18.06.2019 - 16:33 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Betonanlage stößt auf Ablehnung

Hohes Verkehrsaufkommen, verbunden mit Lärm und Abgasen, sind der Preis für den Kiesabbau in der Gemarkung Frotzersricht. Eine weitere Transportbetonanlage will die Bevölkerung nicht hinnehmen.

Die Hertzstraße im Industriegebiet West soll um 70 Meter verlängert werden. Hier entsteht die neue Atemschutzübungsstrecke.
von Richard BraunProfil

Es kommt selten vor, dass 20 Zuhörer eine Sitzung des Bau- und Umweltausschusses besuchen. Der Punkt drei der Tagesordnung war aber brisant: Bauantrag auf Errichtung einer mobilen Transportbetonanlage auf dem Grundstück Flurnummer 1511/0 Gemarkung Frotzersricht. Für die Bewohner der Morgenlandstraße und der Orte Deiselkühn und Irrenlohe ist dies nicht hinnehmbar. Schon jetzt hätten die Belästigungen ein Ausmaß erreicht, das an das "Unerträgliche" grenzt.

Das Projekt

Bürgermeister Manfred Rodde brachte die Beschreibung des Antragstellers, die Firma Cemex, zu Gehör: "Der Werksverkehr findet Werktags von 6 Uhr bis 22 Uhr statt. Die Anlage wird im Zwei-Schicht Betrieb gefahren. Es wird von einer Tagesproduktion von 500 Kubikmeter ausgegangen, die mit 84 Fahrmischerfahrten pro Tag abtransportiert werden. Hinzu kommen noch sechs bis sieben Silozüge, die Bindemittel anliefern. Durch die Produktion fallen keine Abfallstoffe an."

Das Baugrundstück liegt im Außenbereich und befindet sich im festgesetzten Überschwemmungsbereich der Naab. Bei der Errichtung einer mobilen Betonmischanlage handelt es sich nicht um ein privilegiertes Vorhaben, das öffentliche Belange nicht beeinträchtigt und dessen Erschließung gesichert ist. Das Vorhaben wäre somit genehmigungsfähig. Die seit Jahren immer wieder beanstandete Zufahrtssituation zum Betriebsgelände des Betonwerkes Schatz durch ein Wohngebiet oder über Deiselkühn/Irrenlohe wird sich durch den zusätzlichen Fahrverkehr von täglich 90 Lkw-Fahrten verschlechtern.

Nur drei Räte dafür

Der Betreiber teilte allerdings mit, dass diese Fahrten nicht zusätzlich anfallen, da der Abtransport des Rohkieses zum Betonwerk entfällt. In früheren Zeiten war der Fahrverkehr aufgrund des stärkeren Kiesabbaus vermutlich höher, als er sich derzeit darstellt. Diese Darstellung fand bei den Mitgliedern wenig Glauben. Das Für und Wider wurde im Gremium heftig diskutiert. Schnell zeigte sich, dass sich eine Mehrheit gegen das Bauvorhaben ausspricht. Bürgermeister Rodde formulierte als Beschlussvorschlag, dem Bauvorhaben das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Nur drei Räte sprachen sich dafür aus. Sechs Räte erteilten dem Bauvorhaben eine Absage.

Wesentlich unproblematischer stellte sich der nächste Punkt der Tagesordnung dar. Im Gewerbegebiet West soll die Hertzstraße weiter ausgebaut werden. Für die Erschießung des Grundstückes, auf dem die geplante Atemschutzübungsstrecke und -werkstatt gebaut wird, ist die Verlängerung der Hertzstraße um 70 Meter notwendig. Später soll hier auch der neue Bauhof entstehen. Die Planung für den Ausbau der Straße inklusive Wasser- und Kanalarbeiten wurde für 36 700 Euro an das Ingenieurbüro Weiß vergeben. Die Bauleistungen sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden. Die Ausführung ist für das kommende Frühjahr geplant.

Bürgermeister Manfred Rodde gab eine Reihe von Bauanträgen bekannt, denen das gemeindliche Einvernehmen bereits erteilt worden ist. In der Max-Plank-Straße beantragt ein Bauherr ein Genehmigungsfreistellungsverfahren für den Neubau einer Gewerbehalle mit Büro und Lagerhalle. In der Molkereistraße sollen ein Tankfundament und zwei Joghurtprozesstanks gebaut werden. In der Cäciliiastraße will ein Bauherr eine Garage und eine Lagerhalle wieder aufbauen, die ein Brand vernichtet hat.

In der Äußeren Ringstraße soll ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage entstehen. Ebenfalls ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage soll im Forstweg gebaut werden. Ein Antrag auf Tektur lag für die Aufstockung eines Multifunktionsgebäudes und der Werkstatt mit Aufstellung von Bürocontainern in der Molkereistraße vor, ein weiterer für das Bechtel Logistik- und Konfektionierzentrum in der Siemensstraße.

Beim jetzigen Betonwerk Schatz soll eine mobile Transportbetonanlage gebaut werden. Das Vorhaben stößt auf heftigen Widerstand seitens der Anlieger.
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