09.06.2020 - 11:48 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Mit Sporttaschen erfolgreich

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Das Geschäft floriert, eigentlich fast zu gut. Denn für einen allein ist der Internet-Handel kaum noch zu bewältigen. Und so steigt Fabian Hartlich aus seinem "Quabster"-Projekt schließlich wieder aus. Aber er möchte noch etwas Gutes tun.

Fabian Hartlich (24) hat einen Schlussstrich unter seinen Internet-Handel mit Sporttaschen gezogen. Den Restbestand an Ware will er spenden.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Der Amazon-Seller Fabian Hartlich gab seine Sporttaschen-Eigenmarke „Quabster“ nicht wegen Erfolglosigkeit ab. Stattdessen macht ihm der hohe Arbeitsaufwand, der mit dem Aufbau einer Eigenmarke verbunden ist, zu schaffen. „Und so habe ich mein Unternehmen Ende 2018 an einen Online-Händler im Landkreis Bamberg verkauft.“ Daher gibt es zwar die Taschen noch zu bestellen, aber unter neuer Regie.

Der heute 24-Jährige Schwarzenfelder hat vor einigen Jahren ein Youtube-Video gesehen, in dem jemand vom Erfolg seines Private Labels auf Amazon schwärmte. „Meine alte Sporttasche hat mich dann auf die Idee gebracht“, so Hartlich. Er schrieb chinesische Lieferanten von Sporttaschen an, ließ sich Muster schicken und entschied sich dann für einen Hersteller, mit dem er gemeinsam ein eigenes Sporttaschen-Modell mit einigen smarten Details entwickelte – unter anderem mit einem Schuhfach. „Von dieser Tasche habe ich dann 200 Stück bestellt und direkt bei Amazon verkauft“, erzählt Hartlich. „Das lief viel besser als ich erwartet hatte.“

Er investierte seinen Gewinn aus den Verkäufen in die Entwicklung seiner Marke „Quabster“. Zusammen mit einer Agentur hat er ein Logo und ein ganzes Corporate Design entwickelt, es gab Foto- und Videoaufnahmen, eine Markenwebsite wurde aufgebaut, ein Instagram-Account aufgezogen. Das Geschäft lief gut an, in seinen besten Zeiten versendete Hartlich 300 bis 400 Sporttaschen pro Monat an Amazon-Kunden. „Klingt so, als hätte Hartlich mit seinen Quabster-Taschen eigentlich vieles richtig gemacht“, urteilte shopanbieter.de in einem Beitrag über den Jung-Unternehmer aus dem Landkreis Schwandorf. Die Seite gilt nach eigenen Angaben als "Zentralorgan für den deutschen Onlinehandel".

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Trotzdem hat sich der junge Händler Ende 2018 dazu entschlossen, die Marke zusammen mit seinem gesamten Online-Handel zu verkaufen. Der Grund: Das Online-Abenteuer mit der Eigenmarke nahm viel mehr Zeit in Anspruch, als Hartlich erwartet hatte. Auch der hohe Kapitalbedarf, den ein Handel mit in China georderten Produkten mit sich bringt, hat den Händler unter Druck gesetzt. Denn es waren ständig irgendwo Gelder gebunden – und die fehlten bei der Investition in langfristige Produkte wie dem bundesweiten Markenaufbau.

Zwischenzeitlich konzentriert sich der junge Mann auf seine geplante Karriere als Steuerberater. „Ich wollte nicht ein Leben lang Händler sein“, hat er festgestellt. Von seinem Online-Abenteuer sind ihm noch 50 der Unisex-Sporttaschen übrig geblieben, jede im Verkaufswert von knapp 30 Euro. „Die werde ich dem 1. FC Schwarzenfeld spenden“, kündigte Hartlich an, der damit einen Schlussstrich unter seine Private-Label-Erfahrungen setzen will.

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