Schwarzenfeld
05.10.2018 - 14:42 Uhr

Spendenflut nach Wasserflut

Weit geöffnet haben die Schwarzenfelder und Stullner ihre Geldbeutel, als die indische Heimat von Pfarrvikar Joseph Kokkoth überschwemmt wird. Die Spendensammlung bringt eine Summe von über 20 000 Euro zusammen.

Pfarrer Heinrich Rosner (links) und Pfarrvikar Joseph Kokkoth sind noch immer ganz erstaunt, wie groß die Spendenbereitschaft war, als es um Hilfe für Kokkoths indische Heimat ging. Sie war durch Überschwemmungen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Bild: Dobler
Pfarrer Heinrich Rosner (links) und Pfarrvikar Joseph Kokkoth sind noch immer ganz erstaunt, wie groß die Spendenbereitschaft war, als es um Hilfe für Kokkoths indische Heimat ging. Sie war durch Überschwemmungen stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Ende August hat unsere Zeitung in Zusammenarbeit mit Pfarrvikar Kokkoth ein Spendenaktion in Gang gebracht, die vor wenigen Tagen abgeschlossen wurde. 21406,83 Euro sind in gut fünf Wochen zusammen gekommen. Privatpersonen haben Geld gegeben, Vereine ließen sich in die humanitäre Pflicht nehmen, Klein- und Großspender machten ihre Börse auf. "Die größte Einzelspende kam von privat, das waren 5000 Euro", freute sich Pfarrer Heinrich Rosner. Den Namen des generösen Gebers (oder der Geberin) gab Rosner nicht preis, Anonymität sei gewünscht. Auch die Schwarzenfelder Kirchenverwaltung ließ sich nicht lumpen und schoss aus einem Missionskonto 2000 Euro zu.

Den Rest machten kleinere und größere Einzelspenden aus, manchmal im Umschlag in den Klingelbeutel gegeben, manchmal auf das entsprechende Konto überwiesen. Und dann gab es noch die Vereine, die Geld sammelten für den guten Zweck - von der Faschingsgesellschaft Stulln über Kolping, KAB und Frauenbund bis hin zum privaten Strickkreis. Sie alle ließen sich von der Not in Kerala in Südindien, woher Pfarrvikar Joseph Kokkoth stammt, erweichen und wollten helfen.

Der anhaltende Monsunregen in Indien hatte im Sommer insbesondere in Kerala für Erdrutsche und Überschwemmungen gesorgt. Hunderttausende wurden obdachlos, tausende wurden verletzt, hunderte kamen ums Leben. Zu den Institutionen, die vor Ort dabei waren, das Elend zu mindern, gehörte und gehört auch die katholische Kirche. "Mein Bistum in Indien hat zu einer großen Aktion aufgerufen", informierte der Pfarrvikar. Dieser Aktion schloss sich die Spendensammlung in Schwarzenfeld und Stulln an. "Ich habe aber auch gesagt, dass ein Teil unserer Spenden direkt meiner Heimatpfarrei Pacha-Chekkidikad und umliegenden Pfarreien zugute kommen soll", betonte Kokkoth. "Denn unsere Pfarrei ist sehr stark betroffen." So benötigt unter anderem die Schule Gelder, da sie bei dem Unwetter in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Sowohl Rosner wie auch Kokkoth sind noch immer geplättet, wie großzügig die Gläubigen ihrer Pfarreiengemeinschaft waren. "Wir haben nicht soviel erwartet", versicherte Rosner. Dass es so "super gelaufen" sei liege auch daran, dass die Menschen Pfarrvikar Joseph Kokkoth kennen würden und Vertrauen hätten, dass das Geld ankommt und richtig verwendet wird. Kokkoth fährt im Januar 2019 nach Hause und wird sich davon überzeugen, was mit den über 20 000 Euro gemacht wurde. Auch Pfarrer Heinrich Rosner wird in dieser Zeit nach Kerala fliegen, um die Verwendung der Spenden zu begutachten. Die Summe wurde diese Tage nach Indien überwiesen.

 
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