19.02.2019 - 17:01 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Im Kindergarten wird es eng

Der Schwarzachtal-Kindergarten kann mit dem wachsenden Bedarf nicht mithalten. Deshalb plant der Markt eine Erweiterung um eine dritte Gruppe. Die Zeit drängt - vor allem wegen der Fördermittel.

Der Schwarzachtal-Kindergarten soll im Dachgeschoss um einen weiteren Gruppenraum erweitert werden, um den künftigen Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen zu decken.

Die Zahlen, die Bürgermeister Maximilian Beer am Montagabend in der Marktratssitzung nannte, kamen für viele doch recht überraschend. Der Bürgermeister blendete zurück auf Gespräche mit dem Kreisjugendamt, bei denen eindringlich eine Erweiterung des Angebots vorgeschlagen wurde.

Demnach liegt der derzeitige Versorgungsgrad für Kinder unter drei Jahren nur bei gut 26 Prozent, und für Kinder über drei Jahren sogar nur bei 19,35 Prozent. Nach Aussage von Bürgermeister Maximilian Beer schlägt das Kreisjugendamt deshalb vor, neben der Kindergartengruppe und der altersgemischten Gruppe noch eine reine Krippengruppe mit zwölf Plätzen für Kinder unter drei Jahren neu einzurichten.

Hohe Förderung

Um den örtlichen Bedarf zu decken, wären nach Feststellung des Kreisjugendamts laut Bedarfsermittlung, die anhand der aktuellen Geburtenzahlen und der Prognosen erstellt wurde, 35 Plätze für Kindergarten- und Schulkinder sowie 17 Krippenplätze (siehe info-Kasten) nötig. Bürgermeister Beer nahm Bezug auf die geplante Kostenfreiheit, die vermutlich für vermehrte Anmeldungen sorgen wird, und ging insbesondere auch auf die Fördermöglichkeiten ein. Über die reguläre FAG-Förderung können 50 Prozent an Fördermitteln beantragt werden. Derzeit gibt es allerdings auch noch ein Sonderfinanzierungsprogramm des Bundes mit weiteren 35 Prozent, so dass die mögliche Gesamtförderung bei 85 Prozent liegt. Für dieses Sonderprogramm müssen allerdings bis zum 31. August die Förderanträge bei der Regierung eingegangen sein.

Angedacht sei, so der Bürgermeister, im nicht ausgebauten Dachgeschoss eine Erweiterung um eine dritte Kindergarten-/Krippengruppe einzuplanen. Man geht von geschätzten Kosten zwischen 400 000 und 450 000 Euro aus, wobei auf den Markt dann ein Eigenanteil von ungefähr 100 000 Euro zukommen würde. Einstimmig beschloss der Marktrat, weitere Schritte für die Errichtung einer dritten Gruppe einzuleiten.

"Systemtrenner"

"Es wird einen provisorischen Friedhof-Parkplatz geben", informierte Maximilian Beer, wenn gleich dazu nun auch eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis erforderlich war. Den Auftrag für das Herrichten der etwa 1700 Quadratmeter großen Parkfläche für 30 bis 50 Autos erhielt die Firma Seebauer für rund 21 000 Euro. Beer erhofft sich davon vor allem eine Entlastung der Parksituation bei Gottesdiensten und Beerdigungen. Unter ungünstigen Umständen können durch Löschwasserentnahmen an Hydranten und Standrohren Verunreinigungen in das Rohrnetz gelangen bzw. durch Druckstöße auch Rohrbrüche ausgelöst werden.

Deshalb schreibt die Trinkwasserverordnung sogenannte Systemtrenner als Sicherungseinrichtung vor. Der Marktrat entschied, für die Feuerwehren Schwarzhofen, Zangenstein, Schwarzeneck, Uckersdorf, Haag und Demeldorf solche Systemtrenner anzuschaffen.

Es ist eine Sammelbestellung zusammen mit der Stadt Neunburg und der VG Neunburg vorgesehen, wodurch ein Preissegment von etwa 1100 Euro pro Einrichtung statt etwa 1500 Euro erreicht wird.

Die Fläche ist schon abgesteckt: Auf rund 1700 Quadratmetern wird in unmittelbarer Friedhofsnähe ein provisorischer Parkplatz für maximal 50 Fahrzeuge entstehen.
Kindertagesstätte: Bedarf ermittelt:

Derzeit besuchen elf Schüler, 28 Kindergartenkinder und 14 Krippenkinder den Schwarzachtal-Kindergarten. Laut Bürgermeister Maximilian Beer werden es im kommenden Kindergartenjahr 25 Kindergarten- und 14 Krippenkinder sein. Aus der Bedarfsmitteilung bzw. Empfehlung des Kreisjugendamts geht hervor, dass für die Deckung des örtlichen Bedarfs allerdings 35 Plätze für Kindergarten (über drei Jahre) und Schulkinder sowie 17 Krippenplätze (unter drei Jahren) erforderlich wären. Im Jahr 2018 kamen im Marktgebiet elf Mädchen und Buben zur Welt. Im Hinblick auf die derzeit geführten politischen Diskussionen bezüglich der Einführung der Kostenfreiheit für den Besuch von Kindergärten und eventuell Kinderkrippen muss davon ausgegangen werden, dass mehr als die in der Bedarfsermittlung ermittelten Kinder angemeldet werden. (kö)

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