22.02.2019 - 13:31 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Ein Leben voller Musik

Eduard "Edi" Zinkl, der Dirigent des Ehemaligen Orchesters Fensterbach (EOF), ist am Mittwoch im Alter von 90 Jahren verstorben. "Musik war sein Leben", sagen alle, die ihn kannten. Beisetzung ist am nächsten Montag in Schwarzenfeld.

Kapellmeister Eduard Zinkl ist einen Monat nach seinem 90. Geburtstag verstorben.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Vor etwas über fünf Jahren hatte Eduard Zinkl seinen letzten öffentlichen Auftritt als Dirigent des EOF. Schweren Herzens verabschiedeten sich damals die Musiker vom Gründer und langjährigen Dirigenten. „Du bist uns als Kapellmeister und Musiker stets ein großes Vorbild“, fasste Konrad Gürtler bei diesem Anlass die Bedeutung von Edi Zinkl für das EOF zusammen.

Zinkl gründete 1968 mit Pfarrer Alois Schindler die Jugendblaskapelle (JBK) Fensterbach – und ohne die Jugendblaskapelle wäre die Gemeinde wohl nicht nur musikalisch um ein großes Stück ärmer.

1998 suchte Zinkl dann eine neue Herausforderung und gründete das EOF. Viele Musiker der JBK stiegen mit ein und spielten dort aus Spaß an der Freude weiter unter seiner Leitung. Einer der ersten Auftritte war ein Seniorennachmittag, den das Ehemaligen-Orchester danach regelmäßig musikalisch gestaltet hat.

Noch am 10. Januar dieses Jahres feierte Edi Zinkl frohen Mutes seinen Geburtstag mit vielen Gästen im Seniorenheim am Miesberg. Gerne erinnerte er sich dabei an frühere Zeiten, als er das gesellschaftliche Leben mitprägte.

Edi Zinkl hob den Golfclub Oberpfälzer Wald mit aus der Taufe. Er leitete über ein Jahrzehnt den Skiclub Schwarzenfeld. Dabei verlor er nie die Musik aus den Augen. Die Kapelle Zinkl war über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Schon mit 13 Jahren spielte „der Edi“ am Tag der Hochzeit ein Ständchen bei seinem Nachbarn.

Zinkls Vater war es, der den Jungen schon mit 14 Jahren in der Kapelle mitspielen ließ. In den 1950er Jahren war es der „Fesche Kater“, der die Faschingsbälle zu einem Erlebnis werden ließ. Als sich dann mit der Beatles-Welle die Musik-Szene veränderte, wusste die Kapelle „Fescher Kater“, wann es heißt, von der Bühne abzutreten.

Doch wer die Musik über Vater, Onkel, Verwandte und Freunde quasi in den Adern hat, lässt nicht so schnell los. Edi Zinkl gründete 1968 die „Fensterbacher Kapelle“ und dirigierte sie bis 1988. Dann legte den Dirigentenstab aus gesundheitlichen Gründen zur Seite. 1998, zum 30-jährigen Bestehen, holte der Jubilar die Gründungsmusiker an die Instrumente zurück und hob das „Ehemaligenorchester Fensterbach“, kurz „EOF“, aus der Taufe. Zinkl leitete es bis vor gut fünf Jahren.

Viele junge Musiker haben von seiner Erfahrung und seinem Können profitiert. Edi Zinkls Verdienste um die Musik wurden auch dementsprechend gewürdigt. 1981 erhielt er mit der Fensterbachkapelle den Kulturförderpreis, 1982 die Pro-Musica-Plakette und 1988 das Bundesverdienstkreuz.

Beruflich war der gelernte Friseur als Betriebsmeister bei der Firma Buchtal tätig. Gattin Heidi, mit der er 1950 den Bund der Ehe eingegangen war, verstarb 2004. Die Töchter Hannelore und Zita leben in Bremen und Berlin.

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