10.01.2020 - 14:33 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Alternative für soziales Miteinander

Informationen zum Verein "Wir sind Jung und Alt zusammen", kurz J.A.Z., initiierte die Schlaganfallselbsthilfegruppe Speichersdorf.

Monika Helgert und Gerhard Krug (stehend) berichten bei der Schlaganfallselbsthilfegruppe über J.A.Z.
von Arnold KochProfil

Informationen zum Verein "Wir sind Jung und Alt zusammen", kurz J.A.Z., initiierte die Schlaganfallselbsthilfegruppe bei ihrem ersten Gruppentreffen dieses Jahres in den Vereinsräumen der Festhalle. Vorsitzender Herbert Brilla hieß dazu rund 20 Teilnehmer, insbesondere die Referenten Monika Helgert aus Glashütte und Vorsitzenden Gerhard Krug aus Bayreuth willkommen.

"Wir sind ein junger Verein für eine starke Gemeinschaft. Jung und Alt Seite an Seite in jedem Alter. Unser Ziel ist es, dass sich Menschen untereinander im Verein helfen", verdeutlichte Krug. Damit solle bezweckt werden, dass ältere und behinderte Menschen länger ein selbstbestimmtes Leben in gewohnter Umgebung führen können. Die Hilfe solle generationsübergreifend angeboten und angenommen werden können.

Kleine Dinge oft mühsam

Helgert betonte, dass oft kleine Dinge des Alltags im Alter oder bei Krankheit mühsam würden: "Als Mitglied im J.A.Z. sind Sie nicht alleine und haben einen Ansprechpartner für Ihre Anliegen." In dem bereits über 640 Mitglieder zählenden J.A.Z.-Netzwerk engagieren sich unterschiedliche Generationen sozial und reichen einander eine helfende Hand. Sie geben ihre Zeit und erhalten dafür einen finanziellen Ausgleich. Sie helfen bei der Besorgung oder Begleitung bei Einkäufen, im Haushalt, beim Beaufsichtigen und der Versorgung von Tieren bei Krankheit und Urlaub. Sie unterstützen bei Garten- und Hausarbeiten, bei der Grabpflege und beim Winterdienst, begleiten beim Gang zum Arzt, zur Behörde oder zur Kirche oder bei Freizeittätigkeiten. Regelmäßige Haushalts- und Handwerkerarbeiten werden jedoch nicht auf Dauer übernommen. Senioren übernehmen Opa-/Oma-Aufgaben, helfen bei den Hausaufgaben.

Der "Hilfetauschring" wird per Anruf oder Besuch in der Geschäftsstelle (Eduard-Bayerlein-Straße 5, Telefon 09212/3057905 oder per E-Mail unter info[at]jaz-bayreuth[dot]de) aktiviert. Die gesellschaftliche Bedeutung von J.A.Z. hat auch das Sozialministerium erkannt. Es gibt eine Anschubfinanzierung, um die Lebensqualität im Alter zu verbessern. J.A.Z. wird zudem von der Stadt und dem Landkreis unterstützt. Zur Vorgehensweise erläuterte die Referentin, dass das hilfesuchende J.A.Z.-Mitglied der Geschäftsstelle die erforderliche Art der Unterstützung nennt. Monika Helgert findet mittels EDV den möglichst nahen und passenden Helfer. "Manchmal sind es Nachbarn, die eine Straße weiter wohnen, die wir so zusammenbringen und sich helfen können. Danach gibt es immer eine Rückmeldung, ob alles ok war. Dabei entstehen oft Freundschaften", wusste Helgert.

Krug erläuterte, dass dem Hilfesuchenden für Hilfeleistungen ein pauschaler Stundensatz von 8 Euro verrechnet wird. Davon erhält der Helfer 6 und der Verein 2 Euro. Für notwendige Fahrten wird eine Kilometerpauschale von 0,25 Euro je Kilometer vergütet. Der Mitgliedsbeitrag des genossenschaftlich organisierten und eingetragenen gemeinnützigen Vereins beträgt für eine Einzelperson 30, für Familien und Partnerschaften 45, für Jugendliche, Schüler und Studenten 15 und für Institutionen und Vereine 50 Euro pro Jahr. So werden pro Monat bis zu 400 Hilfestunden vermittelt und über den Verein abgerechnet. Entgelte werden monatlich ausgezahlt oder dem Zeitkonto des Helfers gut geschrieben. Diese sind unfall-, kasko- und haftpflichtversichert.

Ausflug im April

Alle vier Wochen steht am vierten Montag jeden Monats um 15 Uhr ein Mitgliedertreffen in der Bürgerbegegnungsstätte Am Sendelbach 1 auf dem Programm. Das Büro ist Montag bis Mittwoch in der Eduard-Bayerlein-Straße 5 geöffnet, der Verein von Donnerstag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr in der Bürgerbegegnungsstätte erreichbar.

Krug berichtete, dass sich der Verein auch flächenmäßig erweitert: Mitglieder konnten bereits in Eckersdorf, Mistelbach, Bindlach, Kulmbach sowie Bischofsgrün und jetzt auch in Speichersdorf gewonnen werden. J.A.Z. bietet zudem Ausflugsfahrten, Kurse und Freizeitaktivitäten an.

Bei der Kaffee- und Kuchenstunde informierte Brilla über die nächste Ausflugsfahrt. Sie führt am 8. April ins Klinikum Lichtenfels mit Vortrag über Schmerztherapie. Anschließend besuchten die Teilnehmer das Korbmuseum in Michelau und das Topfmuseum in Thurnau.

Monika Helgert und Gerhard Krug (stehend) berichten bei der Schlaganfallselbsthilfegruppe über J.A.Z. Vorsitzender Herbert Brilla sitzend links neben Helgert.
Monika Helgert und Gerhard Krug (stehend) berichten bei der Schlaganfallselbsthilfegruppe über J.A.Z.
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