Pfarrerin Heidi Gentzwein nimmt aus Altersgründen langsam Abschied von der Kirchengemeinde Schwarzenfeld. Doch dieser Abschied fällt ihr nicht leicht – zu tief sind die Verbindungen, zu zahlreich die Erinnerungen an gemeinsame Gottesdienste, Feste, Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Konfirmationen. "Ich habe mich immer um alles gekümmert wie um eine große Familie", sagt sie rückblickend in einem Beitrag im Gemeindebrief der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Nabburg, Pfreimd und Schwarzenfeld.
Schon vor ihrer Amtszeit war sie in der Kirchengemeinde aktiv und wird auch künftig in Schwarzenfeld wohnen bleiben. Dennoch macht sie deutlich, dass sie sich aus der Gemeindeleitung zurückziehen wird: „Ich werde mich nicht in die Zuständigkeiten meines Nachfolgers, Diakon Jürgen Weich, und des neuen Kirchenvorstands einmischen – auch wenn mir das Loslassen schwerfällt.“
In Nürnberg geboren
Heidi Gentzwein ist in Nürnberg als Heidi Söhnlein geboren und besuchte nach der Grundschule das Gymnasium an der evangelischen Wilhelm-Löhe-Schule in Nürnberg. Von 1978 bis 1984 studierte sie evangelische Theologie in Erlangen. Anschließend war sie im Vikariat in Nabburg/Pfreimd beim damaligen Pfarrer Hupfer. Bis 2004 arbeitete sie 18 Jahre als Krankenhausseelsorgerin in Amberg und war ehrenamtliche Mitarbeiterin in der evangelischen Gemeinde.
In Nabburg lernte sie Werner Gentzwein aus Nürnberg kennen. Er arbeitete beim Bundesgrenzschutz in Schwandorf. 1982 heiratete das Paar und bezog seine erste Wohnung in Schwandorf. Tochter Anna, und Sohn Peter wurden geboren. Die Familie baute im Jahr 1989 ein Wohnhaus in der Feldstraße. Seit 2004 ist Heidi Gentzwein Pfarrerin in Schwarzenfeld. Die Gemeinde erstreckt sich von Fensterbach bis Altendorf und von Nabburg bis Schwandorf.
Früher auch Notfallseelsorgerin
Gentzwein war nicht nur als Gemeindepfarrerin tätig, sondern auch in der Notfallseelsorge engagiert. Rund 250 Einsätze prägten ihren Dienst, ob bei Unfällen oder häuslichen Krisen. „Ich war von Anfang an dabei, seit den 1990er Jahren, damals noch als Krankenhauspfarrerin“, erinnert sie sich. Besonders prägend war für sie, als einzige Frau unter zwölf Notfallseelsorgern beider Konfessionen zu arbeiten.
In ihrem Abschiedswort betont sie ihre tiefe Dankbarkeit: „Ich sage Danke! Für alle guten Erlebnisse und auch für die schweren, an denen ich gewachsen bin.“ Gleichzeitig bittet sie um Vergebung für mögliche Fehler und hält sich an das Bibelwort aus Psalm 37: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn. Er wird’s wohl machen!“
Trotz des Abschieds blickt sie optimistisch in die Zukunft. „Wirklich festhalten können wir nichts, und da ist ja auch die Freude auf neue Erfahrungen und neue Menschen“, sagt sie. Sie ist sich sicher: „Wir werden uns wiedersehen, irgendwo und irgendwann.“
Festlicher Abschied am 31. Mai
Gentzweins Nachfolger ist seit einem dreiviertel Jahr Diakon Jürgen Weich, den sie bis jetzt in seiner Aufgabe unterstützt hat. Nach den evangelischen Kirchengemeinden Nabburg und Pfreimd übernahm Jürgen Weich Mitte 2024 auch die Pfarrei Schwarzenfeld als Pfarramts-Führer. Ausgemacht ist, dass die Gemeinden Nabburg, Pfreimd und Schwarzenfeld eigenständige Kirchengemeinden bleiben. Als solche sind sie Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie haben aber nun gemeinsam eine Pfarrstelle mit Jürgen Weich an der Spitze und bilden somit eine Pfarrei als Verwaltungseinheit. Und sie verfügen seit der Wahl im Oktober 2024 über einen gemeinsamen Kirchenvorstand.
Die Kirchengemeinde Schwarzenfeld lädt ein, Heidi Gentzwein zu verabschieden und gemeinsam Danke zu sagen. Am Samstag, 31. Mai, findet um 14 Uhr ein Festgottesdienst in der Christuskirche Schwarzenfeld statt, gefolgt von einem Empfang. Es soll eine Gelegenheit sein, gemeinsam auf ihre Zeit als Pfarrerin zurückzublicken und ihr für ihren Dienst zu danken.
Evangelische Pfarrei Schwarzenfeld
- Vor 57 Jahren wurden die Schwarzenfelder Protestanten in die organisatorische Unabhängigkeit entlassen, nachdem sie bis dahin der Pfarrei Nabburg angehört hatten.
- Die Pfarrei hatte einen Einzugsbereich von fast 60 Quadratkilometern – zwischen Nabburg im Norden und Schwandorf im Süden, Fensterbach im Westen und Altendorf im Osten
- Nach über einem halben Jahrhundert als eigenständige evangelische Pfarrei ist Schwarzenfeld vor einem Dreivierteljahr in dem Verbund der Kirchengemeinden Nabburg-Pfreimd-Schwarzenfeld aufgegangen. Die letzte Pfarrerin Heidi Gentzwein hilft noch bis Ende Mai 2025 mit.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.