07.07.2021 - 15:06 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Schwarzenfeld plant neues Baugebiet "Traunricht Südhang"

17 Jahre nach "Flora" will der Markt erstmals wieder ein neues Baugebiet ausweisen. Es soll den Namen "Traunricht Südhang" erhalten. Einige Räte fühlen sich von der Planung überrollt, so dass es mehrere Gegenstimmen gibt.

Eine Visualisierung des beauftragten Stadtplaners zeigt einen Draufblick auf das geplante Baugebiet „Traunricht Südhang“. Links führt die Staatsstraße 2151 vorbei (Regensburger Straße), unten schließt sich die Reitanlage Rittmeyer an, oben verliefe der Poststeig.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Dass der Markt Schwarzenfeld mehr Bauflächen braucht, ist ein altes Lamento. Die letzte Maßnahme erfolgte 2004, als das Baugebiet „Flora“ auf den Weg gebracht wurde.

Aufgrund der laut Rathaus „überwältigenden Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken“ beabsichtigt der Markt nun die Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplans mit integrierter Grünordnung für das Gebiet beim ehemaligen Sägewerk im südwestlichen Bereich des Ortsteils Traunricht. Der räumliche Geltungsbereich des 2,4 Hektar großen Plangebiets umfasst mehrere Grundstücke. Der Bebauungsplan soll die Bezeichnung „Traunricht Südhang“ erhalten. In dem Plangebiet sind 23 Parzellen mit Grundstücksgrößen zwischen 400 und 1100 Quadratmetern vorgesehen. Für die Erstellung und Ausarbeitung des Bebauungs- und Grünordnungsplanes wurde das Planungsbüro EBB Ingenieurgesellschaft aus Regensburg beauftragt. Den Vorentwurf des Bebauungsplans hat in der Sitzung des Marktrats EBB-Gesellschafter Ulrich Dykiert vorgestellt und erläutert.

Aus der Sitzung des Schwarzenfelder Marktrats

Schwarzenfeld

Dykiert skizzierte das Areal als sehr anspruchsvolles Gelände mit 20 Metern Höhenunterschied und sehr felsigem Untergrund. Außerdem habe man zum Teil Altlasten im Boden gefunden, die entsorgt werden müssen. „Ein zentrales Thema ist wegen der vorbeiführenden Staatsstraße der Lärmschutz,“ betonte der Planer. Deswegen müsse auch eine 20 Meter breite Bauverbotszone eingerechnet werden. Messungen hätten ergeben, dass derzeit etwa 5300 Autos jeden Tag vorbeifahren, in ein paar Jahren werden es vermutlich über 6000 sein. Selbst mit einer hohen Lärmschutzwand würden an manchen Bauparzellen die Lärmschutzgrenzwerte überschritten. „Wir brauchen also nicht nur aktiven, sondern auch passiven Lärmschutz, etwa Schallschutzfenster,“ wusste Dykiert.

Der Planer zeigte den Räten, wie er sich die Erschließung des Geländes durch Straßen und die Anordnung der Ein- und Mehrfamilienhäuser vorstellt. Nicht alles blieb unwidersprochen. So monierte Manfred Kurz (CSU), dass man zu viele Straßen eingeplant habe, die Geld kosten würden und Bauplatzflächen verminderten. Man könnte doch einen Teil des Gebiets über den Poststeig erschließen. Dykiert brachte hier als Gegenargument einen Höhenunterschied von fünf Metern zwischen der Straße Poststeig und dem Baugebiet ins Gespräch. Für Manfred Kurz und fünf weitere Räte auch aus anderen Fraktionen ging die Angelegenheit zu schnell über die Bühne. „Eine interne Vorberatung wäre nötig gewesen,“ hieß es, man sei wenige Tage vor der Sitzung erstmals mit den Unterlagen für den Bebauungsplan konfrontiert worden.

„Einfach durchzuwinken ist die falsche Entscheidung“, wie einige Räte meinten, zumal in dem Plan „einige Ungereimtheiten“ drin seien. Am Ende stimmte der Rat mit 12:6 für den Entwurf des Ingenieurbüros.

„Das ist ein sehr anspruchsvolles Gelände mit 20 Metern Höhenunterschied“

Stadtplaner Ulrich Dykiert

Stadtplaner Ulrich Dykiert

Hintergrund:
  • Die Satzung für das neue Baugebiet wird vermutlich im Frühjahr 2022 verabschiedet.
  • In dem 2,4 Hektar großen Plangebiet sind 23 Parzellen mit Grundstücksgrößen zwischen 400 und 1100 Quadratmetern vorgesehen.
  • Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, der kann einen Newsletter des Marktes unter www.schwarzenfeld.de/baugebiete bestellen.

 

 

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