Grandios, fulminant oder auch phänomenal – es sind solche Adjektive, die das Konzert der Schwarzenfelder Blaskapelle im Sportpark zum beginnenden Frühjahr beschreiben. Schon alleine der im Programmheft abgedruckte Willkommensgruß „Schön, dass ihr heute Abend bei uns seid“ macht die besondere Verbundenheit der Blasmusikfans deutlich. Weit über 500 Besucher hatten sich in der Mehrzweckhalle eingefunden.
Das Bühnenbild, ein aufwändiges technisches Equipment bis hin zur ausgeklügelten Bestuhlung, verheißt Organisation vom Feinsten. „Es ist inzwischen zum Selbstläufer geworden, was so viele Hände der Kapelle und drum herum beinahe in Selbstverständlichkeit im Vorfeld leisten“, beschreibt Vorsitzende Kristina Betz die Arbeitseinsätze.
60-köpfiges Ensemble
Dennoch bedeutete dieses Konzert eine Premiere für eine Person in extremer Schlüsselposition: Dort am Dirigentenpodium, wo bisher gstandne Mannsbilder das Dirigat der 60 Musikerinnen und Musiker inne hatten, steht bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt mit Anna Schaller eine zierliche junge Kapellmeisterin, die bereits nach den ersten Takten das Publikum auf ihrer Seite hatte. Als Moderator fungierte wieder eloquent Peter Neumeier, seines Zeichens Bürgermeister von Schwarzenfeld. Er entlockte der neuen Chefin so manch Persönliches: Zu Hause in verschiedenen Blasmusikformationen und aus Hienheim an der Donau stammend, fühlt sich die Musikstudentin auf Anhieb wohl in ihrer neuen musikalischen Heimat. „Der Reiz, einem Klangkörper mit über 60 Musikern gegenüber zu stehen, hat mich zur Entscheidung für diese Kapelle gebracht“, gesteht die jetzige Regensburgerin.
Das Ensemble zeigt gleich zu Beginn mit „March Fantasy“ das Zusammenspiel von Pfeifern und Trommlern mit der Harmoniemusik des Orchesters auf. In Erinnerung an Ernst Mosch hat sich mit Susanne Jankowiak und Jonas Beck ein neues Gesangsduo präsentiert. Was liegt da näher, als die „Rauschenden Birken“ und das “Egerland als Heimatland“? Das Schlagwerk im rhythmischen Zusammenspiel bei teils orientalisch anmutenden Melodien sorgte bei der „Odyssey for Percussion“ von Eliott del Borgo für ein Feuerwerk an Taktfreude.
Dass Nachwuchs und begeisterte Musiker schon im jungen Alter zum wertvollen Fundament einer schlagkräftigen Kapelle gehören, hat sich beim Auftritt des Nachwuchsorchesters gezeigt. Unter Leitung von Martin Hinkel bewiesen die jungen Talente mit drei Stücken wie mit dem „Gänsemarsch“ von Adolf Vancura, dass gemeinsames Musizieren riesigen Spaß machen kann.
Chaplin und "Queen"
Mit einem Medley aus Charles-Chaplin-Filmen bot das große Blasorchester Filmmusik auf höchstem Niveau. Dass Rock- und Popmusik wesentliche Bestandteile moderner Blasmusik sein können, wurde mit Kompositionen von „Queen“ bei „Bohemian Rhapsody“ bewusst. Mit der Zugabe „Don't stop me now“, ebenfalls einem Klassiker der 1970er Jahre, fand ein geniales Debüt von Anna Schaller als neue musikalische Leiterin bei frenetischem Beifall und Standing Ovations ein gelungenes Ende.















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