Sonntagsruhe ade: Bauern umstellen eine entlaufene Kuh mit ihren Traktoren, Polizisten sperren die Straße, Spaziergänger sind in Gefahr: Bei Deiselkühn hat vor einer knappen Woche eine entlaufende Kuh für einen Polizeieinsatz gesorgt. Am Ende fallen mehrere Schüsse.
Das Drama um die Kuh, die von den Jagdpächtern erschossen werden musste, damit sie niemanden angreift oder den Straßen- und Zugverkehr gefährdet, mündete in einen großen Zeitungsartikel, nachdem ein lokaler Berichterstatter von Oberpfalz-Medien Zeuge der Vorfälle wurde.
Werbung in den sozialen Medien
Der ausführliche Artikel vom 4. Dezember, der die oberpfälzischen Jagdszenen recht anschaulich schilderte, wurde viel gelesen und im Internet geteilt. So landete er wohl auch auf dem Schirm einer Kreativ-Agentur, die für die Telekom den Markt beobachtet und Vorschläge für gezielte, regionale Werbung in den sozialen Medien macht. Auf diese Weise kamen vermutlich nicht wenige Facebook-Nutzer in den Genuss einer Werbung in Form einer Facebook-Story mit der einer Zeitungs-Headline nachempfundenen Überschrift: „Schwarzenfeld: Aggressive Kuh sorgt für Polizeieinsatz“.
Die Kuh in der Werbung wird fast vollständig verdeckt, man sieht nur einen Teil ihres Kopfes, der Rest von Tier und Wiese wird vom Magenta-Rot der Telekom verdeckt. Die farbige Fläche bietet Platz für einen Textaufdruck: „Keine Bange, die Kuh hat sich wieder beruhigt, nachdem wir ihren Router repariert haben.“ Und ein Nachsatz verspricht: „Wir helfen allen schnell und unkompliziert – in der gesamten Oberpfalz.“ Als Unterschrift ziert ein stilisiertes Telekom-T und die Zeile „Dein Telekom Service Oberpfalz“ die Seite.
„Trauriger Ausgang des Vorfalles“
Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien hat sich nun die Pressestelle des Konzerns Deutsche Telekom AG zu der Werbung geäußert. „In der Social-Kampagne greifen wir auf humorvolle Art und Weise regionale Besonderheiten oder Vorkommnisse auf,“ erklärt Pressesprecher René Bresgen aus Bonn den Gedanken hinter der Veröffentlichung. Um gleich darauf einzuschränken: „Bei der von Ihnen erwähnten Geschichte zur Kuh in Schwarzenfeld war uns der traurige Ausgang des Vorfalles nicht bewusst. Sonst hätten wir das Motiv sicherlich nicht eingesetzt.“ Wie Bresgen für die Telekom versichert, „war es nicht unsere Absicht, die Gefühle anderer zu verletzen“. Und um keinen Shitstorm zu entfachen, verspricht er auch noch: „Wir werden uns auf den entsprechenden Social-Kanälen dafür entschuldigen und hoffen auf Ihr Verständnis.“















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