17.06.2020 - 19:11 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Innovativ in den Milch-Wettbewerb

"Innovation in der Milcherzeugung muss sich unabhängig von der Betriebsgröße lohnen". René Guhl, Geschäftsführer der Privatmolkerei Bechtel, gab MdL Christoph Skutella auf den Weg, wo die Milchbauern der Schuh drückt.

Milchhofchef René Guhl (links) und Chefeinkäufer Georg Müller (rechts) schilderten MdL Christoph Skutella die Probleme der Milcherzeuger.
von Externer BeitragProfil

Im Gespräch mit dem Oberpfälzer Landtagsabgeordneten Christoph Skutella (FDP), der seine Fraktion in den Ausschüssen Umwelt und Landwirtschaft vertritt, stellten Milchhof-Geschäftsführer René Guhl und Einkaufschef Georg Müller die aktuelle Situation am Milchmarkt und die strategischen Erweiterungspläne für den Standort Schwarzenfeld vor.

Viele seiner „Partner“, wie Chefeinkäufer Müller seine knapp 2000 Milchlieferanten nennt, beklagten immer wieder zermürbende und langwierige Genehmigungsverfahren, wenn sie in mehr Tierwohl und einen artgerechteren Laufstall investieren wollen. Genau auf solche innovativen Landwirte setzt Bechtel aber in seiner Partnerauswahl. Guhl die Landespolitik auf, die zum Teil sehr unterschiedliche Auslegung und Umsetzung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften durch die Kreisverwaltungsbehörden bei Stallbaugenehmigungsverfahren zu vereinheitlichen. Skutella versprach, diese Forderung mit nach München zu nehmen. Zudem appellierte der FDP-Politiker daran, die Chancen der Digitalisierung auch beim Monitoring der Tiergesundheit besser zu nutzen. Somit könne auch den schwarzen Schafen bei der Milchviehhaltung zuverlässiger begegnet werden.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer darüber, dass die überwiegende Mehrheit der bayerischen Milcherzeuger durch vereinzelte Tierschutzskandale zu Unrecht in Sippenhaft genommen worden sei. Mit Stolz verwiesen Guhl und Müller auf die erfolgreiche Lieferantenstrategie des Traditionsunternehmens. Diese habe eine langfristige und faire Partnerschaft, unabhängig von der Hofgröße, zum Ziel. Der Privatmolkerei Bechtel sei es wichtig, dass die Landwirte sich solide und mit guten Ideen für die Zukunft aufstellen. Denn nur so könne ein erfolgreiches Unternehmertum in der bayerischen Landwirtschaft etabliert werden, das auch resistent gegen den aufkommenden Wettbewerb, beispielsweise mit österreichischer Heumilch und norddeutscher Weidemilch, sei.

Wissenswertes über den Milchhof

An die Landespolitik appellierte Guhl, zeitnah ein Zukunftskonzept für die bayerische Landwirtschaft zu entwickeln. Dabei spielten Umweltaspekte eine immer bedeutendere Rolle, weshalb Landwirtschafts- und Umweltpolitik in Zukunft Hand in Hand gehen müssten. Skutella, der im Landtag in beiden Ausschüssen vertreten ist, möchte beide Sichtweisen berücksichtigen. Das Volksbegehen „Rettet die Bienen“ habe in der Vergangenheit aber gezeigt, dass sich oftmals umweltpolitische Forderungen und landwirtschaftliche Realität widersprechen würden, so Skutella. Darauf habe er in seiner landespolitischen Arbeit immer wieder aufmerksam gemacht.

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