Mit Andrea Kühn erstmals eine Pfarrerin ordiniert

Speichersdorf
05.09.2022 - 14:45 Uhr

Für die evangelische Kirchengemeinde war es eine Premiere: Erstmals in ihrer 62-jährigen Geschichte wurde in der Speichersdorfer Christus-Kirche mit Andrea Kühn eine Pfarrerin ordiniert.

Der Sonntag war ein großer Festtag für die rund 1900 Gläubigen der evangelischen Gemeinde: Begleitet von den Kirchenglocken und Klängen des "The Prince of Denmark's March" von Jeremiah Clarke führte der Kirchenvorstand um Vertrauensfrau Elke Bundscherer den Kirchenzug mit der angehenden Pfarrerin Andrea Kühn an. Den Regionalbischof im Kirchenkreis Regensburg, Oberkirchenrat Klaus Stiegler, begleiteten Pfarrer Harald Baude, Pfarrer Hannes Kühn, Diakonin Sabrina Stirm und Christine Deuber-Kolly, die ihm bei der Segnung und Beauftragung assistierten. Unter den Gästen auch der ehemalige Mentor im Vikariat, Pfarrer Matthias Öffner (Birk), Pfarrer Hartmut Klausfelder (Neustadt am Kulm) und der katholische Pfarrer Sven Grillmeier sowie Bürgermeister Christian Porsch, die Grußbotschaften überbrachten.

Mit dem klanggewaltigen "Lobe den Herren" in einer Variation von Siegfried Hermelinck gab der Posaunenchor unter Leitung von Alfred Kreutzer dem Festgottesdienst eine besondere musikalische Note. Dominik Fick an der Orgel begleitete die Gemeinde bei den Kirchenliedern. Zum Stück "Gottes Liebe ist so wunderbar" versammelten sich die Kinder auf den Altarstufen und begleiteten es unter Anleitung von Sonja Stangl mit rhythmischen Bewegungen. Robin und Elisabeth Goodwyn, Magdalena Hammon, Dominik Fick, Jürgen Küffner, Julia und Stefan Steininger vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) überraschten mit ihrem rhythmisch vorgetragenen Lied "My Lighthouse".

Taufe der zweiten Tochter

Der Ordination ging die Taufe der zweiten Tochter des Pfarrerehepaares Andrea und Hannes Kühn, Jael Hellena, durch Regionalbischof Stiegler voraus. Unter Handauflegung des Regionalbischofs und seiner Assistenten wurde die 33-jährige Andrea Kühn schließlich zur Wortverkündigung und Verwaltung der Sakramente berufen. Mit dem Segen erfolgte ihre Sendung in den vollständigen und eigenverantwortlichen Dienst in der evangelischen Kirche.

Perspektiven durch Glaube

"Der Tag der Ordination ist der Abschluss eines langen Weges des Lernen und der Beginn eines neuen Weges in der Kirche, Hoffnungsträgerin hinein in die Welt zu sein", hatte Regionalbischof Stiegler zuvor in seiner Predigt gesagt. Er freute sich, dass Kühn - zunächst im Ehrenamt - mit ihren Gaben, ihrer Art, den Glauben zu leben, ihrer persönlichen Spiritualität und mit ihrer Liebe zur Musik die Arbeit in der Bayerischen Landeskirche bereichern werde. "Durch dich soll es in dieser oft so komplizierten Welt leichter sein zu glauben, zu hoffen und zu lieben." Gerade aktuell sei mit Klimawandel, Kriegsfolgen, Corona-Verunsicherung, Inflation, Energiekrise und ihren großen Herausforderungen für das Leben auf der ganzen Welt das Hoffnungspotenzial des christlichen Glaubens gefordert. Der christliche Glaube eröffne Perspektiven für die Zukunft. "Diese Hoffnung in die Welt hineinzusprechen und hineinzuleben, für eine friedliche und gerechte Welt, ohne Ellbogenmentalität, ohne Nationalismus und Egoismus zu arbeiten, ist unsere Aufgabe." Am Ende stünden nicht Chaos und Untergang, sondern eine menschenfreundliche Welt.

"Als Pfarrerin stehst du für diese Nähe Gottes zu seiner Welt. Und das in einer Zeit, wo auch uns als Kirche große Fragen herausfordern", sagte Stiegler an Kühn gewandt. "Wir brauchen doch eine Quelle, die uns über Bedrängnis und Erschöpfung, über Unfrieden und Ohnmacht hinausträgt", so der Prediger, und rief ihr zu: "Auf geht's in den Pfarrberuf! Und zwar getrost voller Vorfreude und voller Zuversicht. Gottes himmlisches Versprechen beflügelt dich!"

Zusammen mit Elke Bundscherer und Kindern betete Pfarrerin Kühn in den Fürbitten um einen gesegneten Weg, um Hoffnung für verzweifelte Menschen, um Zeugen für seine Liebe und um Frieden in der Welt. In ihren ganz persönlichen Worten stellte sie der Gemeinde die bewusst ausgewählten Assistierenden vor. Sie hätten ihren langen Weg begleitet. Mit ihnen teile sie ihre Vorstellung von einer lebendigen, fröhlichen und mutmachenden Kirche. Als neue Pfarrerin durfte Kühn schließlich die Gemeinde zum ersten Mal mit dem Segen entlassen. Im Anschluss an den Festgottesdienst waren die Gäste zum Empfang auf dem Kirchplatz geladen.

 
 

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