18.10.2019 - 15:32 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Echsen machen den Weg frei

Die Zauneidechsen vom Kalvarienberg bekommen auf einer Fläche von 1 400 Quadratmetern in der Feldflur westlich von Schwarzeneck ein neues Zuhause. Nach ihrer Umsiedlung steht dem neuen Baugebiet nichts mehr im Weg.

Mit dem Billigungs- und Auslegebeschluss hat das Baugebiet "Am Kalvarienberg" eine weitere Hürde genommen. Für die Zauneidechsen-Population ist ein Ausweichquartier gefunden.

In der Marktgemeinderatssitzung am 8. Juli hatte sich der Marktgemeinderat zuletzt mit der Bauleitplanung für das Baugebiet "Am Kalvarienberg" befasst. Genau gesagt, mit der Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen im Zug der Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und der sogenannten Träger öffentlicher Belange. Am Ende sollte der Abwägungs- und Billigungsbeschluss stehen, mit dem das Vorhaben dann einen weiteren Schritt zur Rechtskraft nimmt.

Ausweichquartier

Doch da hatte der Marktrat die Rechnung ohne den Wirt, genauer gesagt ohne die Zauneidechsen gemacht. Kurz vor der Sitzung war nämlich bekannt geworden, dass auf den zu überplanenden fünf Baugrundstücken "Am Kalvarienberg" eine Zauneidechsenpopulation vorhanden ist. Deshalb musste ein geeignetes Ausweichquartier zur Umsiedlung der Reptilien in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde gefunden und der Grünordnungsplan entsprechend geändert werden.

Julia Forster, Projektingenieurin beim Büro "Preihsl und Schwan", erläuterte in der Marktratssitzung am Montagabend die Details. Demnach werden die vermutlich sieben Zauneidechsen ("Dabei können einzelne Individuen auch mehrfach gezählt worden sein", heißt es einschränkend im 32 Seiten umfassenden Bericht zur artenschutzrechtlichen Prüfung) auf das Flurstück 184/7, Gemarkung Schwarzeneck, umgesiedelt. Das Areal ist westlich von Schwarzeneck, der Wald auf dieser Fläche wurde aus forstlichen gründen gefällt. Für die Zauneidechsen sind dort etwa 1 400 Quadratmeter reserviert. "In südostexponierter und gut besonnter Hanglage", heißt es in dem Bericht.

Das "Echsen-Hotel" wird recht komfortabel werden: Neben Granitsteinhaufen (mit genau definierter Körnung) sollen auch Sandhaufen und Holzstapel das Leben und Überleben der Reptilien sichern. Laut Julia Forster soll bis zum Januar der neue Lebensraum soweit vorbereitet sein, dass die Tierchen zwischen April und Juni in ihr Ersatzquartier gebracht werden können. Der Marktrat billigte einstimmig den geänderten Planentwurf, der nun ein weiteres Mal "ausgelegt" werden kann.

Grundsätzlich bereit

Zur Übernahme der Erwachsenenbildung durch den Landkreis Schwandorf fasste der Marktrat einstimmig folgenden Grundsatzbeschluss: "Der Markt Schwarzhofen ist grundsätzlich bereit, die gemeindliche Aufgabe der Erwachsenenbildung dem Landkreis Schwandorf zu übertragen. Der Erste Bürgermeister wird beauftragt, bestehende Detailfragen mit dem Landratsamt zu klären. Die endgültige Entscheidung über die Übertragung der Erwachsenenbildung bleibt einer späteren Beschlussfassung vorbehalten".

Bürgermeister Maximilian Beer ging in seinem Sachstandsbericht auf ein entsprechendes Schreiben von Landrat Thomas Ebeling ein, mit dem die grundsätzliche Haltung der Kommunen eruiert werden soll. Eine Änderung der Förderrichtlinie, wonach künftig nur mehr größere Einrichtungen gefördert werden, die mindestens 30 000 Teilnehmer-Doppelstunden aufweisen, führte zu einer Neuausrichtung der Erwachsenenbildung im Landkreis.

Neben der VHS Schwandorf besteht seit Jahresbeginn eine Kooperation der fünf Volkshochschulen Nabburg, Neunburg, Nittenau, Oberviechtach-Schönsee und Städtedreieck. Nun geht es um die Frage, ob die Erwachsenenbildung im Sinne einer "Volkshochschule im Landkreis Schwandorf" vereinheitlicht werden soll. Die Finanzierung ist über die Kreisumlage angedacht.

Erlass einer BestattungsSatzung:

Die ursprüngliche Bestattungssatzung des Marktes datiert aus dem Jahr 1998. Seit dieser Zeit haben sich die Gepflogenheiten im Bestattungswesen in vielen Bereichen geändert. Das hat zur Folge, dass die satzungsrechtlichen Bestimmungen angepasst werden müssen, um den gesetzlichen Vorschriften und der aktuellen Rechtssprechung zu genügen. Die Satzung, die vom Marktrat einstimmig gebilligt wurde, regelt die Benutzung des Leichenhauses. Sie tritt zum 1. November in Kraft. Der Friedhof selbst steht im Eigentum der Kirchenstiftung Schwarzhofen und wird von dieser auch verwaltet. (kö)

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