtigung, einen Förderantrag zu stellen.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.