Wie mit dem dem Lineal gezogen fließt der Fensterbach in der Nähe von Münchshof durch die Wiesen und Felder. Einige Erlen stehen am Ufer und im Bachbett sind aneinander gereihte Betonschalen zu erkennen. Von Leben im Wasser ist weit und breit keine Spur. Entsprechend fällt auch die Einstufung des Wasserwirtschaftsamtes Weiden aus: ökologischer Zustand unbefriedigend. Dies ist die schlechteste Einstufung auf einer Skala von eins bis fünf.
Geht man jedoch von Münchshof aus einige hundert Meter flussaufwärts, bietet sich ein ganz anders Bild mit einer völlig anderen Gewässerstruktur: breite Stellen, enge Stellen, Kurven, Gumpen, schnell fließende und langsam fließende Bereiche. Auf einer Länge von 150 Meter hat das Wasserwirtschaftsamt Weiden den Bachlauf in einen naturnahen Zustand zurückversetzt. Der Ausbauabschnitt am Fensterbach ist bereits der siebte Abschnitt, der in den letzten Jahren zwischen Wolfringmühle und Schwarzenfeld ausgeführt worden ist. Nicht ohne Stolz zeigt Anton Baumann, der zuständige Fachmann vom WWA Weiden, das bisher Erreichte. Aufweitungen und Mäander geben Fischen und anderen wasserbewohnenden Tierarten einen besseren Lebensraum. Ein ständiges Monitoring des Gewässers soll den Erfolg der Maßnahme jetzt auch dokumentieren und belegen. Mit dieser Aufgabe wurden Dr. Thomas Ring und sein Mitarbeiter Norbert Schwarz beauftragt. Beide sind ausgewiesene Experten der Bezirksfischereiberatung der Oberpfalz. Mit Hilfe des Elektrofischens wird der Bestand typisiert und genau gezählt. Was sich im ersten Moment als gefährlich anhört, bezeichnet Norbert Schwarz als völlig ungefährlich für die Fische. Ein kurzer Stromstoß narkotisiert die Fische für einige Sekunden und schon sind sie wieder quicklebendig. In einem schweren Gummianzug steigt der Fischexperte in den Fluss und taucht den Käscher unter Wasser. Ein kurzer Pipston - und schon wimmelt es im kleinen Netz. Das Ergebnis zaubert Thomas Ring und Anton Baumann ein breites Lächeln ins Gesicht. Obwohl dieser Gewässerabschnitt erst im September 2016 renaturiert worden ist, tummeln sich Nase, Laube, Gründling, Hasl, Barbe und Eitel im Fanggerät. Sogar ein kleiner Hecht hat sich darin verfangen. Schnell wird gezählt und aufgeschrieben und schon verschwinden die Fische wieder im Wasser.
Bis zu 18 Fischarten werden von den Fachleuten erwartet. Anhand des Ergebnisses wird der ökologische Zustand des Fensterbaches neu bewertet. Dies nimmt allerdings noch einige Zeit in Anspruch. Die Bewertung „unbefriedigend“ wird dann hoffentlich der Vergangenheit angehören.
















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