27.06.2018 - 16:15 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Schutzzone für Wiesenbrüter

Als Naturjuwel vor der Haustür gilt die Schwarzachaue. Doch die Artenvielfalt ist bedroht: Kiebitz, Braunkelchen und Co. sind auf dem Rückzug. Für die Brutzeit der seltenen Vögel bis Mitte August gilt nun ein eindringlicher Appell.

Das Braunkehlchen hat in den Schwarzachauen seinen Lebensraum. Doch der Bestand des Wiesenbrüters ist bedroht.
von Externer BeitragProfil

Die attraktive Kulturlandschaft rund um Schwarzhofen bietet Gästen und Einheimischen viele Möglichkeiten zur Erholung. Besonders die Schwarzach prägt große Teile des Gemeindegebiets. Der weitgehend unverbaute Flusslauf, zahlreiche Altwässer und Flutmulden sowie große Feuchtwiesenkomplexe sind auch für die selten gewordenen Wiesenbrüter die letzten Lebensräume.

Laut Birgit Simmeth, Gebietsbetreuerin für den Naturpark Oberpfälzer Wald und das Oberpfälzer Seenland, ist die Schwarzachaue auch deswegen als "Natura-2000"-Gebiet an die EU gemeldet. In diesen Bereichen sollen die vorhandene biologische Vielfalt erhalten und wildlebende Pflanzen, Tiere sowie natürliche und naturnahe Lebensräume geschützt werden.

"Noch kommen hier Raritäten wie Blaukehlchen und Braunkehlchen vor", verdeutlicht Simmeth. Doch weitere Wiesenbüter wie Bekassine und Kiebitz seien schon fast verschwunden. Es fehlen Brutnachweise. Bayernweit seien in den vergangenen Jahrzehnten deutliche Bestandsrückgänge bei Wiesenbrütern festzustellen. Diese gelten als die am stärksten gefährdete Vogelgruppe. Aus diesem Grund hat das Landesamt für Umwelt ein spezielles Artenhilfsprogramm ins Leben gerufen.

Die Brisanz wird deutlich am Beispiel des Braunkehlchens, das mittlerweile vom Aussterben bedroht sei, so Simmeth. Dokumentiert wurde dieser starke Rückgang - um etwa 80 Prozent in den vergangenen Jahren - auch für den Landkreis Schwandorf. Umso wichtiger sei es daher, diese selten gewordenen Arten auf den wenigen verbliebenen Restflächen auf keinen Fall zu gefährden und sie in der Brutzeit von Mitte März bis Mitte August nicht zu stören.

„Wiesenbrüter wie das Braunkehlchen, der Kiebitz oder die Bekassine sind sehr empfindlich, vor allem während der Brutzeit“, erläuterte Felicitas Lubinski von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Schwandorf. „Auch weitere Vogelarten wie die Feldlerche oder der Weißstorch gehen hier auf Futtersuche“, ergänzt Wolfgang Hermann vom Landesbund für Vogelschutz.

Zum Schutz der Wiesenbrüter wird darum gebeten, im Zeitraum zwischen dem 15. März und 15. August auf den ausgewiesenen Wanderwegen zu bleiben und Hunde anzuleinen.

Diesen Appell hat auch der Markt Schwarzhofen in seinem aktuellen Amtsblatt aufgegriffen. Bürgermeister Maximilian Beer ergänzt: „Ich freue mich über die Raritäten hier an der Schwarzachaue und hoffe, dass die Hunde an die Leine genommen werden um das seltene Wiesenbrütervorkommen mit zu unterstützen." Erläuternde Tafeln über die Artenvielfalt in der Schwarzachaue hat der Naturpark Oberpfälzer Wald mit Unterstützung des Marktes Schwarzhofen und der Unteren Naturschutzbehörde bei Girnitz und Schönau aufgestellt.





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