17.08.2020 - 11:25 Uhr
Sigl bei VilseckOberpfalz

In Sigl seltene Wespenspinne entdeckt

Armin Heuberger mäht mit der Handsense die Blumenwiese in seinem Garten. Dabei macht der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Sigl eine ungewöhnliche Entdeckung: Vor ihm krabbelt eine hierzulande seltene Wespenspinne.

Die Wespenspinne gilt als eine der schönsten Spinnen, die in Deutschland vorkommen.
von Autor CTProfil

Diese eher unbekannte Wespenspinne, die Armin Heuberger in seinem Garten findet, besitzt einen schön gezeichneten Körper, der dem einer Wespe ähnelt – daher auch der Name. Mit dieser Täuschung will das Insekt ihre natürlichen Fressfeinde abschrecken. Das Exemplar, das Heuberger entdeckte, war ohne Beine etwa zwei Zentimeter lang und einen bis eineinhalb Zentimeter breit.

Die Wespenspinne ernährt sich nach Angaben des Gartenbauvereinsvorsitzenden von kleinen Insekten und auch größeren Fliegen und Grashüpfern. Einen Schmetterling, der sich in ihrem Radnetz verfängt, verschmäht sie auch nicht. Die Art zählt zu den echten Radnetzspinnen und gilt als eine der schönsten Spinnen, die in Deutschland vorkommen. Anders als im Tierreich üblich, ist das Weibchen das prachtvollere Wesen. Das Männchen ist unscheinbar einfarbig braun bis hellbraun gefärbt und auch wesentlich kleiner, etwa fünf bis sieben Millimeter. Wie bei den Spinnen meist praktiziert, teilt auch das Männchen der Wespenspinne das Schicksal seiner Artgenossen: Es wird nach Vollzug der Begattung vom Weibchen aufgefressen.

Sex mit dem Leben bezahlt

Beheimatet war die Spinne früher im wärmeren südlichen Mittelmeerraum. Doch durch den Klimawandel fand sie den Weg in den Norden und verbreitete sich auch in Mitteleuropa. Die Giftmenge, die das Tier verspritzt, ist sehr gering und für den Menschen völlig ungefährlich. Sie betäubt damit ihre Beute, um ihr Opfer in aller Ruhe auszusaugen und zu verzehren.

Armin Heuberger betont, dass niemand beim Anblick dieser wunderschönen Spinne in Panik zu geraten brauche, sondern man das Tierchen in Ruhe betrachten sollte. Vielleicht biete sich ja der Anblick, dass sich eine Fliege im Netz der Spinne verfängt und man bei der Mahlzeit zuschauen könne. Er merkt noch an: "Hätte ich mit einem Motormäher oder einem Freischneider (Motorsense) gearbeitet, wäre mir das schöne Geschöpf wahrscheinlich nicht mal aufgefallen und ich hätte es mit großer Sicherheit mit den schnell rotierenden Messern getötet. Also Augen auf in der Natur."

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.