Schwarzenfeld
17.01.2019 - 14:02 Uhr

Neuer Anlauf für den Straßenausbau bei Frotzersricht

Vor fünf Jahren torpedieren Anlieger aus Frotzersricht das Vorhaben, die dortige Gemeindeverbindungsstraße nach einer geplanten Kanalverlegung auszubauen. Jetzt kommt wieder Schwung in die Sache. Wenn auch stotternd.

Nach fünf Jahren stand am Mittwoch wieder einmal der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Schwarzenfeld nach Frotzersricht auf der Tagesordnung des Marktrats. Bild: Dobler
Nach fünf Jahren stand am Mittwoch wieder einmal der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Schwarzenfeld nach Frotzersricht auf der Tagesordnung des Marktrats.

Die heftige Reaktion der Frotzersrichter Anlieger war damals abzusehen. Nach einer Sitzung des Marktrates im Jahr 2014, in der es um das Straßenbau-Vorhaben gegangen war, hatten sich Anwohner zu Wort gemeldet und angekündigt, sie würden sich gegen die Umlage wehren. Für den Straßenausbau sollten die Nachbarn mit 121 000 Euro zur Kasse gebeten werden.

Der Straßenbau wird notwendig, weil einige Anwesen in Frotzersricht an die zentrale Kläranlage angeschlossen werden sollen. Dazu muss die Gemeindeverbindungsstraße aufgegraben werden. "Die Anwohner wollen nur eine Straßenwiederherstellung, keinen Ausbau," erläuterte damals der Bürgermeister den Räten. Damit sei der Zeitplan für das Großprojekt nicht einzuhalten. Rodde sprach 2014 etwas zu optimistisch von mindestens sieben Wochen Verzögerung. Problematisch bei der Sache war, dass Zusagen für den Verkauf von Grundstücksflächen von insgesamt 600 Quadratmetern an den Markt, die zur Verbreiterung der Straße benötigt würden, wieder zurückgezogen wurden.

Keine Beitragspflicht mehr

Damals ging es auch um die Kanalbaumaßnahme Ruitweg-Süd. Sie konnte zügig erledigt werden. Im Fall Frotzersricht hingegen wurden aus den sieben Wochen Verzögerung zwischenzeitlich fünf Jahre. Am Mittwoch stand nun wieder einmal Planer Hans Böckl vor dem Marktrat und präsentierte die neuen Berechnungen. Vieles hat sich geändert seitdem, vor allem wurde die Beitragspflicht für die Anwohner vom Staat abgeschafft.

Was den Kanalbau in Frotzersricht anbelangt, so wurden Böckls Planungen vom Plenum am Mittwoch durchgewunken. Da man die Anwohner finanziell nicht mehr an der Wiederherstellung und dem Ausbau der betroffenen Ortsdurchfahrt heranziehen kann, müssen sich die Gemeinde und der Staat (Förderzuschüsse) die Kosten teilen. Diese Kosten für die 320 Meter Fahrbahn haben sich gerade beim Straßenbau in den letzten fünf Jahren explosionsartig erhöht. Hätte der Ausbau 2014 noch 381 000 Euro gekostet, so wird die öffentliche Hand heuer schon 529 000 Euro locker machen müssen. "Die enorme Steigerung ist vor allem auf die konjunkturelle Auslastung der Firmen und die zwischenzeitlich eingetretenen Preissteigerungen bei den Baustoffen und den Entsorgungskosten für den Erdaushub zurückzuführen", bedauerte Hans Böckl.

Die Straße führt nach Frotzersricht weiter in Richtung Schwarzenfeld. Über deren Ausbau entwickelte sich im Marktrat eine Diskussion. Ein Teil der Räte wollte, dass Bürgermeister Manfred Rodde noch einmal mit den Grundbesitzern Kontakt aufnimmt, um die fehlenden Quadratmeter Grund zu kaufen. Damit könnte man dann das Straßenstück, das außerorts liegt, mit einer ordentlichen Breite und gut befestigt ausbauen. Die Verwaltung hatte bis dahin einen Straßenausbau light favorisiert.

Geschehen muss auf jeden Fall etwas, denn die Straße wird aufgegraben, um dort neben dem Kanal noch eine neue Wasserleitung zu verlegen. Vermutlich kommt auch noch eine weitere Leitung dort unter die Erde, eine Direktleitung vom Wasserhochbehälter bei Frotzersricht zu den Milchwerken.

Zwei Abstimmungen

Am Ende wurden wegen der Qualität des Straßenausbaus zwischen Schwarzenfeld und Frotzersricht zwei Abstimmungen nötig. Die Light-Variante - also kein Ausbau, sondern nur eine Erneuerung der Fahrbahn mit Frostschutz, Bodenverbesserung und Bankett - fiel krachend durch und wurde mit 10 zu 6 Stimmen abgelehnt. Es soll ordentlich und auf eine Breite von 4,50 Meter (jetzt: 4,20 Meter Fahrbahnbreite) ausgebaut werden, entschied schließlich im zweiten Abstimmungsgang eine 11:5-Mehrheit und beauftragte den Bürgermeister, die nötigen Grundstücke hinzuzukaufen.

Ing. Hans Böckl

 
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