Mehr als nur ein Museum

Noch viel mehr wert als die 230 000 verbauten Euro ist die ehrenamtliche Arbeit, die ins Heimatmuseum im Ortskern von Seebarn geflossen ist. Bei der Einweihung des Ranklhofs wird der Einsatz um ein wertvolles Stück Dorfgeschichte würdigt.

Der Sonntag markierte einen Höhepunkt in der Geschichte des Heimatmuseums und des Heimatvereins in Seebarn. Zur Einweihung des Ranklhofes waren zahlreiche Ehrengäste gekommen
von Helga ProbstProfil

(pko) An anderen Orten werden alte Häuser neu aufgestellt, aber in Seebarn ist es dem Heimatverein zu verdanken, dass vorhandenes Gut erhalten werden konnte. Ein engagierter Helferkreis um Vorsitzenden Adolf Greiner hat es geschafft, die gute alte Zeit lebendig zu machen. Am Sonntag fand ein großes Stück Arbeit mit der Einweihung des Ranklhofes, des Bräukellers und des Kräutergartens einen krönenden Abschluss.

Den Dankgottesdienst nach der erfolgreichen Sanierung des Ranklhofes zelebrierte Pfarrer Theo Schmucker in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Raimund Ferstl und sein „Gwiach hot ana“ führten danach den Kirchenzug zum Bräukeller an. Dort unterstützte Gerhard Beck, der evangelische Pfarrer, die Segnung des restaurierten und wieder begehbaren Gewölbes.

Architekt Michael Steidl gab die historischen Fakten preis und erläuterte die Maßnahmen der Sanierung. „Die Kelleranlage wird als verzweigter Gewölbekeller mit architektonisch gefasstem Mundloch 18./frühes 19. Jahrhundert beschrieben“, informierte Steidl über den an der Durchfahrtsstraße gelegenen Keller, der ehemals zu einem Kleinbauern- und Brauhaus gehörte. Auf Drängen von Adolf Greiner und mit finanziellem Engagement der Stadt Neunburg konnte die Sanierung 2017 in Angriff genommen werden.

Nach der Segnung des Ranklhofes besprengte Pfarrer Schmucker auch die Beete im neu angelegte Bauern- und Kräutergarten. Zum Trocknen der hier wachsenden Heilpflanzen und Tees erhielt das Hauptgebäude einen funktionellen Dachboden. Das war ein Projekt aus dem 2012 aufgestellten Konzept „Vitakothek – das lebendige Dorf des Heimatvereines Seebarn“. Dieses zukunftsorientierte und richtungsweisende Konzept rückte den Ranklhof in den Dorfmittelpunkt und öffnete neue Wege für die Nutzung. Er wurde zu einem lebendigen Lernraum für Schulen und Kindergärten und einem interessantem Anschauungsobjekt für den Tourismus.

Viele fleißige Hände, zielgerichtete finanzielle Unterstützung und die unsichtbare Kraft des Gemeinschaftsgeistes haben den Ranklhof aus dem Dornröschenschlaf geweckt und ihm wieder Leben eingehaucht. Das wurde auch in den Grußworten der Ehrengäste deutlich. „Das lebendige Museum in der Ortsmitte von Seebarn ist fertig“, freute sich Martin Birner. Die sehr aufwendige und jahrelange intensive ehrenamtliche Arbeit des Heimatvereines habe sich gelohnt, würdigte der Bürgermeister das Ergebnis. Für die Unterstützung und die Gewährung eines Zuschusses von 40 567 Euro dankte der Bürgermeister LAG-Managerin Stephanie Wischert und Leader-Koordinator Hans-Michael Pilz, die zur Einweihung gekommen waren.

Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch gratulierte zum schmucken Heimatmuseum, mit dem sich Seebarn über die Grenzen des Landkreises hinaus einen guten Namen gemacht habe. Von "einem besonderen Tag für den Heimatverein" sprach Dr. Heio Steffens. Als Vorsitzender der Steffens-Stiftung und als Ehrenmitglied hat er sehr zum Gelingen der Sanierung beigetragen. Er wünschte den Vorstandsmitgliedern viel Kraft für die Zukunft, damit ihr Engagement weiter gehen könne. Einfallsreichtum hatte der Verein auch zur Einweihung wieder bewiesen: Eigens zum Anlass kam ein selbstgebrautes Festbier zum Ausschank.




Pfarrer Theo Schmucker erteilte dem Kräutergarten den kirchlichen Segen. Heilpflanzen und sogar Tee gedeihen hier.

Architekt Michael Steidl erläuterte die Sanierung des Bräukellers.

Info:

Jede Menge los

Einweihung: Dank- und Festgottesdienst in der Pfarrkirche; Kirchenzug mit der Kapelle „Gwiach hot ana“ zum Bräukeller; Segnung des Bräukellers durch die Pfarrer Theo Schmucker und Gerhard Beck.

Informationen durch Architekt Michael Steidl zur Sanierung; Segnung des Ranklhofs und des Bauern- und Kräutergartens; Grußworte der Ehrengäste und Mittagessen.

Rahmenprogramm: Führungen durch das Museum im Pfarrhof mit Ehrenvorsitzendem Otto Mehltretter und durch den Bräukeller mit Architekt Michael Steidl. Den Bauern- und Kräutergarten erläuterten Christine Ebenschwanger und Ingrid Weidinger, dazu gab es Kräuterquarkkostproben. Nachmittags gab es Kaffee und Kuchen und das gesamte Areal des Bäuerlichen Heimatmuseums Oberpfälzer Wald durfte besichtigt werden. (pko)

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