17.02.2021 - 15:47 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Kundgebung in Schwarzenfeld: Kinder besser in den Blick rücken

Kinder leiden besonders unter den Corona-Einschränkungen. Darauf machen Mütter am Aschermittwoch in Schwarzenfeld aufmerksam. Bürgermeister Peter Neumeier übt Kritik an der Kundgebung – und unterbreitet ein Gesprächsangebot.

Rund 25 Eltern und Kinder trafen sich am Mittwoch vor dem Schwarzenfelder Rathaus, um bei einer Kundgebung auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Mit Querdenkern haben die Eltern nichts am Hut, die sich am Aschermittwoch vormittags samt Nachwuchs vor dem Schwarzenfelder Rathaus treffen. Sie wollen auf die Lage der Kinder aufmerksam machen, so die Organisatorinnen um Karin Maierl, und mit der Politik ins Gespräch kommen. Dem Nachwuchs, so die Argumentation, seien von jetzt auf gleich fast alle sozialen Kontakte weggebrochen, von Freizeitmöglichkeiten ganz zu schweigen.

Auch wenn Bürgermeister Peter Neumeier das Gespräch sucht - so ganz glücklich ist er nicht mit der Kundgebung vor dem Rathaus samt Luftballons und Flugblättern. "Das ist ein Zeichen, dass in diesen Zeiten nicht so ganz gut ist." Wenngleich er die Anliegen durchaus verstehen kann. Nur: Auch der Marktgemeinde sind in vielen Angelegenheiten die Hände gebunden. "Wir haben Verordnungen, und die müssen wir umsetzen."

Mit Hygienekonzepten

Vor allem drängen die Eltern darauf, vernünftige Lösungen für die Schule zu finden – natürlich unter entsprechenden Hygienekonzepten. Ihr Vorschlag: Leerstände als Klassenzimmer zu nutzen, um Abstände zu halten - wie etwa Turnhallen oder auch Gaststätten. Letzteres sieht Neumeier kritisch: "Es gibt Räume, die sind für Schule geeignet - und solche, die das nicht sind." Das Pfarrheim hatte die Gemeinde schon für Schulzwecke verwendet. "Wir tun, was wir können", sagte Neumeier, er sei täglich mit Schulleitern im Kontakt. Ein gutes Dutzend Kinder nehme derzeit in den Jahrgangsstufen eins bis fünf die Notbetreuung in Anspruch. Deutlich mehr sind es in der gemeindlichen Kita: Kindergarten und Krippe seien aktuell "zu 50 Prozent ausgelastet", sagte Neumeier. Gleichwohl habe er auch ein Auge auf die Mitarbeiterinnen: "Da sind auch welche dabei, die sich zur Risikogruppe zählen."

Vereinssport, Musikunterricht, das alles fehle den Kindern, so die Argumentation der Eltern. Da sind auch der Gemeinde die Hände gebunden, dafür zeigten bei aller Kritik auch die Eltern Verständnis. "Ich bin dagegen, Lücken zu suchen, sondern wir brauchen Verbesserungen, die für alle gut sind", betonte Neumeier, und unterbreitete ein Gesprächsangebot: Gemeinsam sollen ein Antrag und Ideen formuliert werden, "da macht bestimmt auch der ein- oder andere Marktrat mit", sagte Neumeier. Er scheue sich nicht, gemeinsam einen Brief an den Ministerpräsidenten zu schreiben, so Neumeier. Das Gesprächsangebot nahmen die Eltern an, ein Termin soll noch vereinbart werden.

Neue Regeln ab 22. Februar

Zumindest, was den Schul- und Kindergartenbesuch anbetrifft, dürften sich ab kommenden Montag ohnehin einige Kritikpunkte erledigt haben: Dann sind Regelbetrieb an Kitas und Präsenzunterricht an der Schule unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich, wie die Staatsministerien für Kultus und Familie am Mittwoch bekanntgaben.

"Ich bin dagegen, Lücken zu suchen, sondern wir brauchen Verbesserungen, die für alle gut sind."

Schwarzenfelds Bürgermeister Peter Neumeier

Schwarzenfelds Bürgermeister Peter Neumeier

Symbolisch wurde bei der Kundgebung vor dem Schwarzenfelder Rathaus mit Luftballons auf die Situation der Kinder aufmerksam gemacht.

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