16.05.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Pauline Füg zu Gast bei Schülern So macht Literatur Spaß

"Poetry - was?" Das war unsere erste Reaktion, als unsere Lehrerin Eva Schrenker uns eröffnete, dass wir an einem Workshop zum Thema "Poetry Slam" teilnehmen werden.

Pauline Füg ist im Poetry-Slam eine ganz Große (links). Die Achtklässler schrieben auch selbst Texte (rechts). Bilder: hfz
von Redaktion OnetzProfil

Jung, cool, authentisch und voller Elan - so präsentierte sich uns die 34-jährige Pauline Füg, als sie auf Einladung des Bayernwerks im April zu uns in der Klasse 8c der Hans-Scholl-Realschule in Weiden kam, um ihr Wissen über Poetry Slam zum Besten zu geben.

Ihres Zeichens eine der erfolgreichsten Poetry-Slammerinnen im deutschsprachigen Raum, startete Pauline Füg den Workshop zunächst mit einer eher ungewöhnlichen Vorstellungsrunde: Name, Hobby, Lieblingstier und ein geheimer Wunsch waren die Vorgaben.

Sie selbst mag Katzen und würde gerne einmal die Welt bereisen. Von uns wollte keiner mit seinem "geheimen Wunsch" herausrücken, vermutlich sind wir wohl doch alle wunschlos glücklich. Anschließend wurde endlich die Frage geklärt, was denn nun Poetry Slam sei.

Moderner Wettstreit

Bei Poetry Slam handelt es sich um einen "modernen Dichterwettkampf". Menschen treten mit selbst verfassten Texten gegeneinander an, wobei das Publikum - etwa durch die Lautstärke des Applauses - über den Sieg entscheidet. Aber auch eine Wertung über Punkte ist möglich. Hier gibt es klar festgelegte Regeln, wie eine Vorteilsnahme oder Benachteiligung vermieden werden kann. Man stelle sich nur vor, ein Dortmund-Fan würde einen Text über seine Mannschaft verfassen und ein Anhänger des FC Bayern Münchens müsste diesen beurteilen.

Bei den Wettbewerben ist aber nicht nur das Geschriebene, sondern auch die Performance entscheidend. Ein Text kann noch so gut sein - ist er schlecht vorgetragen, kommt er beim Publikum vermutlich nicht an. Laut Pauline Füg sei der Sieg jedoch für die Poetry-Slammer eher zweitrangig, vielmehr gehe es darum, seine eigenen Gedanken mit anderen Menschen zu teilen.

Schwerer als gedacht

Bekanntlich folgt nach der Theorie die Praxis. Doch noch bevor wir selbst kreativ tätig werden durften, trug die Workshop-Leiterin einen ihrer Texte vor. Dieser handelte von Justus Jonas, eine Hauptfigur aus der Jugendbuchserie "Die drei ???" und Held ihrer Kindheit. Am Ende durften wir Pauline Füg sogar bewerten. Unsere erste eigene Aufgabe war es nun, Satzanfänge zu einem Promi, Gegenstand oder Gefühl zu vervollständigen. Trotz der Hilfestellungen fiel es uns doch schwerer als gedacht.

Auch die anschließende Präsentation der eigenen Ideen machte einigen etwas zu schaffen. Doch gerade hier zeigte sich ganz deutlich: Manch einer hatte zwar einen tollen Text geschrieben, trug ihn aber ohne Überzeugungskraft und Selbstbewusstsein vor. Andere hingegen schrieben vielleicht etwas holprig, wussten sich aber zu präsentieren und überzeugten durch ihre Performance.

Danach durften wir einen eigenen Superhelden erschaffen, mit selbst erfundenem Aussehen, all seinen Stärken und Schwächen sowie einem böswilligen Gegner. Diesen sollten wir schließlich in einer Geschichte beschreiben. Unser Fazit: Literatur kann auch Spaß machen und wer weiß, vielleicht steckt ja auch in uns ein Poetry-Slammer?

Klasse 8c der Hans-Scholl-Realschule Weiden

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