Schwarzenfeld
26.08.2019 - 16:27 Uhr

Neubau geplant: Gewinn für beide Seiten

Die Einrichtung ist in die Jahre gekommen. Dass sich die Feuerwehren eine Modernisierung von Atemschutz-Übungsstrecke und Werkstatt wünschen, ist ein offenes Geheimnis. Zwischenzeitlich sieht es gut aus für den Neubau.

Geübt wird in miteinander verbundenen Gitterkäfigen, und das ist ganz schön schwer: Schon der Pressluftatmer, den sich die Aktiven umschnallen, wiegt in der Regel 15 Kilo. Bild: exb
Geübt wird in miteinander verbundenen Gitterkäfigen, und das ist ganz schön schwer: Schon der Pressluftatmer, den sich die Aktiven umschnallen, wiegt in der Regel 15 Kilo.

In den 1980er Jahren hat der Landkreis, der für den überörtlichen Brandschutz zuständig ist, die Atemschutzstrecke am damaligen Standort der Schwarzenfelder Feuerwehr bauen lassen. Die Einrichtung hat sich bewährt, entspricht aber nicht mehr modernen Anforderungen. „Sie ist nicht mehr auf dem neuesten Stand und technisch verbesserungsbedürftig“, wie Kreisbrandrat Robert Heinfling bemängelte. Dabei ist sie ein notwendiger Teil von Ausbildung und Vorsorge.

Die Übungsstrecke im Obergeschoss des alten Feuerwehrhauses besteht aus mehreren Teilen. Da ist zum einen die technische Leitwarte, von der aus die Übungsräume beobachtet werden, und zwar sowohl optisch wie auch akustisch. Die eigentliche Übungsstrecke ist ein großer Raum mit Gitterkäfigen, die zu durchklettern sind – gebückt und oft kriechend, immer von zwei Paaren, die sich in dem Labyrinth entgegenkommen. Ein weiterer Raum ist mit altem Mobiliar eingerichtet. In ihm befinden sich versteckte Kanister, die entdeckt und auf einer Ablage aufgereiht werden müssen – unter erschwerten Bedingungen, denn die Feuerwehrmänner sehen bei dieser Übung nicht einmal die Hand vor den eigenen Augen. Den Raum kann man im übrigen auch vernebeln.

Integraler Teil der Einrichtung, die Atemschutzträger in der Regel ein Mal im Jahr besuchen, ist ein Fitnessraum, in dem die konditionelle Beschaffenheit, aber auch Blutdruck und ähnliches gemessen werden. Anwesend ist ein Arzt, der ein Zimmer für die Versorgung von Verletzten hat – wobei bei den Übungen auf der Strecke wohl noch nichts ernsthaftes passiert ist, wie zu hören war.

In der Atemschutzpflegestelle des Marktes werden einen Stock tiefer die von Feuerwehren genutzten Atemschutzgeräte überprüft und gewartet. Sie müssen nach Einsatz oder Benutzung zur Überprüfung und Desinfektion gebracht werden, so steht es in den Vorschriften.

„Für die Atemschutzpflegestelle ist der Markt Schwarzenfeld zuständig“, erläuterte Hans Prechtl vom Landratsamt. Diese rechne sich für den Markt, da er eine staatliche Förderung in Höhe von rund 127 000 Euro, pauschale Leistungen des Landkreises – zwei Drittel der Unterhalts-Kosten des Gebäudes für beide Einrichtungen – und die Erträge erhält. „Man kann“, so Prechtl, „von einer Win-win-Situation sprechen. Der Landkreis erspart sich die Organisation, eine solche Einrichtung selbst zu betreiben, und der Markt behält die Erträge“.

Bevor mit der eigentlichen Prüfung der Atemschutzgeräte begonnen werden kann, werden diese gründlich gereinigt und desinfiziert. Die Atemschutzgeräte werden mittels eines computergestützten Prüfsystems unter Druck auf deren Dichtigkeit und Funktionsfähigkeit überprüft. Werden dabei Undichtigkeiten festgestellt, werden die defekten Teile gegen neue Teile getauscht.

Architekt Hermann Hösl ist vom Markt mit der Entwurfsplanung für eine neue Atemschutzübungsstrecke mit -pflegestelle beauftragt worden, wobei gleichzeitig Bauhof, Recyclinghof und Grüngutannahme angegliedert werden. „Kommunales Dienstleistungszentrum“ nennt sich das in der Sprache des Rathauses. Die Sache ist nicht billig – von über fünfeinhalb Millionen Euro ist für den Gesamtkomplex die Rede.

Sie ist nicht mehr auf dem neuesten Stand und technisch verbesserungsbedürftig.

Kreisbrandrat Robert Heinfling

Kreisbrandrat Robert Heinfling

„Kommunales Dienstleistungszentrum“:

Als Gelände für das „Kommunale Dienstleistungszentrum“ stellt sich der Markt eine Fläche im Gewerbegebiet West vor, in der Nachbarschaft des sogenannten „Salz-Hotels“. Der Gebäudeteil für die Feuerwehr (Bauabschnitt 1) schlägt mit knapp zwei Millionen Euro zu Buche. Für diesen BA 1 mit Atemschutzpflegestelle, -übungsstrecke und beheizter Fahrzeughalle ergeben sich geschätzte Kosten von 1,912 Millionen Euro, inklusive Außenanlagen. Wenn alles gut geht, kann in etwas mehr als einem halben Jahr mit dem Bauabschnitt 1 begonnen werden.

Vom Freistaat Bayern ist für den Bau der Atemschutzübungsstrecke und der Werkstatt eine Förderung in Höhe von 94 500 Euro in Aussicht gestellt, für die Ausstattung sind 32 760 Euro zu erwarten. Für die Atemschutzübungsstrecke ist der Landkreis zuständig, weshalb bereits im Kreishaushalt 2017 dafür 190 000 Euro eingeplant waren. Derselbe Betrag ist auch für 2020 wieder vorgesehen. Die Aufgabe, diese Atemschutzübungsstrecke zu errichten und zu betreiben, ist mittels einer Vereinbarung aus dem Jahr 1985 auf den Markt Schwarzenfeld übertragen. Sie sieht vor, dass der Kreis alle notwendigen Beschaffungen trägt.

 
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