15.07.2020 - 11:54 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Neuer Glanz fürs Schwestern-Grab im Schwarzhofener Friedhof

Von 1836 bis 1974 hat der Orden der Armen Schulschwestern im Markt Schwarzhofen gewirkt. Ein Relikt dieser Zeit ist die Ruhestätte für verstorbene Ordensfrauen auf dem Friedhof. Nun erstrahlt das Grabmal im neuen Glanz.

Die gelungene Renovierung des Schulschwestern-Grabes durch Steinmetzmeister Erhard Fischer (Dritter von links) würdigten (von rechts) Bürgermeister Maximilian Beer, Lisbeth Voith, Dritter Bürgermeister Franz Stockerl und Pfarrer Markus Urban.
von Adolf MandlProfil

Die Weichen für die Sanierung der Schulschwestern-Grabstätte in Schwarzhofen hatte der Marktgemeinderat in seiner Sitzung am 26. August 2019 gestellt. In seinem damaligen Sachbericht hatte Bürgermeister Maximilian Beer die Situation erläutert. Das Grab der "Armen Schulschwestern von unserer Lieben Frau" erinnert an ein über 130 Jahre umfassendes Kapitel Ortsgeschichte.

Im Jahr 1836 hatten Schwestern auf Anregung des in Schwarzhofen gebürtigen Obermedizinalrats Johann Nepomuk von Ringseis Teile des 1802 säkularisierten und aufgelösten Dominikanerinnenklosters übernommen. Drei Jahre nach der Gründung des Ordens im benachbarten Neunburg vorm Wald durch Karolina Gerhardinger (Ordensname: Theresia von Jesu) entstanden in Schwarzhofen die erste Filiale und eine Mädchenschule.

1974 wurden die Armen Schulschwestern nach 138-jährigem Wirken wegen Nachwuchsproblemen aus dem Markt abgezogen. Der Markt erwarb in der Folge den im Eigentum des Ordens stehenden südlichen Teil des Klostergebäudes. Mit dem Kauf übernahm die Gemeinde auch die moralische Pflicht, sich um das Schwesterngrab auf dem Friedhof zu kümmern und es zu pflegen.

Im Neunburger Kloster der Armen Schulschwestern haben 2018 mehrere Ordensfrauen Professjubiläum gefeiert.

Neunburg vorm Wald

Nachdem im vergangenen Sommer die beiden Platten mit den Goldbeschriftungen der Schwestern-Namen heruntergefallen waren, wurden unverbindliche Angebote und Meinungen von örtlichen Steinmetzen zu den Schäden und deren Beseitigung eingeholt. Dabei offenbarte sich, dass das Grab auch sonst in schlechtem Zustand war und eine komplette Sanierung des Wandbereichs sinnvoll wäre. Deshalb fasste der Marktrat bei der Sitzung im August den Beschluss, das Grab in der vorgeschlagenen Weise erneuern zu lassen.

Bürgermeister Maximilian Beer wurde ermächtigt, den Auftrag an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben. Dies war Steinmetzmeister Erhard Fischer aus Prackendorf. Doch da die Jahreszeit schon weit fortgeschritten war, konnte dieser erst im Frühjahr 2020 die Arbeiten aufnehmen und das Werk vor kurzem abschließen.

Nun versammelten sich nach Abschluss der Sanierung Bürgermeister Beer, Dritter Bürgermeister Franz Stockerl, Pfarrer Markus Urban, Steinmetz Erhard Fischer sowie Lisbeth Voith, die das Grab pflegt, vor Ort. Beer lobte, dass das Grab "wundervoll renoviert" wurde und nun wieder einen würdigen Anblick biete. Er dankte dem Steinmetzmeister für die hervorragende Arbeit. Dieser erläuterte die verschiedenen Tätigkeiten, die für die Sanierung nötig waren.

Pfarrer Markus Urban sprach der Marktgemeinde einen Dank für die gelungene Renovierung aus. Ebenso wie der Bürgermeister, stellte er das gute Miteinander von Markt und Pfarrei heraus. Zum Schluss wurde noch ein gemeinsames Vaterunser gesprochen.

Hintergrund:

Das Leben der Ordensgründerin

Karolina Gerhardinger, die Gründerin des Schulschwestern-Ordens, wurde am 20. Juni 1797 als Tochter eines Schiffsmeisters in Regensburg-Stadtamhof geboren. Nach dem Abschluss der Mädchenschule des Notre-Dame-Klosters in Stadtamhof erlernt sie den Lehrerberuf und kommt damit einem Wunsch des damaligen Dompfarrers (und späteren Bischofs) MichaelWittmann nach. Im Oktober 1834 beginnt sie das klösterliche Leben in Neunburg. Nach einem harten und entbehrungsreichen Leben stirbt die Ordensfrau Maria Theresia von Jesu Gerhardinger 1879 in München. Papst Johannes Paul II. spricht sie am 17. November 1985 in Rom selig. Ihr Grab befindet sich in der Kirche Sankt Jakob im Münchner Angerkloster. (mp)

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