07.08.2020 - 14:15 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Landkreis Schwandorf punktet im Corona-Sommer mit "Mini-Meer"

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Viel Sand für kleine Architekten, eine Luftmatratze für künftige Wellenreiter und kühles Nass für Sonnenanbeter: Noch nie waren die Seen im Landkreis so beliebt wie in diesem Corona-Sommer. Doch jetzt stößt der Badespaß an Grenzen.

Baden in Corona-Zeiten: Weil viele Freibäder nur eingeschränkt oder gar nicht geöffnet haben und "Urlaub daheim" angesagt ist, zieht es viele Menschen an den See (im Bild der Murner See). Da werden schnell die Parkplätze knapp.
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Haben denn die Seen offen?" Julia Braun vom Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald in Nabburg schmunzelt, wenn sie an diese häufig von Urlaubern gestellte Frage denkt. "Aber sicher", macht sie klar, was für die Landkreis-Bewohner selbstverständlich ist und zieht als erstes das Urlaubsmagazin vom Oberpfälzer Seenland aus dem Regal. Im Corona-Sommer ist die Nachfrage nach Badespaß enorm. Die Seen locken Urlauber an, die sonst in Kroatien oder Italien am Strand liegen würden, und auch die Flüsse geraten ins Visier von Freizeitsportlern. "Naab und Regen sind für Bootswanderungen ziemlich gefragt", berichtet die Mitarbeiterin des Tourismuszentrums.

Die Freibäder sind ihrer Einschätzung nach heuer eher in der Hand der Einheimischen. Viele Besucher sind das ohnehin nicht, denn überall gelten wegen der Corona-Pandemie Beschränkungen. Der Unmut darüber hält sich - zumindest im Landkreis - in Grenzen. Wer baden will, weicht auf die Seen aus. "Hier ist es schöner, und es kostet nichts", sagt ein Paar aus Schwarzenfeld, das sich am Forsterweiher, gleich neben dem Schwarzenfelder Sportpark niedergelassen hat. "Umkleiden, Toiletten, alles da." Das Wasser sei zwar nicht glasklar, aber durchaus einwandfrei und für die vier Enkelkinder sei der künstlich angelegte Sandstrand ein Paradies. Noch ist es kein Problem, hier am Strand großzügige Abstände einzuhalten. "Sorge bereitet mir eher, wie das die Jugendlichen handhaben, die sich dort drüben auf der Plattform tummeln", gesteht der Schwarzenfelder mit Blick auf eine Gruppe Jugendliche, bei der gerade eine kleine Schubserei angesagt ist.

Sabine Wagner aus Hohenkemnath (Landkreis Amberg-Sulzbach) teilt gerade ein Spagetti-Eis mit ihrer knapp zweijährigen Tochter Hanna, frisch geliefert vom Eismann, der soeben einen Stopp am See eingelegt hat. Sie weiß den "gemütlichen kleinen See" als Geheimtipp einer Freundin schon länger zu schätzen: ideal für ein Treffen mit anderen Müttern und ihren Sprösslingen, im positiven Sinn übersichtlich. Dafür nimmt sie auch eine längere Anfahrt in Kauf.

Ideal mit Fahrrad

Besonders privilegiert ist, wer mit dem Rad an den See fahren kann. "Einfach rausschwimmen und an einem heißen Tag die Abkühlung genießen", davon schwärmt ein 66-Jähriger aus Wackersdorf, der regelmäßig den Murner See ansteuert. "Am besten mit dem E-Bike, dann muss man hinterher nicht wieder schwitzen", so sein Tipp. Das ist vor allem am Wochenende empfehlenswert, denn gerade Steinberger und Murner See stoßen inzwischen bei Parkplätzen an ihre Grenzen. "Die Rechnung ist ganz einfach: Freibäder haben eingeschränkten Betrieb, Urlaub daheim ist angesagt, es sind Ferien, und das Wetter ist einfach supergut", zieht der Wackersdorfer Pressesprecher Michael Weiß Bilanz nach einem turbulenten Wochenende mit zugeparkten Zufahrts- und Rettungswegen. "Gemessen an den Parkplätzen hatten wir noch nie so viele Gäste."

Noch Kapazitäten

Jetzt bemüht man sich um die Ausweisung weiterer Flächen und zieht sogar die Sperrung von überfüllten Arealen in Erwägung. Ein Tipp des Insiders: "Lieber während der Woche kommen, wenn man es sich einteilen kann, dann hat man mehr vom See." Was die Wahl des Sees betrifft, will sich der Pressesprecher und Touristiker Weiß lieber nicht festlegen. "Jeder See hat seine Vorzüge, ich bin eigentlich eher ein absolut eingefleischter Rennradfahrer", stellt er klar. Zum Schwimmen bevorzuge er persönlich den Murner See, mehr zu sehen gebe es aber am Steinberger See.

Mehr zu dem Parkproblemen an den großen Seen im Landkreis Schwandorf

Wackersdorf

"Ich denke, dass an den Seen schon noch Kapazitäten da sind", meint Julia Braun vom Tourismuszentrum in Nabburg, die auch Tipps für alle auf Lager hat, die es gern etwas ruhiger mögen, Abstand halten oder einfach mal etwas anderes ausprobieren möchten. "Da hätten wir beispielsweise den Hammersee bei Bodenwöhr, der wird nicht ganz so stark beworben." Der Klausensee hingegen sei arg voll, "und er kostet auch Eintritt". Und ihr persönlicher Favorit? "Der Stausee in Trausnitz", sagt Braun, "der hat so eine ganz spezielle Tallage mit der Burg oben, eine richtige kleine Perle."

Mein Favorit ist der Stausee in Trausnitz, der hat so eine ganz spezielle Tallage mit der Burg oben, eine richtige kleine Perle.

Julia Braun

Julia Braun

Sabine Wagner hat mit Tochter Hanna den Forsterweiher für sich entdeckt.
Der Forsterweiher punktet bei Eltern mit Kindern durch seinen übersichtlichen Sandstrand.
Tipps für die Wahl des Sees:
  • Steinberger See: groß, ideal für Wassersport, Schwimmen und Action, aber auch mit relativ ruhigen Ufern
  • Murner See und Brücklsee: etwas kleiner, großes Freizeitangebot, mit flachem Eingang und Sandareal
  • Hammersee: idyllisch bei Bodenwöhr, mit Uferkranz aus Schilf und Bäumen, Sandstrand und Liegewiese sowie Umkleidehäuschen; mit Kunstgarten sowie Kunst- und Wasserweg; zuverlässiger Fanggrund für Angler
  • Klausensee: breiter flacher Sandstrand mit großer Liegewiese bei Schwandorf, Kiosk und Restaurant.
  • Forsterweiher: in Schwarzenfeld; übersichtlich, mit Sand und Plattform; ideal für Kinder
  • Sandoase: kleiner Strand bei Bruck mit vielen Spielmöglichkeiten
  • Grüner See: südlich von Schwarzenfeld, ideal für den kurzen Abstecher ins kühle Nass
  • Stausee Trausnitz: bietet besonders an heißen Tagen viel Schatten
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