Schwarzenfeld
02.02.2024 - 15:56 Uhr

Pater Martin Bialas im Alter von 83 Jahren verstorben

Passionistenpater Dr. Martin Bialas CP ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Die "Kongregation vom Leiden Jesu Christi" und der Markt Schwarzenfeld verlieren eine Persönlichkeit besonderer christlicher Prägung und Ausstrahlung.

Am vergangenen Donnerstag verstarb im Krankenhaus Schwandorf der Passionistenpater Dr. Martin Bialas CP im Alter von 83 Jahren. Damit verliert nicht nur die "Kongregation vom Leiden Jesu Christi" eine ihrer tragenden Säulen, sondern auch der Markt Schwarzenfeld eine Persönlichkeit besonderer christlicher Prägung und Ausstrahlung.

Seit dem Jahre 1962 war das Kloster auf dem Miesberg sein Zuhause. Gesundheitlich seit geraumer Zeit angeschlagen, war eine Einlieferung in stationäre Behandlung vor den Weihnachtsfeiertagen des vergangenen Jahres unumgänglich geworden. "Es ging einfach nicht mehr und die ohnehin lange andauernde Pflege im Kloster wäre durch die Mitbrüder nicht mehr zu bewältigen gewesen", so Provinzial Pater Lukas Temme anlässlich der Verlegung ins Krankenhaus. Vor wenigen Wochen dann die Aufnahme im Pflegeheim in Bruck, was ihn zu neuen Kräften kommen ließ. Ein erneuter krankheitsbedingter Rückfall führte schließlich im Krankenhaus zum doch so plötzlichen Tod. "Ich habe ihn noch an seinem letzten Tag besucht, sein Zustand war alles andere als lebensbedrohlich", so sein Mitbruder Pater Lukas.

Alles andere als leicht hatte es der im oberschlesischen Hultschin geborene Hans Bialas bereits in seiner Kindheit. In nachkriegsbedingten Wirren damals politisch schwieriger Lage verschlug es die Eltern 1950 mit ihrem Sohn nach Celle bei Hannover, wo sich der Zehnjährige erst einmal die deutsche Sprache aneignen musste. Nach Volks- und Handelsschule kam der junge Mann erstmals über den Passionistenpater Wilhelm Feder mit seiner späteren Ordensheimat in Berührung.

Ziemlich bald stand für Hans Bialas das Ziel des Ordensmannes fest. Nach Besuch des Abendgymnasiums, das neben seiner beruflichen Tätigkeit als Mesner im Kloster Pasing, in München, führte der Weg zum Studium der Philosophie und Theologie nach dem Noviziat bei den Passionisten. 1962 erfolgte der Eintritt in den Orden im Kloster Schwarzenfeld. Im Jahr 1968 schloss sich die Priesterweihe an. Als Leiter des Studentenwohnheimes in Regensburg verband ihn bereits eine enge Beziehung mit seinem Doktorvater Professor Dr. Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt. Pater Martin gehörte zum besonderen Freundeskreis des Papstes und weilte viele Male bei ihm in Rom als Gast.

Mit schon 37 Jahren wurde Pater Martin zum Oberen, zum Provinzial der Vizeprovinz gewählt. Zu seinen besonderen Anliegen gehörte neben der seelsorgerischen Aufgabe sein Wirken für die Cursillo-Bewegung, als deren geistlicher Leiter er weltweit fungierte. Zu Gute kamen ihm dabei seine vielseitigen Sprachkenntnisse. Fernsehübertragungen und seine intensive Forschung über den Gründervater Paul v. Kreuz mit Herausgabe eines Buchtitels brachten ihm Wertschätzung weit über die Grenzen Deutschlands hinaus ein.

Pater Martin wird nicht nur seinen Mitbrüdern fehlen. Seine Leutseligkeit, sein stets humorvoller Umgang mit Menschen jeden Alters und jeder sozialer Zugehörigkeit bleiben Zeichen eines großen Menschenkenners vor dem Herrn. "Der Schnupftabak gehörte schon für unseren Ordensgründer zum täglichen Genuss", begründete er schmunzelnd immer wieder seine Leidenschaft zum Schmalzler, den er so liebte. Es machte ihn zum Freund, diese so menschliche Eigenart gepaart mit stets guten Begegnungen.

Das Requiem findet am Mittwoch, 7. Februar, um 14 Uhr in der Miesbergkirche in Schwarzenfeld statt. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Klosterfriedhof.

Hintergrund:

Pater Martin Bialas

  • Geboren 1940 in Oberschlesien
  • Eintritt bei Passionisten 1962
  • Priesterweihe 1968
  • Promotion bei Dr. Josef Ratzinger 1977
  • Tätigkeit als Leiter Paulusheim in Regensburg
  • Provinzial der Passionisten 1977 bis 1992
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.