14.10.2020 - 10:38 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Ringseis-Grundschule in Schwarzhofen wird grundüberholt

Seit 1967 sitzen Schüler in der Dr.-von-Ringseis-Grundschule.Bürgermeister Maximilian Beer war selbst dort. Er zeigt, was sich derzeit am in die Jahre gekommenen Gebäude tut. Was gemacht wird, ist mehr als ein kosmetischer Eingriff.

Bürgermeister Maximilian Beer (rechts) und Architekt Michael Steidl sprechen über dem Umbau der Grundschule. Die Fenster, die in rosafarbene Folie gepackt sind, sind alle neu, genauso wie die Türen am Gebäude.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Die energetische Sanierung der Dr.-von-Ringseis-Grundschule bezeichnet Bürgermeister Maximilian Beer als eine „Operation am offenen Herzen“. Denn während das Zwei-Millionen-Euro-Projekt über die Bühne geht, findet im Schulhaus ganz normaler Unterricht statt. Der Mittelbau des Schulhauses, der 1967 errichtet wurde, war so sehr in die Jahre gekommen, dass die Schüler im Sommer die Hitze kaum mehr aushalten konnten, im Winter dafür frieren mussten. Mit dem Kommunalen Investitionsprogramm des Freistaats Bayern sind die Sanierungsarbeiten nun in vollem Gang.

Alte Bausünden ausmerzen

Architekt Michael Steidl erklärt, was sich gerade tut, während hinter ihm die Arbeiter auf dem Gerüst vor der Schule bohren, hämmern, streichen und schleifen. „Bis jetzt haben wir neue Kunststofffenster eingebaut“, sagt er. Eine Maßnahme, die der Mittelbau des Gebäudes dringend nötig hatte. Die neuen Fenster isolieren über das Fünffache mehr als die alten. Beer fasst es umgangssprachlich zusammen: „Im Winter hat’s die Kinder beidelt, und im Sommer sind sie drin vor Hitze umgekommen .“

Eine klare Sünde aus den Tagen, in denen die Schule gebaut wurde: Am Treppenhaus des Schulgebäudes gab es alte Profilit-Verglasungen. Profilit ist ein Stoff, der bei Industriebauten zum Einsatz kommt. „Die verwendet man normalerweise dort, wo bloß zehn oder zwölf Grad im Raum herrschen und nicht 22 oder 23 Grad wie da drin“, erklärt Steidl. An der Stelle, wo früher das Profilit war, sind nun ebenfalls moderne Kunststofffenster, die gleichzeitig auch zum Brandschutz beitragen.

Schule in neuem Kleid

Auch die Pausenhalle und die Sporthalle haben neue Türen. „In der Sporthalle haben wir neue Eingänge geschaffen. Eine Umfahrt um das Gebäude haben wir auch gebaut“, sagt Steidl. Außen bekommt die Schule momentan ein neues Kleid, das sie im Winter warm und im Sommer kühl halten soll. Der Fachmann nennt das Vollwärmeschutz und der wird, wie Steidl sagt, aus Brandschutzgründen aus einer mineralischen Dämmung hergestellt. „Die wird mit 12 Zentimetern aufgebracht“, sagt Steidl. Wenn alles trocken ist, folgen noch Putz und Farbe. Vor dem Schulgebäude liegt ein großer Haufen alter, vergilbter Rollläden. „Das ist der ehemalige Sonnenschutz“, sagt Beer. Nicht gerade Rollläden, mit denen man die Helligkeit im Raum hätte genau regulieren können. „Entweder war’s im Sommer stockfinster, oder es war gar kein Sonnenschutz da“, sagt Beer. Der neue Sonnenschutz dagegen wird elektrisch funktionieren und es wird möglich sein, den Lichteinfall präzise zu verändern.

Neue Heizungen kommen

Richtig gelungen ist eine energetische Sanierung erst, wenn auch die Heizung im Haus ein Update bekommt. Steidl: „Da wird von Öl auf Gas umgestellt. Es werden ein neuer Gaskessel und ein kleines Blockheizkraftwerk eingebaut.“ Was weitere Änderungen an den Leitungen angeht, läuft gerade die Ausschreibung.

Innen tut sich ebenfalls etwas. Eine Mädchen-Toilette soll renoviert und Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden. „Wir rechnen da schon mal die Kosten aus, damit der Bürgermeister vor Schreck nicht umfällt“, sagt Steidl. Einige der nötigen Umbauten habe Steidl schon während der energetischen Sanierung umsetzen können, andere müssen eigens in Angriff genommen werden. Schließlich erneuert der Architekt auch die Fassade des Gebäudetrakts von 1987. „Da waren Fenster, da konnte man, wenn sie geschlossen waren, den Schlüssel durchstecken“, sagt er. Die neue Fassade aus Aluminium ist bereits bestell

Im Winter hat’s die Kinder beidelt, und im Sommer sind sie drin vor Hitze umgekommen

Schwarzhofens Bürgermeister Maximilian Beer

Schwarzhofens Bürgermeister Maximilian Beer

Hintergrund:

So hat sich die Schule im Laufe der Jahre verändert

Ursprünglich war die heutige Dr.-von-Ringseis-Grundschule eine Grund- und Hauptschule für die Gemeinden Schwarzhofen, Altendorf und Dieterskirchen. 1967 wurde der Mittelteil gebaut, die beiden Seiten-Flügel wurden 1987 angebaut, um der Menge an Schülern gerecht zu werden. Teilweise wurde die Schüler auch ausgelagert. Als die Haupt- in eine Mittelschule umgewandelt wurde, gingen die Schülerzahlen allmählich zurück. „Dann war die Mittelschule Schwarzhofen nicht mehr zu halten“, sagt Bürgermeister Maximilian Beer.

Heute ist die Schule nur noch Grundschulstandort mit weniger als 50 Schülern in zwei Kombiklassen. Zum Vergleich – früher einmal waren es fast 600. Das Gebäude wäre heute eigentlich überdimensioniert. „Wir können ja nicht einfach ein Stockwerk wegsprengen“, sagt Beer, weshalb das Schulhaus nun auch auf andere Weise genutzt wird. Im Obergeschoss befindet sich heute das Gemeindearchiv. „Das ist besser als wenn die Dokumente weiter über Jahre am Dachboden im Rathaus eingestaubt wären“, sagt Beer. Zudem gibt es eine Mutter-Kind-Gruppe, die einen Raum nutzt. Zudem sind einige Räume gewerblich vermietet. Die Mitarbeiter haben einen separaten Zugang. Das ist aber noch nicht alles. „Wie sagt der Oberpfälzer: Selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen ist“, sagt Beer und verweist auf die viel zu kleinen Räume der Markt- und Schulbücherei. „Die hat nun hier ganz bequem reingepasst“, sagt Beer.

Wichtig dürfte der Umbau für Eltern und Schüler werden, die das Konzept einer öffentlichen Ganztagsschule nutzen wollen. „Da sollen die Räumlichkeiten dafür im ehemaligen Physiksaal geschaffen werden“, sagt Beer.

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