Was an Wolle durch die Hände der Frauen im Schwarzenfelder Strickkreis geht, kommt bei vielen Menschen gut an. Der Absatz der selbst gestrickten Socken läuft gut. Und mit jedem verkauften Paar profitieren heuer Bedürftige. Rund 1100 Euro sind in diesem Jahr für den guten Zweck zusammengekommen, je 300 für Nigeria und die Flutopfer in Indien, 500 für die Kinderklinik "Kuno" in Regensburg. "Da müssen alte Weiber ganz schön nadeln", scherzt Margit Rank, die das wöchentliche Treffen organisiert. Weit über 100 Paar Socken haben die sieben Frauen der Stammbesetzung in zwölf Monaten gefertigt. Verkauft wird die Handarbeit dann im Fahrradladen in der Hauptstraße, wo sich Martin Hölzl unentgeltlich auch um Bestellungen kümmert.
Theresia Schießl ist mit ihren 92 Jahren die älteste in der Runde und erfüllt gerade einen Sonderwunsch nach schlichten, dunklen Socken, die eine gute Lichtquelle und einen scharfen Blick erfordern. "Die sollte ich eigentlich bis Freitag fertig haben, aber ich muss ja meine Hausarbeit auch erledigen", seufzt sie.
"Doch die meisten wollen's bunt", meint Angelika Süß, mit 56 Jahren das "Nesthäkchen" in der Runde. Erst vor ein paar Jahren hat sie die Technik erlernt, weil ihr Mann so auf selbst gestrickte Socken schwört. Denn als die Schwiegermutter starb, gab es eine Versorgungslücke. "Jetzt hab ich das eben gelernt." Im Strickkreis fand sie in der 84-jährigen Barbara Hoffmann eine gute Lehrerin. Nur auf der Basis einer Beschreibung sei das aber auch wirklich schwierig, sagt die Expertin, die auch vor der mühsamen Resteverwertung nicht zurückschreckt. Und schon wird debattiert über die "doppelte" oder "Bumerang-Ferse". "Am einfachsten ist die amerikanische Variante - ein Schlauch mit Spitze", wirft Margit Rank ein. Die ist zumindest für Babys ganz gut, sind sich die Strickerinnen einig.
Klar macht bei dieser Tätigkeit über viele Stunden schon mal das Handgelenk schlapp, oder der Halswirbel zwickt. "Aber für mich ist das einfach Entspannung, das hilft mir runter zu kommen, wenn ich mich in der Arbeit recht aufrege", berichtete Angelika Süß. Und die Wolle geht im Strickkreis so schnell nicht aus. Inzwischen wird gleich ein Groß-Paket bestellt, "und einmal hat sogar der Pfarrer zu Woll-Spenden aufgerufen", erzählt Margit Rank, die an einem fast schon neongrünen Bündchen für eine Kindersocke strickt. "Die Socke bekommt dann eine bunt melierte Ferse und Spitze", so der Plan.
Zwölf Euro kostet ein Paar Socken für Erwachsene, die für den Nachwuchs sind billiger. Beliebt sind sie alle, nicht nur wegen der Farbe. "Die sind warm und man schwitzt trotzdem nicht so leicht", erklärt Barbara Hoffmann. Und Kinder mögen sie auch, als "Rutsche-Socken". Alternativ werden die Socken an der Sohle mit spezieller Gummierung versehen. "Die gibt's zum Auftragen im Fläschchen", weiß Rank.
Wer wie die 91-jährige Margareta Kiener nicht mehr ganz so mobil ist, verzichtet auf die gesellige Runde und arbeitet in den eigenen vier Wänden. Pausiert wird ohnehin nur in den Ferien, und nach dem Fest ist vor dem Fest. "Gleich nach Dreikönig ist das nächste Treffen im Strickkreis", berichten die Teilnehmerinnen. Am Nachschub soll es schließlich nicht fehlen. "Ich verkaufe inzwischen schon mehr Socken als Räder", hat Fahrradhändler Martin Hölzl unlängst geklagt. "Das glaub' ich schon", war der Kommentar von Margit Rank, "das ist ja auch eine Preisfrage".













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