Zukunftsvisionen in Buchtal: Mit der Inbetriebnahme eines neuen Rollenofens und Plänen für einen Innovations- oder Industriepark macht die Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG den Standort Schwarzenfeld fit für kommende Herausforderungen. Die Investition ist auch ein Bekenntnis zum Standort Buchtal.
Die momentane Energiekrise trifft ein energieintensives Unternehmen wie den Keramikhersteller freilich besonders. Ziel ist es deshalb, die Produktion effizienter zu gestalten. Ein Schritt dazu ist der Austausch eines Rollenofens. In den Öfen werden die Fliesen gebrannt – hier herrschen Spitzentemparaturen bis 1260 Grad Celsius. Der Vorteil des neuen Rollenofens 06: Er ist energiesparender. Ein Wärmetauscher führt warme Abgase zurück in den Ofen oder tauscht sie in ein anderes Medium wie Wasser. "Dadurch sparen wir im Jahr acht Millionen Kilowattstunden Gas ein", erklärt Werksleiterin Heike Koltes. Das entspricht 1600 Tonnen CO2 und dem Energieverbrauch von etwa 450 Haushalten.
In Zukunft effizienter arbeiten
Während des laufenden Betriebs wurde der alte Ofen abgebrochen und der neue aufgebaut. Der spart laut Koltes nicht nur Energie. Vom kleinsten bis zum größten in Buchtal gefertigten Format – 14,4 Mal 14,4 Zentimeter bis 60 Mal 180 Zentimeter – kann der Ofen jede Fliese brennen. Zudem verfüge er über die neueste Steuerung und Software. Der Ofen könnte außerdem auch zum Teil mit Wasserstoff betrieben werden, wenn Buchtal in Zukunft vom Erdgas auf diese Heiztechnik umstellen würde. Ein neuer Ofen sei jedoch nicht der einzige Weg, um Energie zu sparen, erklärt Koltes. Fliesen mit geringerer Stärke brauchen etwa weniger Zeit im Ofen, weshalb gerade bei neuen Linien auch darauf geachtet wird. Der Bezug regionaler erneuerbarer Energie ist dagegen bisher noch nicht zustande gekommen: Das Werk Buchtal wollte Strom aus einer Erweiterung einer Photovoltaik-Anlage in Hartenricht beziehen. "Die technischen Voraussetzungen zum Bezug des Stroms haben sich verzögert und so konnte bisher keine Anschlussfähigkeit an die PV-Anlage hergestellt werden", erklärt Pressesprecherin Gabriele Busse dazu.
Für die Zukunft hat das Unternehmen noch weitere Pläne für den Standort in Buchtal. "Das Gelände ist historisch gewachsen", sagt Heike Koltes. Die große Fläche werde daher nicht unbedingt effizient genutzt. Das soll sich ändern. Die Idee: Ein Industrie- oder Innovationspark, in dem sich auch andere Unternehmen ansiedeln. "Da sind wir momentan mit Partnern in Diskussionen und suchen Kooperationen und Synergien mit anderen Industrien", so Koltes.
Zahlreiche Herausforderungen
Vorstand Dieter Schäfer spricht die Herausforderungen an, die sich dem Unternehmen stellen. Neben dem Thema Energie ist das auch der Fachkräftemangel. Erstes Ziel müsse es sein, die Produktion am Standort wirtschaftlich und damit energieeffizient aufzustellen. "Um das halbwegs zu erreichen, müssen wir an sieben Tagen drei Schichten arbeiten", so Schäfer. Gerade sei es allerdings so, dass die Bauindustrie stockt und sich das natürlich auch auf den Absatz der Steinzeug Cremer & Breuer AG auswirkt und damit auf die Auslastung der Produktion. "Das ist ein Riesenproblem. Jeder wartet ab, diese Hängepartie ist für uns ganz schwierig. Das ist auch eine Belastung für den Arbeitnehmer", erklärt er. Das hat auch Folgen bei der Suche nach Fachkräften. Ein Umfeld wie im Werk, wo bei teils 45 Grad gearbeitet wird, steht nicht bei allen Fachkräften ganz oben auf der Agenda. In der aktuellen Situation wird die Suche nach Fachkräften aber noch schwieriger. Auch das Jahr 2024 wird Schäfers Einschätzung nach sicher noch von der Baukrise geprägt sein. "Momentan ist eine schwierige Zeit, aber wir kommen weiter." Eigentlich sei derzeit der "falscheste Zeitpunkt, zu investieren", wie mit dem neuen Rollenofen geschehen. "Aber wir hoffen auf das Beste und sehen in der Krise immer auch Chancen." Buchtal bescheinigte der Vorstand, sei ein "top Standort", an dem Zusammenhalt groß geschrieben werde. Deshalb solle dieser auch weiterentwickelt werden. Ein Dank Schäfers ging auch an die Politik im Landkreis Schwandorf für die Unterstützung.
Zur symbolischen Inbetriebnahme des Rollenofens 06 war nämlich eine Abordnung des CSU-Ortsverbandes Schmidgaden, die Bürgermeister Josef Deichl (Schmidgaden) und Christian Ziegler (Fensterbach) sowie der stellvertretende Landrat Jakob Scharf, Landtagskandidat Matthias Meier und Landtagsabgeordneter Alexander Flierl gekommen. Die Politiker hoben die Bedeutung von Buchtal für die Region hervor und freuten sich, dass der Standort ausgebaut werden soll. Viele Bürger, darunter einige ehemalige "Buchtaler", hatten die Einladung zu der Veranstaltung ebenso wahrgenommen und die Möglichkeit zu einer Betriebsbesichtigung genutzt.
Werk Buchtal
- Gründung: Start des keramischen Standorts Buchtal 1937 mit der Produktion von Klinkern
- Name: geht auf Flurname zurück
- Gliederung: Grundfliesenwerk für Fassade und Bodenfliesen, Werk für Schwimmbadformteile, Werk für Spaltplatten, Weiterverarbeitung Schneiden und Rektifizieren, Versand/ Lager
- Mitarbeiter: 500 Mitarbeiter (1080 in der Gruppe Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer)
- Produkte: Steinzeugfliesen/Feinsteinzeugfliesen in den Produktgruppen Boden, Treppenstufen, Fassaden, Rechteckrohre/Lamellen, Labortische, Spaltplatten sowie Schwimmbadformteile















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