Auf einem Grundstück in der Schwarzenfelder Gemarkung Pretzabruck wollte ein Investor ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten errichten. Sein Antrag scheiterte aber im Bauausschuss. Die Anlieger sind erleichtert. Bürgermeister Peter Neumeier ging bei der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag im Rathaus auf die lange Vorgeschichte ein. Das besagte Grundstück in der Fichtenstraße liegt im rechtskräftigen Bebauungsplan „Traunricht I“ und gehört der Gemeinde. Bereits vor fünf Jahren stellte ein Bauinteressent Antrag auf Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit sechs Wohneinheiten und erhielt auch die Genehmigung. Der Bewerber rückte dann aber von seinem Vorhaben ab und gab das Grundstück wieder an die Gemeinde zurück.
Nun lag den Mitgliedern des Bauausschusses erneut ein Antrag vor. Ein Investor wollte das Grundstück erwerben und darauf einen Wohnblock mit acht Einheiten und zwölf Autostellplätzen errichten. Bürgermeister und Verwaltung plädierten dafür, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen, obwohl die Pläne nicht dem bestehenden Bebauungsplan entsprachen und auch keine Anträge auf Befreiungen vorlagen. „Der Bebauungsplan Traunricht I stammt aus dem Jahre 1964 und entspricht nicht mehr den städtebaulichen Anforderungen“, sagte Peter Neumeier und drängte auf eine Änderung.
Kontroverse Diskussion
In den Antragsunterlagen fehlte auch die Zustimmung der Nachbarn. Diese teilten dem Bürgermeister am Dienstag vor der Sitzung ihre Bedenken mit. Sie befürchten durch die massiven Erdarbeiten Schäden an ihren Häusern und eine Einschränkung der Lebensqualität, halten die Straßeninfrastruktur in der Siedlung für unzureichend und sind der Meinung: „Ein Mehrfamilienhaus dieser Größenordnung passt nicht in das Ortsbild.“
Im Ausschuss entwickelte sich eine kontroverse Diskussion. Das Gebot der Nachverdichtung spreche für eine Genehmigung des Antrags, hieß es auf der einen Seite. "Doch aber nicht in einer solchen Dimension", lauteten die Gegenargumente. Schließlich wurde der Antrag mit 4:3 Stimmen abgelehnt. Die Gemeinde bleibt damit Besitzer des Grundstücks und wartet ab, ob der Bauwerber bereit ist, seine Pläne anzupassen. Die Anlieger sind durchaus bereit, wie sie im Gespräch mit Oberpfalzmedien versicherten, ihr Einverständnis für den Bau einer Doppelhaushälfte oder eines Zweifamilienhauses zu geben.
Bei einer Überprüfung der Straßenbeleuchtungsanlagen hat die Bayernwerk Netz GmbH festgestellt, dass im Gebiet von Schwarzenfeld und Traunricht 13 Masten erhebliche Schäden aufweisen und die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet sei. Das Unternehmen machte der Gemeinde auch gleich ein Angebot für Lieferung und Montage neuer Masten in Höhe von 40.000 Euro. Der Bauausschuss beschloss dieses Angebot anzunehmen und beauftragte die Verwaltung, die Umsetzung der Maßnahme einzuleiten.
Historisch gewachsen
Gemeinderat Wolfgang Bäuml wollte wissen, warum im Winter der Gehweg in der Miesbergallee nicht von den Anliegern, sondern von der Gemeinde geräumt wird. „Das ist historisch gewachsen“, vermutet der Bürgermeister, und hänge wohl mit den Kirchgängern zur Frühmesse zusammen. Marktrat Gerhard Peter erinnerte sich, dass dazu vor längerer Zeit im Gremium ein Beschluss gefasst worden sei.
Der Bürgermeister gab das gemeindliche Einvernehmen für Anträge bekannt, die nach der Geschäftsordnung nicht im Bauausschuss behandelt werden müssen: Rückbau eines Einfamilienhauses und Neubau mit Garage und Carport im Ruitweg, Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage und Geräteraum „Am Kohweiher“, Sanierung und Umbau eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohneinheiten in der Zuckermantelstraße, Errichtung von weiteren acht Elektroladeplätzen und vier Parkplätzen an der Tankstelle „Hammer 30“, Neubau eines Einfamilienhauses in „Hammer 26“ und Bau eines Mehrfamilienhauses mit vier Wohneinheiten und zwei Doppelcarports im Ulmenweg.













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