11.04.2019 - 14:26 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Parkouranlage nimmt Schwung auf

Schwarzenfeld soll eine Parkouranlage bekommen - aber nicht am ursprünglich vorgesehenen Standort. Außerdem sollen Senioren und die Schule von der Anlage profitieren.

Waghalsige Sprünge und Geschicklichkeit – die Sportart Parkour hat es in sich. Beim FC Schwarzenfeld gibt es eine Sparte. Nun soll eine Anlage in der Nähe der Schulsportanlage entstehen.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Idee, dass in Schwarzenfeld eine Parkour-Anlage entstehen soll, ist nicht neu. Anfangs sollte sie in der Nähe des Forsterweihers erbaut werden. Nach einem ersten Kostenvoranschlag über 200 000 Euro der Firma "DSGN-concepts" aus Münster, die in Regensburg bereits eine Indoor-Parcour-Anlage errichtet haben, änderte der Markt die Strategie.

Bei einem Workshop sollte erarbeitet werden, ob Kooperationen mit der Schule und Seniorengruppen möglich sind und wie mehrere Zielgruppen angesprochen werden könnten. Jugendliche, Bürger, Vereinsvertreter, der Grund- und Mittelschulrektor Siegfried Seeliger und sechs Markträte erarbeiteten ein Konzept. Das Ergebnis kam in der Marktratssitzung am Mittwoch zur Sprache: Es bietet sich der Bereich zwischen Schulsportanlage und Busparkplatz an. Mit einer Gegenstimme (Gabriele Wittleben, ÜPW) favorisierte auch das Gremium diesen Standort.

Zuschuss gedeckelt

Die Nähe zum Bahnhof und zur Turnhalle, in der auch bei schlechtem Wetter trainiert werden kann, eine höhere Nutzungsfrequenz und bessere Lagermöglichkeiten sprechen laut der Beschlussvorlage für den Standort. Gabriele Wittleben (ÜPW) wendete ein: "Ich bin prinzipiell für die Anlage. Die Jugendlichen wollen aber eine Trennung von den Senioren." Außerdem befürchtet sie, dass es wegen Lärm zu Ärger mit den Anwohnern kommen könnte. Am Forsterweiher wäre das nicht der Fall. Die Markträte beschlossen, einen Antrag auf eine Leader-Förderung zu stellen und deckelten den Zuschuss der Kommune für die Anlage auf 50 000 Euro. Peter Neumeier (ÜPW) freut sich auf die Anlage: "Das ist einmal etwas ganz was anderes, ist überregional relevant und wir haben beste Fördervoraussetzungen." Die Befürchtungen, dass es eine Betonwüste werden könnte widersprach er: "Es wird etwas Buntes."

Außerdem beschäftigte die Markträte am Mittwoch eine Sondervereinbarung mit den Milchwerken. Vor 20 Jahren ist ihnen von der Kommune ein Recht eingeräumt worden, Produktionswasser in die gemeindliche Kläranlage einzuleiten. Im Januar 2015 ist dieses Recht durch eine Sondervereinbarung aufgehoben worden, da die Milchwerke eine eigene Kläranlage errichtet haben, die 2017 Jahren in Betrieb gegangen ist. Zuvor hatte das Unternehmen angefragt, ob der Markt das Brüdenwasser übernimmt. Brüden entstehen in der Molkerei durch die Kondensation von Wasserdampf. Eine tägliche Einleitung von bis zu 600 Kubikmeter wurde angekündigt. Vor einer endgültigen Übernahme ist eine probeweise Einleitung vereinbart worden.

Diese ist nun abgelaufen und der Marktrat musste sich erneut mit dem Thema beschäftigen. Dazu war Claudia Scharnagl, Geschäftsführerin des Ingenieur-Büros U.T.E. geladen. Sie berichtete von den Untersuchungsergebnissen. Ihr Fazit: "Das Brüdenwasser ist eher unkritisch." Die Werte (pH, Stickstoff, Phosphor) waren an fast keinem Tag auffällig - bis auf einem im Dezember. Scharnagl sprach von einer auffälligen "Spitze". Woher diese stammt, darüber lässt sich nur spekulieren. Auch Bürgermeister Manfred Rodde liegen keine Informationen vor: "Ich weiß nicht, ob das ein Störfall war." Auch über die Gründe, wieso die Milchwerke das Brüdenwasser überhaupt in die kommunale Kläranlage leiten müssen, konnte er nicht beantworten. Rodde sieht aber einen großen Vorteil bei der ganzen Sache: Durch die großen Mengen - das Brüdenwasser macht ein Drittel des Gesamtabwassers in der Marktgemeinde aus - könnten die Kosten auf mehrere Schultern verteilt werden.

So sah es auch der Großteil der Markträte, die bei drei Gegenstimmen für eine Ausarbeitung einer neuen Sondervereinbarung stimmten. Die Verwaltung soll darin auch Sanktionen benennen, sollten wieder Spitzen auftreten. Das Thema soll zu einem späteren Zeitpunkt nochmal im Marktrat behandelt werden.

Nach und nach sanieren

Die kommunale Kläranlage selbst, die seit 1996 in Betrieb ist, muss nach und nach saniert werden. Scharnagl informierte detailliert, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Sie resümierte: "Die technischen Anlagen sind in die Jahre gekommen." Sie machte den Markt allerdings Hoffnung, eine hohe Förderung abgreifen zu können. Ein einmaliger Zuschuss von 1,5 Millionen Euro wäre möglich, dafür müssten sich die Investitionskosten aber auf 2,2 Millionen Euro belaufen. "So viel wird's nichts", erklärte die Geschäftsführerin. Im Marktrat ging es am Mittwoch nicht um konkrete Zahlen, sondern um die Sache an sich. Einstimmig ermächtigten die Kommunalpolitiker den Bürgermeister Verträge mit dem Büro U.T.E. zur Sanierung der Anlage abzuschließen.

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