14.08.2019 - 15:42 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Ankommen aus São Luís

Der neue evangelische Pfarrer Hannes Kühn ist da. Am Dienstagnachmittag bereitete eine Abordnung des Kirchenvorstandes dem Seelsorger, seiner Frau Andrea und Tochter Marlene einen herzlichen Empfang in Speichersdorf.

Christine Lubig-Schmidt, Manuela Reiß, Elena Schumacher (von rechts), Erich Porsch, Pfarrer Klaus Hartfelder, Heidi Lauterbach, Kornelia Olischer, Elke Bundscherer, Tobias Krodel und Stefan Steininger bereiteten Pfarrer Hannes Kühn, dessen Tochter Marlene und Ehefrau Andrea (von links) einen herzlichen Empfang.
von Autor HAIProfil
Die Gottesdienstbesucher der Evangelischen Kirchengemeinde in São Luís grüßen in ihrem neuen Gotteshaus die zukünftige Kirchengemeinde von Pfarrer Kühn in Speichersdorf.

Vertrauensfrau Elke Bundscherer begrüßte stellvertretend für den Kirchenvorstand und Pfarramtsvertreter Pfarrer Hartmut Klausfelder aus Neustadt am Kulm Pfarrer Hannes Kühn und dessen Familie an den Stufen zur Pfarrwohnung. Kirchenpflegerin Heidi Lauterbach hatte als Willkommensgeschenk frisch gebackenes Dinkelbrot und Salz mitgebracht. Gemeinsam wurde mit Sekt auf ein gedeihliches und fruchtbringendes Miteinander angestoßen.

Kühn, der bisher in São Luís in Brasilien tätig war, zeigte sich beeindruckt von der Freundlichkeit. "Hier wird man mit einem ,Grüß Gott' begrüßt und bleibt auf einen Moment zu einem Plausch stehen", zeigte er sich angetan. Und auch gleich am Dienstag wurde über Hobbys wie dem Reisen im Wohnwagen, über Kochkünste bis zur Gartenarbeit gesprochen. Ein kurzer Abstecher führte hinüber in die Christuskirche und die CVJM-Räumlichkeiten im Untergeschoss. Beides ist seit Monaten eine Baustelle und wird von Grund auf saniert.

Für den 37-jährigen Seelsorger heißt es jetzt erst einmal, in Speichersdorf ankommen. Die restlichen Wochen im August wollen sich er und seine Familie häuslich einrichten, in der Großgemeinde Fuß fassen und erste Kontakte knüpfen. Schlau hat sich Kühn schon im Vorfeld über seine neue Wirkungsstätte und die vielen Herausforderungen gemacht. In der Pfarrstelle in Speichersdorf betreut Kühn über 2000 Gemeindemitglieder. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde in Speichersdorf ist die zweitgrößte im Dekanat Weiden.

Einen ersten öffentlichen Auftritt hat Kühn am 30. August bei der Segnung der neuen Tragkraftspritze der Feuerwehr Zeulenreuth haben. Am 1. September nimmt er offiziell seinen Dienst auf. Am 9. September erfolgt die Pfarramtsübergabe und am 22. September um 14 Uhr wird er mit dem neuen Diakon Klaus Lobenhofer offiziell von Dekan Wenrich Slenczka in sein Amt eingeführt. Dann endet die Vakanz der Pfarrstelle. Pfarrerin Anne Utz aus Eschenbach ist noch bis September Ansprechperson für Taufen, Trauungen und Beerdigungen.

Hintergrund:

In elf Jahren vom Mangobaum zur eigenen Kirche

Vor Speichersdorf lebte Pfarrer Hannes Kühn mit Ehefrau Andrea und Töchterchen Marlene in der Millionenmetropole São Luís im Norden Brasiliens. Der gebürtige Nürnberger wirkte dort im Rahmen eines Austausches zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses bis Ende Juni vier Jahre lang als Seelsorger. Seine Arbeit dort war unter anderem durch das soziale Musikprojekt „Dons e Sons“ („Gaben und Klänge“) bestimmt, das Kindern und Jugendlichen aus armen Bevölkerungsschichten neue Bildungschancen eröffnet. Sie können dort unter anderem verschiedenste Instrumente erlernen. Ehefrau Andrea, ebenfalls Theologin, leitete den Chor.

„Korruption, geringe soziale Absicherung und fehlende öffentliche Sicherheit bestimmen das Leben der meisten Menschen und erschweren den hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft“, schrieb Kühn jüngst im Kirchenboten über seine bisherige Wirkungsstätte. Durch Vorträge, Diskussionsrunden oder im Jugendkreis werde versucht, die Gemeinde auch für soziale Themen zu sensibilisieren und so Veränderung zu sähen. Vor elf Jahren habe die ungewöhnliche Geschichte der Kirchengemeinde in São Luís begonnen, unter einem Mangobaum in einem Hinterhof. Dort trafen sich ein paar Leute, die im Internet auf das Lutherische Bekenntnis gestoßen waren. Davon begeistert gründeten sie eine Gemeinde der IECLB. Vor sechs Jahren begann der Bau einer eigenen Kirche.

Trotz ihrer Größe hat die junge Gemeinde laut Kühn in den letzten elf Jahren das Stadtviertel, in dem sie liegt, sehr geprägt. „In den letzten Jahren haben wir den Weg der Gemeinde begleitet und die Realität der einzelnen Mitglieder kennenlernen dürfen. Wir haben viel gelernt, erfahren und gesehen und erlebt“, so Kühn.

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