20.09.2018 - 15:28 Uhr
Oberpfalz

Ein Spanier aus Wolfsburg

Großer Auftritt vor internationaler Presse in Tarragona: Seat präsentiert den Tarraco und macht nur aus dem Preis noch ein Geheimnis. Wir versuchen es zu lüften.

Caramba, Tarraco, ein Seat: Das neue Midsize-SUV aus Spanien wird in Wolfsburg gebaut und macht konzernintern dem Tiguan Allspace und dem Skoda Kodiaq Konkurrenz.
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Tarraco - was ist das? Der alte (römische) Name für Tarragona, hätte Google bis vor kurzem vielleicht noch ausgeworfen. Jetzt gibt es Treffer über Treffer für die neue Verwendung: Das Midsize-SUV von Seat. Und das gleicht dem Skoda Kodiaq und dem VW Tiguan Allspace schon stark. Wen wundert's, läuft doch der Tarraco in Wolfsburg vom Band und bedient sich der selben Plattform wie die Konzernbrüder. Dennoch gibt es natürlich Unterschiede: im Design, in der Ausstattung und in der Fahrwerksabstimmung. Entwicklungs-Vorstand Matthias Rabe: "Der Tarraco ist das sportlichste Auto im Segment." Das neue Flaggschiff der Marke soll laut CEO Luca de Meo "das Hauptauto im Haushalt" werden. Tarraco ist nach Ateca und Arena das dritte Sport Utility Vehicle (SUV) der Spanier und es soll den "Lauf" der Marke weiter befördern: Die Zahlen, die de Meo nennt, sind beeindruckend: Steigerung der Kundenzufriedenheit um 45 Prozent, des Gewinns um 65 Prozent. Mit 384 000 verkauften Autos von Januar bis August 2018 Rekord in der Unternehmensgeschichte. Seat-Kunden sind im Schnitt zehn Jahre jünger als die anderer Marken, und die Eroberungsrate liegt bei 70 Prozent.

Mit einer Außenlänge von 4,74 Metern überragt der Tarraco den Kodiaq um vier Zentimeter. Er ist wie der Skoda auch mit sieben Sitzen bestellbar. Der Kofferraum misst bei fünfsitziger Konfiguration 760 Liter; umgeklappt gehen bis zu 2000 Liter in das Gepäckabteil.

150 oder 190 PS

Bei den Motoren zum Start Anfang nächsten Jahre zunächst bewährte Kost: Diesel und Benziner mit Front- und Allradantrieb und Leistungsstufen von 150 und 190 PS, teilweise mit DSG kombinierbar oder serienmäßig verbunden. Für 2020 kündigt Rabe einen Plugin-Hybriden mit 210 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment an. Rein elektrische Reichweite: 50 Kilometer, CO2-Ausstoß 50 Gramm pro Kilometer.

Klappe öffnet elektrisch

Sitzprobe: Der Tarraco "passt" auf Anhieb, macht mit exklusiver Innenausstattung mächtig Eindruck. Respektabstand zum Tiguan? Nicht die Bohne. Die Anzeigen sind serienmäßig digital und individuell konfigurierbar, der zentrale Bildschirm mit Gestensteuerung sitzt schwebend am Armaturenbrett. Zum Start misst er 8 Zoll in der Diagonale, ein noch größerer mit 9 Zoll soll in Kürze folgen. Die Heckklappe öffnet serienmäßig elektrisch. Ab Werk rollt der Tarraco auf 20 Zoll großen Leichtmetallfelgen. An Assistenten ist an Bord, was derzeit State of the Art ist. Spurhalteassistent und das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit City-Notbremsfunktion, inklusive Radfahrer- und Fußgängererkennung, sind Serie, während Systeme wie der "Blind Spot"-Sensor, die Verkehrszeichenerkennung, der Stauassistent, die automatische Distanzregelung (ACC), der Fernlicht- und der Notfallassistent optional erhältlich sind. Darüber hinaus bietet der Tarraco automatischen Notruf, Pre-Crash Assistent und Überschlagerkennung. Alexa, der gute Geist von Google, fährt auf Wunsch ebenfalls im Tarraco mit und erfüllt (fast) jeden Wunsch.

Schon ab Werk verfügt der Wagen über LED-Licht hinten und vorne. Am Heck fällt die durchgehende Lichtleiste zwischen den Leuchten auf. Typisch Seat ist die dreieckige Grafik der Leuchten. Der Tarraco geht zu Beginn in den Ausstattungslinien Style und Xcellence an den Start. Eine sportliche FR-Version ist bereits angekündigt.

Unter 30 000 Euro?

Was wird der Tarraco kosten? Matthias Rabe gibt sich ausweichend, sagt "ähnlich viel wie der Kodiaq". Wir rechnen mit einem Einstiegspreis von knapp unter 30 000 Euro. Nach oben ist dann freilich viel Luft, wenn's im Konfigurator ans "Kreuzemachen" geht.

Bildergalerie Seat Tarraco

Kurzes Video von der Präsentation in Tarragona

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