18.12.2018 - 16:04 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Trauriger Schlussakkord

Die Musikanten der Region trauern um einen ihrer Besten: Sepp Lobenhofer hat den Kampf im Alter von 60 Jahren gegen eine heimtückische Krankheit verloren. Am Montag verstarb er im Kreis seiner Familie.

Mit seinem Namen bleibt die Blasmusik der Region eng verbunden: Josef Lobenhofer
von Manfred BäumlerProfil

„ Es wird schon wieder“, hat er während der letzten Jahre seiner Erkrankung immer wieder mit Optimismus geantwortet, wenn er nach seinem Befinden gefragt wurde. Die immer mehr schwindende Hoffnung, sie sollte sich nicht zum Guten wenden.

Die Blasmusik, das war seine Leidenschaft, war seine Passion und unverzichtbarer Lebensinhalt. Allein die Auftritte mit seiner Marita, sie spiegelten im Gesang das, was Freude und Liebe zur Musik ausmachten. Und sie wurden mit Applaus und frenetischem Beifall honoriert, die bekannten Melodien im vertrauten Gesang und einzigartigen Klangbild, eben seiner Blasmusik.

Erst Anfang November stand er mit seinen Schwarzenfelder Musikanten beim Bayrisch-Böhmischen Blasmusikabend im Saal des Restaurant Miesberg auf der Bühne. Es sollte der letzte Aufritt dieser Art in seiner Heimat Schwarzenfeld sein. Eine ganze Reihe von Kompositionen aus seiner Feder machen den genialen Musiker unsterblich. So lag ihm die musikalische Tradition stets am Herzen, was sich bei unzähligen Bearbeitungen und Kompositionen, wie beispielsweise dem Bisamwalzer oder auch Stücke für Jagdhornbläser mit der Nabburger Jägermesse darstellte.

In Ensdorf geboren, wurde ihm die Musikalität väterlicherseits schon in die Wiege gelegt. Schon sein Vater war Kapellmeister dort, was für Sohn Josef die logische Folgerung bedeutete, in die gleichen Fußstapfen zu treten. Die Liebe hat ihn nach Schwarzenfeld gebracht, wo er 1985 seine Marita heiratete. Als Geschwister Winterer zählte seine junge Ehefrau mit Schwägerin Helga damals schon zu den beliebtesten Gesangsgruppen bis weit über die Landesgrenzen hinaus.

Für Sepp Lobenhofer war die Musik Lebenserfüllung und Berufung zugleich. Als Kapellmeister leitete er aktuell die „Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen“ und die „Musikkapelle Schwarzenfeld“, sowie die „Blaskapelle Pischdorf“ bis zuletzt. Erst beim sechzigsten Geburtstag im Mai diesen Jahres spielten sie ihm alle ein Ständchen, was ihm das vielsagende Lob „Wunderbar habt`ses gmacht“ entlockte.

Er wird ihnen fehlen, den vielen Musikanten, die unter seinem Dirigentenstab gelernt, musiziert und Freude am Instrument gehabt haben. Ein besonderes Vermächtnis hat der Sepp, wie er von allen genannt wurde, auf jeden Fall hinterlassen: Es sind seine beiden Söhne Michael und Josef Rudolf, die musikalisch die Erinnerung mit ihrem Talent an einen ganz Großen der Blasmusik wach halten.

Das Requiem wird am kommenden Freitag um 14.30 Uhr in der Marienkirche in Schwarzenfeld abgehalten. Anschließend Beisetzung. Vorher wird um 14 Uhr der Rosenkranz gebetet.

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