04.02.2020 - 16:07 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Evangelische rücken zusammen

"Nummer 1" steht auf dem Titelblatt. Das bezieht sich nicht nur auf die Heftnummer in diesem Jahr, sondern hat auch eine symbolische Bedeutung: Es ist der erste Gemeindebrief dreier evangelischer Kirchengemeinden miteinander.

Nicht immer ist die Kirche so gut gefüllt wie bei diesem ökumenischen Gottesdienst in der Christuskirche. Pfarrerin Heidi Gentzwein (im Hintergrund) und ihre Mitarbeiter werden künftig an Sonntagen nicht nur in Schwarzenfeld, sondern abwechselnd auch in Nabburg und Pfreimd Gottesdienste anbieten.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Pfarrerin Heidi Gentzwein ist nach dem Weggang ihrer Kollegin Irene Friedrich aus Nabburg Ende Januar für gleich drei Kirchengemeinden zuständig – Schwarzenfeld, Nabburg und Pfreimd. „Wir hoffen sehr auf das Verständnis unserer Gemeindeglieder und sehen die neue Situation auch als Chance,“ sagt sie, „und so werden wir schon während der Vakanzzeit noch enger zusammenrücken“. Die Schwarzenfelder evangelische Pfarrerin wird bei der Vertretung im Pfarramt Nabburg von dem Pfarrersehepaar Schlinke aus Oberviechtach unterstützt. Konfirmandenunterricht, „Klingende Runde“ und anderes finden jetzt schon gemeinsam für Nabburg, Pfreimd und Schwarzenfeld statt. Nötig sei überdies eine noch engere Zusammenarbeit bei Veranstaltungen und dem Gemeindebrief.

Wie das aussieht, zeigt sich beim ersten Gemeindebrief der neuen Ära. Er trägt die drei Ortsnamen im Titel und bietet der Pfarrerin die Gelegenheit, die Situation zu erklären und sich den Gläubigen nördlich von Schwarzenfeld vorzustellen. „Seit 1982, als ich mein Gemeindepraktikum während des Studiums bei Pfarrer Hupfer verbrachte, bin ich der Gemeinde Nabburg/Pfreimd verbunden“, schreibt sie. Auch ihr Vikariat von 1984 bis 1986 habe sie dort verbracht – „und immer noch viele schöne Erinnerungen, vor allem an liebe Menschen“. Seit 1989 lebt Heidi Gentzwein mit ihrer Familie in Schwarzenfeld. Seit 2004 ist sie dort Gemeindepfarrerin. Ihre Kinder gehen inzwischen ihre eigenen Wege „und so begleitet und unterstützt mich mein Mann Werner, der bereits in Pension ist“.

Die 60-Jährige ist jetzt zum zweiten Mal Vakanzpfarrerin. Allerdings sei diesmal die Situation eine etwas andere: „Denn die Zeichen weisen sehr auf eine Zusammenlegung mehrerer kleiner Gemeinden hin.“ Die letzte Landessynode habe beschlossen, dass eine Pfarrstelle rund 1500 Gemeindeglieder betreuen soll "und die Zukunft wird zeigen, wie viele Stellen von Hauptamtlichen im östlichen Dekanat überhaupt noch genehmigt werden".

Der erste gemeinsame Gemeindebrief ist „ein weiterer Schritt auf diesem Weg“ – neben dem gemeinsamen Konfirmandenunterricht, der Klingenden Runde und dem Gemeindeausflug. „Ich empfinde es als große Chance, mehr Veranstaltungen und Gottesdienste gemeinsam zu bewerben und zu besuchen und über Gemeindegrenzen hinaus zu schauen“, versichert sie. Aber: „Die Reduzierung von drei auf zwei Gottesdiensten bei drei Kirchen wird für die treuen Gottesdienstbesucher eine große Umstellung.“ Hier hoffe sie auf Verständnis und die Bereitschaft, beim Mittagessen neue Wege zu gehen (Spätgottesdienste um 10.30 Uhr) oder eben in der Nachbargemeinde den Frühgottesdienst um 9.15 Uhr zu besuchen. „Sicher wird es anfangs noch Probleme oder Missverständnisse geben, aber gemeinsam werden wir es schaffen“, ist sich die Pfarrerin sicher.

Ein „großes Dankeschön“ habe sich das Pfarrersehepaar Ruth und Norbert Schlinke aus Oberviechtach verdient, die in der Vakanzzeit die Kasualien übernehmen. Wer also eine Taufe, Trauung oder Beerdigung anmelden will, soll sich dort melden (Telefon 09671/1533 und Mail pfarramt.oberviechtach[at]elkb[dot]de).

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