05.11.2019 - 17:05 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Neuwahlen beim Sportverein Schwarzhofen scheitern

Auf der Suche nach einer neuen Vorstandschaft muss der SV Schwarzhofen in die Verlängerung. Der Mitgliederversammlung ist es nicht gelungen, einen Nachfolger für den bisherigen Vorsitzenden Rüdiger Hügel zu finden.

Rüdiger Hügel ist nicht mehr Vorsitzender des SV Schwarzhofen.
von Adolf MandlProfil

Im Sportheim hatte Rüdiger Hügel nochmals erklärt, dass er nicht mehr für das Amt des SV-Vorsitzenden zur Verfügung stehe. Sein Schritt hänge damit zusammen, dass es – statt Unterstützung – viele unsachliche Vorwürfe gegen ihn habe. Schließlich könne der SV stolz darauf sein, dass zwei Herrenteams mit eigenen Spielern – ganz ohne "Legionäre" – aufgestellt werden können. Da gebe es nicht viele Vereine. Während der SV früher dafür kritisiert worden sei, auf Fremdspieler zu setzen, würden mittlerweile Spieler "mit Erfahrung" von außerhalb gefordert, weil die Mannschaft zu jung sei.

Hügel mahnte, die Bezirksliga-Zugehörigkeit auch nach 22 Jahren in Folge nicht als Selbstverständlichkeit zu sehen, sondern als eine besondere Leistung. Abschließend bedankte er sich bei der bisherigen Vorstandschaft sowie bei der Marktgemeinde für die gute Zusammenarbeit. Namentlich erwähnte er besonders Franz Bauer, Wolfgang Richter und Sabrina Danner für ihre Unterstützung.

Ein schweres Amt hatte danach der Wahlausschuss unter der Leitung von Bürgermeister Maximilian Beer. Da kein Wahlvorschlag vorlag, und Rüdiger Hügel nicht mehr für den Chef-Posten zur Verfügung stand, gestaltete sich die Neuwahl problematisch. Schließlich war auch nach drei "Runden" noch kein Kandidat gefunden. Die geplanten Neuwahlen wurden vorerst für gescheitert erklärt. Bürgermeister Beer erläuterte die Rechtslage und erklärte, dass die bisherige Führung laut Satzung kommissarisch so lange im Amt bleibt, bis Nachfolger gewählt sind.

Für die SV-Mitglieder heißt es nun, in die Verlängerung zu gehen. Für 1. Dezember wird um 19.30 Uhr eine außerordentliche Mitgliederversammlung ins Sportheim einberufen, bei der als einziger Tagesordnungspunkt die Wahl einer Vorstandschaft vorgesehen ist.

Zum Auftakt der Versammlung hatte Rüdiger Hügel einen ausführlichen Rückblick gegeben. Unter anderem hatte sich der SV im Jugendbereich heuer entschieden, eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein 1. FC Neunburg einzugehen. Auslöser dafür war, dass es immer schwieriger geworden sei, Trainer, Betreuer und Spieler zu finden, manche Aktive mussten am Wochenende in zwei Teams spielen. Die Lösung "Spielgemeinschaft" sei zwar nicht von allen SV-Mitgliedern gut aufgenommen worden, funktioniere bisher aber gut.

Rüdiger verschwieg nicht die Turbulenzen, die es seit dem Scheitern der "Ersten" in der Relegation zur Landesliga gegeben habe. Es gab teils schlechte Ergebnisse und der damalige Trainer Adi Götz habe den Verein zunächst informiert, dass er in der Winterpause nach Roding wechseln wolle, habe dies aber später widerrufen. Der SV habe sich zur Trennung von Adi Götz genötigt gesehen, als neuer Trainer wurde Georg Winkler geholt. Dieser jedoch habe keinen guten Kontakt zu den Spielern gefunden. Nach schlechten Ergebnissen zu Saisonbeginn kam die Trennung. Mit dem bisherigen Fitness-Coach Michael Hartlich als neuem Trainer sei auf eine interne Lösung gesetzt worden. Dieser habe einen guten Draht zu den Spielern, die Ergebnisse stabilisierten sich mittlerweile.

Laut Schriftführerin Christina Richthammer ist die Mitgliederzahl etwas zurückgegangen und liegt aktuell unter 600. Nach wie vor sind ein großer Anteil Kinder, Jugendliche bis 17 Jahren sowie junge Erwachsene. Dies lasse für die Zukunft hoffen. Gewaltige Umsätze listete Schatzmeisterin Martina Ippisch auf. Hohen Ausgaben für Sportgelände, Löhne, Steuern und den gesamten Spielbetrieb stehen Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgeldern, Bandenwerbung, Veranstaltungen und Vereinszeitung gegenüber.

Bürgermeister Maximilian Beer machte dem Verein ein großes Kompliment für sein vielfältiges Angebot. Er erinnerte daran, dass der Markt für die Instandhaltung des Sportheim-Parkplatzes viel Geld in die Hand genommen habe und den Verein auch anderweitig unterstütze. Mit Blick auf den nötigen Neuanlauf zu den Wahlen bat er, die große Tradition des Vereins hoch zu halten, gerade auch im Hinblick auf das Heimatfest 2020.

Die SV-Basketballer haben, wie Christian Scharf berichtete, den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga geschafft. Für die Gymnastikabteilung vermeldete Kathrin Weiß ein breites Angebot für alle Altersklassen. Fußballabteilungsleiter Marco Schmidtke verzeichnete beim Toto-Pokal den vierten Sieg in Folge beim Kreisfinale. Die zweite Mannschaft sei das jüngste Team in der A-Klasse.

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