09.08.2020 - 12:33 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Bildungsprogramm trotz Corona

Die Ortsbäuerinnen lassen sich nicht unterkriegen. Gemeinsam mit dem Bauernverband planen sie in Schwarzenfeld ein Bildungsprogramm für den Kreisverband, Corona hin oder her.

BBV-Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann (links) besprach mit den Ortsbäuerinnen das Bildungsprogramm unter erschwerten Bedingungen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

„Wir werfen die Flinte nicht gleich ins Korn“, ermutigte Sabine Schindler die Ortsbäuerinnen bei einer Versammlung am Donnerstag im Saal der Miesberggaststätte. Die Kreisbäuerin will den Rahmen nutzen, der ihr in der Corona-Krise bleibt.

Die Teilnehmerzahl war begrenzt. Die 40 Bäuerinnen beachteten die Hygienevorschriften und verteilten sich auf Einzeltische. „Wie bei einer Prüfung“, schmunzelte BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann beim Blick in die Runde. Statt „Prüfungsblätter“ servierte er ihnen „Salatblätter-Variationen“. Bei einem „Arbeitsessen“ besprachen die Teilnehmerinnen das Bildungsprogramm für die Herbst- und Wintermonate und kamen überein, keine Veranstaltungen auf Ortsebene anzubieten, sondern sie auf Kreisebene auszuweiten. Schwerpunkte sollen die Themen „Haushalt, Gesundheit, Kultur und Digitalisierung“ sein.

Die Vertreterin des Landwirtschaftsamtes Nabburg, Annemarie Frank, informierte über die geplante Neuausrichtung der bayerischen Landwirtschaftsämter, von der auch der Standort Nabburg betroffen sei. Allerdings nicht der Bereich „Hauswirtschaft“, der im bisherigen Umfang aufrechterhalten bleibe und weiter Kurse und Lehrgänge anbiete. Der Vertreter des „Sozialversicherungsträgers Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau“ (SVLFG), Anton Zizler, warnte die Bäuerinnen, in dieser Trockenzeit alleine in den Wald zu gehen. Herabbrechende dürre Äste könnten zur Gefahr werden. „Es kommt immer wieder zu schweren, ja tödlichen Unfällen“, sagte der Referent und mahnte die Frauen zur Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.

Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes versteht sich als Einrichtung der allgemeinen Erwachsenenbildung für Menschen in Landwirtschaft und im ländlichen Raum und wird vom Bayerischen Bauernverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts getragen.

Um möglichst nahe bei den Menschen zu sein, ist das Bildungswerk bayernweit bis in kleinste Ortschaften hinein aktiv. „Corona zwingt uns zu einer Neuausrichtung“, erklärt BBV-Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann. Bildungsarbeit sei aber wichtig zur zukunftsträchtigen Gestaltung des ländlichen Raums, zur Erhaltung lebendiger Strukturen in den Dörfern und zur Festigung der Solidarität innerhalb der Landwirtschaft im ländlichen Raum. Dadurch entstünden wertvolle soziale Bindungen innerhalb der Dorfgemeinschaft und der Generationen. Gelungenes Lernen finde dann statt, wenn neues Wissen und neue Fähigkeiten im Alltag, im Beruf, in der Familie oder persönlich umgesetzt werden können, so Wittmann.

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