Traditionell feiern die Siegritzer am Namenstag der heiligen Anna (26. Juli) ihr St.-Anna-Fest mit einem Gottesdienst und einem Fest. Vergangenes Jahr musste aufgrund der Corona-Pandemie beides entfallen. Auch in diesem Jahr fand – immer noch coronabedingt – kein Fest der Dorfgemeinschaft statt. Dafür aber ein Gottesdienst vor der St.-Anna-Kapelle bei schönstem Sommerwetter. Dabei wurde auch der Jahrestag der 200. Weihe der Kapelle gewürdigt.
„Heute haben wir gleich drei Gründe, hier im Freien einen Gottesdienst zu feiern“, sagte Pfarrer Martin Besold. „Denn erstens gedenken wir der heiligen Anna, zweitens feiern wir den Namenstag Anna und Joachim und drittens hat Papst Franziskus den heutigen Tag zum ,Tag der Großeltern’ erklärt.“ Besold ging etwas auf die Geschichte der schmucken Kapelle mit einem Panoramablick auf den Steinwald ein. „Gutsherr Johann Nepomuk von Ibscher auf Schloss Siegritz begann 1813 den Bau der Kapelle, deren Fertigstellung einige Jahre in Anspruch nahm“. Durch Pfarrer Anton Goehl erfolgte erst am 14. August 1821, also vor 200 Jahren, die kirchliche Weihe.
Einen Dank sprach der Pfarrer der Siegritzer Dorfgemeinschaft aus, die dieses kleine Gotteshaus hervorragend pflegt. „Wann waren Sie das letzte Mal so richtig satt?“ Diese Frage stellte Pfarrer Besold den Gottesdienstbesuchern. „Für gewöhnlich werden wir jeden Tag satt“, stellte er fest. „Das genügt aber nicht, denn ich kann satt sein und mich trotzdem schlecht fühlen.“
„Nur Gott genügt – diese Worte standen auf einem Zettel, den man bei der heiligen Teresa von Avila nach ihrem Tod gefunden hat.“ Wie Besold ausführte, war es ihre große Lebenserfahrung: „Erst Gott reicht aus, um wirklich Erfüllung zu schenken. Hätte ich alles, was das Leben bieten kann, aber die Gemeinschaft mit Gott nicht – es wäre alles flach, leer und ungenügend.“
Die Worte griff Pfarrer Besold auf. „Mit dem Wenigen, dass da ist, einfach den Einsatz wagen.“ Einfach darauf vertrauen, dass Gottes Möglichkeiten viel größer seien als die eigenen. „Denn daraus entwickelt sich ein sattes, erfülltes Leben.“ Musikalisch umrahmte der evangelische Posaunenchor Erbendorf den Gottesdienst.













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