Schwarzenfeld
12.12.2025 - 18:06 Uhr
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Alte Mauern, neuer Kern: So läuft die Sanierung der Turn- und Schwimmhalle in Schwarzenfeld

Das 25-Meter-Becken, die Mauern und ein Trennvorhang: Das ist momentan alles, was von der Turn- und Schwimmhalle in Schwarzenfeld noch übrig ist. Doch ab jetzt geht es aufwärts – für fast neun Millionen Euro.

Das alte Walmdach ist weg, ein Flachdach ist jetzt angesagt. Der Rohbau in der Bahnhofstraße 18 in Schwarzenfeld ist bereit für eine Rundum-Erneuerung. Vor dem Gebäude lagert schon das Glas für neue Fenster. Bereits im Herbst sollen Schwimmer hier wieder ihre Bahnen ziehen, während ein Stockwerk höher fleißig geturnt wird. Das Bauwerk aus dem Jahr 1969, elementar für den Sportunterricht in der benachbarten Schule, steckt mitten drin in einer Kernsanierung. Beim Richtfest ist nun Zeit für eine Zwischenbilanz, denn der Rückbau ist abgeschlossen.

Viele Schwarzenfelder, aber auch kleine und große Badegäste aus der Umgebung haben hier im Hallenbad das Schwimmen gelernt. „Ich gehöre auch dazu“, berichtet Bürgermeister Peter Neumeier, der sich noch gut an den Unterricht bei Sportlehrer Konrad Mauderer erinnert. Solche Möglichkeiten wollte man in Schwarzenfeld trotz hoher Kosten für eine Sanierung nicht untergehen lassen. Auf 8,8 Millionen Euro ist die Summe aktuell veranschlagt. „Ohne Schweißtropfen auf der Stirn des Kämmerers“ könne man das nur dank einer beträchtlichen Förderung schultern, gesteht der Bürgermeister und zählt auf, aus welchen Töpfen Gelder fließen: 4,2 Millionen Euro steuert der Freistaat bei, 1,6 Millionen Euro der Bund, 600.000 Euro die Karl-Knab-Stiftung. Bleiben rund 2,5 Millionen Euro für den Markt, verteilt auf mehrere Haushaltsjahre.

Günstiger und nachhaltiger

"Ein Neubau wäre viel teurer gewesen. Wir haben uns den Rohbau gespart, und nachhaltiger ist die Generalsanierung auch", stellt Bürgermeister Neumeier mit Blick auf die vielen Kubikmeter Beton klar, die bleiben. Baubeginn war im April. "Neben der Schule und und dem Wasserhochbehälter, ist das einer der größten Brocken für die Marktgemeinde in den vergangenen zehn Jahren", so Tobias Reitmeier, der in der Gemeinde für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Bauamtsleiter Stefan Bartl-Schöls zählt auf, was alles neu wird: Die Turnhalle bekommt einen separaten Eingang. Nur die Schwimmhalle ist künftig von der Südseite aus zugänglich. Das Walmdach wird von einem Flachdach mit Photovoltaik-Anlage abgelöst, und auch die Fassade wird saniert. Im Inneren werden Lüftung, Heizung und Elektroleitungen erneuert. „Die Turnhalle bekommt einen neuen Sportboden und eventuell sogar eine Boulder-Wand“, berichtet der Bauamtsleiter. „Nur der Trennvorhang, der es erlaubt, einen Teil der Halle im ersten Stock abzukoppeln, sei noch gut. „Auch da kann man schnell mal 10.000 Euro sparen“, gibt Reitmeier gegenüber Oberpfalz-Medien zu bedenken.

Neuer Raumzuschnitt

Das gilt auch für das 25-Meter-Becken, das Herzstück der Schwimmhalle, vor nicht allzu langer Zeit bereits saniert. Zum Schutz vor Schäden durch den Umbau bleiben die Bodenfliesen dort noch eine Weile abgedeckt. Was die Umkleiden und weitere Funktionsräume betrifft, spricht Bartl-Schöls von vielen neuen Wegen und einem ganz neuen Raumzuschnitt. „Die Abbrucharbeiten sind abgeschlossen, alle Schadstoffe beseitigt, es gibt neue Kanäle, neue Wände, neue Decken“, so das Update von Architekt Markus Maier. Statische Bauteile wurden ertüchtigt, die ganze Technik galt es neu zu installieren. Jetzt sei das Bauwerk wieder für die nächsten 50 Jahre gerüstet. „Wir lassen das Gebäude nicht sterben“, so der Architekt nicht ohne Stolz.

An den neuen Grundriss werden sich in einem Jahr auch die Schüler gewöhnen müssen. Denn für über 40 Klassen steht hier normalerweise Sport auf dem Stundenplan. Damit der Nachwuchs nicht aus der Übung kommt, wird während der Bauphase auf die Dreifach-Halle im Sportpark ausgewichen. „Da mussten alle ganz schön zusammenrücken“, schildert Reitmeier die nicht ganz einfache Umquartierung für Vereine und die Schule. Neben dem Schulsportgelände wurde eigens eine Bushaltestelle eingerichtet, damit die Schüler nicht auf den Sportunterricht verzichten müssen.

„Zehn Gewerke sind vergeben, sieben Millionen Euro dafür schon verplant“, beleuchtet Neumeier die verwaltungstechnische Seite und möchte bei diesem Zwischenstand lieber noch keine großen Reden schwingen. „Wir haben die Option, die zehn Millionen Euro zu knacken, noch vor uns“, sagt er mit einem skeptischen Blick auf Kosten, die nicht abzusehen seien. Immerhin habe man aus der Schulsanierung viel gelernt, was bei einem zügigeren Verfahren helfe.

Wenn neben dem Glas auch die Rahmen für die Fenster da sind, ist das Gebäude schon mal winterfest. Mit einer Montage wird Anfang Januar gerechnet. „Wir liegen aktuell gut im Zeitplan“, sind die Mitarbeiter der Verwaltung sicher. Davon geht auch Architekt Maier aus: „Ich bin optimistisch, dass wir im Herbst die Sportler und Badegäste wieder hier begrüßen dürfen.“

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